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Teilweise sogar durch Mitarbeiter gelesen

Wen wundert’s: Funktionsreiche E-Mail-Apps werten Nutzer-E-Mails aus

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44 Kommentare 44

Funktionsreiche E-Mail-Apps wie Edison Mail haben einen Haken. Damit tiefgreifende Automation durch Filter oder Assistenten stattfinden kann, benötigen die Apps vollen Zugriff auf euer E-Mail-Postfach, teils müssen deren Anbieter eure E-Mails auch über ihre eigenen Server leiten. Dergleichen birgt natürlich auch Missbrauchspotenzial.

Beim Wall Street Journal ist die genannte Edison-App ein Beispiel für viele Apps, die auf mehr persönliche Informationen zugreifen als dem Nutzer lieb und bewusst ist. Das Wirtschaftsblatt versucht hier wohl aufgrund der attraktiveren Überschrift, Googles Gmail-Dienst in den Fokus zu rücken. Dieser bietet besagten Apps jedoch nur über eine Standardschnittstelle Zugriff, sofern der Nutzer und Kontobesitzer dem Begehren zustimmt.

Edison Features

Edison beschreibt sich als „smartes E-Mail-Programm“ und wirbt mit Funktionen wie intelligenten Push-Mitteilungen, der Erkennung von Reisedaten und automatischer Sendungsverfolgung. Um dergleichen zu bewerkstelligen, müssen solche Drittanbieter-Apps teils auch mit automatisierten Filtern arbeiten. Dass hierbei Nutzerdaten analysiert und wohl auch verkauft werden, darf zumindest bei kostenlosen Anwendungen wie Edison Mail nicht wundern, und wird von deren Entwicklern sicher auch irgendwo im Kleingedruckten angedeutet.

Dreist ist allerdings die Tatsache, dass die E-Mails teils auch von Mitarbeitern gelesen werden. Im Falle Edison sei dies nur geschehen, weil man ein neues Feature integrieren wollte, die betroffenen Nutzer wurden offensichtlich jedoch nicht um ihr Einverständnis gebeten. Ein Vorgang, der nicht mit den Richtlinien für die Nutzung der von Google angebotene Schnittstelle konform ist. Google dürfte dergleichen nach Bekanntwerden abstrafen, hat aber ansonsten eher wenig Möglichkeiten, derartigen Missbrauch aufzudecken. Schließlich greifen die Programme ja nach ausdrücklicher Zustimmung durch die Nutzer auf deren E-Mail-Konten zu. Oft wird diese Erlaubnis wohl gegeben, ohne sich der damit verbundenen Folgen bewusst zu sein.

Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, lasst die Finger von solchen Apps und beschränkt euch auf die zum jeweiligen E-Mail-Dienst passenden offiziellen Angebote, in dem vom Wall Street Journal angeführten Beispiel wären dies Gmail oder Inbox. In Sachen Funktionsumfang muss man hier zwar Einschränkungen hinnehmen, dafür bleiben neugierige Blicke externer Entwickler außen vor. Google selbst gibt an, die E-Mails von Gmail-Nutzern nur noch in Ausnahmefällen entweder aus Sicherheitsgründen oder auf ausdrücklichen Wunsch der betroffenen Nutzer hin zu lesen.

Grundsätzlich muss dergleichen nicht auf Gmail beschränkt sein. E-Mail-Programme, die mehrere Accounts bündeln und deren Funktion über das Standard-Protokoll IMAP hinausgeht, bergen ähnliches Missbrauchspotenzial auch im Zusammenhang mit Konten bei anderen Anbietern.

Dienstag, 03. Jul 2018, 15:00 Uhr — chris
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Rede mit!
  • Gmail liest KEINE E-Mails?!?

    Aaaaaha….

  • Den Negativ-Hinweis sollte/muss man auch ausdrücklich zu Readdle Spark geben!

    @Redaktion:
    Der Inbox-Link ist falsch

    • Was ist mit Spark?
      Gilt dann auch für Airmail, oder?

      • Spark speichert die Zugangsdaten auf ihren Servern.

      • An die iPhone-Ticker Redaktion: wisst ihr genaueres dazu? Ist Spark ein Vehikel um mehr Umsatz zu den anderen Readdle Apps zu lenken, wollen sie längerfristig Geld mit Spark verdienen, oder wollen sie Daten sammeln?
        Ich liebe den Funktionsumfang von Spark und wäre gerne bereit >30€ für die App zu bezahlen wenn mir glaubhaft versichert wird, dass das Geschäftsmodell von Readdle nicht auf Datensammlung basiert.

      • @Lukas … lies einfach die Datenschutzerklärung und die Hinweise zur App von Readdle. Jemanden die Zugangsdaten für meine Mailkonten auszuhändigenden ist einfach ein no go … genausogut könnte man jede mail per cc an unbekannt weiterleiten. Da helfen auch keine Versprechen, die man eh nicht überprüfen kann

  • Eure unterschwellige Empfehlung von Gmail ist aber schon ein bisschen seltsam. Wenn man die eigene Privatsphäre wahren will, sollte man grundsätzlich einen großen Bogen um Google und seine Dienste machen. Gmail ist doch geradezu das Musterbeispiel für die Auswertung der privatesten Daten für kommerzielle Zwecke.

    • Du hast zwar recht, aber aus den Kontext heraus kann man lesen, dass es um offizielle Apps geht. Und GMail ist nun mal die Offizielle von Google. Hier hätte man auch einfach einen Platzhalter lassen können, für die Provider App von seinem eigenem Provider.

    • Ich sehe es einerseits auch so, dass die Empfehlung zu Gmail sicherlich nichts mit Qualitätsjournalismus zu tun hat. Wer aber auf der anderen Seite glaubt, Web.de, GMX, Yahoo und FreeNett seien saubere E-Mail-Anbieter, der hat auch was nicht begriffen. Kostenlose Dienste müssen sich immer gegenfinanzieren, entweder durch Daten oder Werbung. Wer also ein sauberes E-Mail Postfach haben möchte, der bezahlt dafür oder hat seinen eigenen E-Mail Server. Bei Google gibt es einen sehr großen unterschied zwischen den kostenlosen und den Business angeboten. Bei Outlook ist es nicht anders, bei GMX ebenso.

      • Yahoo nehme ich mal aus, aber welches konkrete Problem hast du mit GMX, Web-de oder Freenet? Hast du konkrete Anhaltspunkte, dass dies „keine sauberen Anbieter“ seien?

        Es gibt halt beides, sowohl kostenpflichtige als auch limitierte Gratis-Accounts. Letztere entweder mengenmäßig oder auf Pop beschränkt und durch regelmäßige, nicht kündbare Werbe-Mails („Newsletter“) finanziert. Das ist vielleicht doof, aber „nicht sauber“?

      • All Anbieter die du genannt hast @Stephan haben auch einen „Premium“ Account. Die sind ähnlich sauber wie dein eigener Mail Server, nur mit den Unterschied das deren Spamfilter garantiert besser arbeitet als deiner. Da Millionen diese Anbieter haben (egal ob Gratis oder Kostenpflichtig), nutzen diese und viele markieren Spam der doch durch kommt, so wird der Filter besser.

        Und die kostenlosen sind oft von den Funktionen einfach nur eingeschränkt. Zum Beispiel nur POP3, keine Alias Funktion oder falls sogar IMAP vorhanden ist, keine push möglich. Etc. Etc.

        Du wirst mit ziemlich viel halb wissen um dich rum…

      • Der erste Kommentar wurde irgendwie nicht abgesendet daher noch einmal.

        Du verteilst hier ziemlichen Halbwissen @Stephan. Die von dir genannten Provider haben alle auch einen „Premium“ Angebot, so dass du mehr Funktionen bekommst gegen eine Monatliche Gebühr.

        Die Kostenlosen Varianten von Web, GMX und FreeNet, nerven einem mit Werbung in eigener Sache. Die Spamfilter Arbeiten aber ziemlich gut, außer man geht mit seine E-Mail Adresse Hausieren. So kommt dann einfach jede Menge rein aber da ist man dann ja selber Schuld.

        Dann verstehst du die Empfehlung auch falsch, es geht hier nicht darum zu sagen G-Mail ist sicher, es geht in erster Linie darum. Das Googlemail User eben die G-Mail App nutzen sollten bzw. der GMX Nutzer die GMX App und keine Drittanbieter App. Denn da liest dann noch eben ein Dritter mit.

      • Dein eigener Server hat mit Sicherheit keinen so guten Spamfilter wie zum Beispiel die G-Mail User mit der Gratisvariante. Grund ist relativ einfach, du kannst Filter nur an Hand deiner Empfangen E-Mails erstellen. G-Mail kann Filter (unter anderem mit Hilfe der Kunden) durch mehre Millionen Empfange E-Mails pro Tag erstellen.

        Es muss perse auch nicht dafür die ganze E-Mail gelesen werden, es langt da schon die Absender Adresse oder der Betreff.

        Dazu haben alle deine genannten Provider eine Kostenpflichtige Variante auch, entsprechend gibt es da eine Mischkalkulation. Wie die Bereitstellung des Gratis Kontos nun genau zu belasten ist. Da geht sicherlich ein Teil von den Kunden die Bezahlen rein und der Rest geht über Werbung bzw. eben Einschränkungen an Funktionen, so dass es überhaupt einen Mehrwert gibt zur Kostenpflichtigen Variante.

    • Das hast du dann falsch verstanden und ich werde noch zwei Worte in den Satz einfügen. Es geht im Beispiel darum, dass die Original-App die bessere Wahl als z.B Edison ist.

  • Dürfte bei alternativen Bankenapps ähnlich sein. Diese Dienste mögen ja praktisch sein, sind aber halt kein Original. Mich überrascht diese Meldung daher wenig

  • Wieso verwendet man nicht einfach die App, die beim Smartphone dabei ist? Beim iPhone ist z. B. Apples Mail.app universell einsetzbar. Und sie ist zudem auch tief im System integriert. Wieso man ständig Apps von web.de, gmail und Co. braucht, ist mir ein Rätsel. Mag sein, daß zahlreiche Apps mit sog. „Intelligenten Posteingängen“ arbeiten, die Frage ist halt immer, wie kommt diese Intelligenz da rein? Und braucht man das? Etwas Ordnung im System und der Posteingang ist immer schlank und aufgeräumt.

    • Das kann ich dir erklären, weil es vielen Nutzern logischer erscheint, sich die zugehörige App zu installieren. Wer nicht erfahren in der Materie ist, wird auch von den Anbietern natürlich darauf hingewiesen, dass das im Idealfall die beste Lösung ist. Für den Anbieter ist es das auch, weil diese Apps in der Regel durch Werbung gegenfinanzieren. Wenn die systemweiten Anwendungen genutzt werden, geht Werbung ja nur im Mail Postfach. Natürlich könnten die Anbieter auch Zugriff via POP3 und imap nur kostenpflichtig bereitstellen, allerdings verschlechtern sie dann ihre Marktposition, somit können Sie das auch nicht und würden dadurch dann wahrscheinlich auch viele Nutzer verlieren. Ein Tipp an dieser Stelle, wehrte online nutzt, kann das Postfach wir exchange einbinden, einfach mit Nutzername und Kennwort. Dann hat man auch Zugriff auf das Adressbuch und den Kalender von T-Online und könnte somit auch abseits von Apple und Google arbeiten.

      • Misch mal nicht folgende Dinge. Mail Clients vom System, Mail Clients vom Provider und Mail Clients von Drittanbietern.

        Sagen wir mal die Mail Clients vom System sind sicher (genau kann man es nicht wissen). Können aber definitiv alle E-Mails verwalten.

        Die Mail Clients vom Provider, können Maximal mit der E-Mail Adresse von Ihnen umgehen. Der Provider bekommt also nichts von den 10 anderen Adressen die man vielleicht noch hat mit. Entsprechend kann der Provider auch nicht diese E-Mails ausspähen.

        Der Drittanbieter, der mit vielen Funktionen Lockt. Muss immer ein vertrauen entgegen gebracht werden, dass die Daten oder die E-Mails nicht auf seine Server wandern. Oft sind dann diese Clienten dann aber auch nicht mehr so Smart, wenn sie keinen Einblick in die Daten bzw. Mails haben.

    • Weil mit iOS MAIL keine PUSH-Nachrichten funktionieren mit GMAIL…

    • Wer nicht den Mehrwert smarter E-Mail Applikationen sieht, braucht sie nicht und kennt sie auch nicht. Apples eigene Mail App für iOS kann so gut wie gar nichts von dem, was ich regelmäßig benötige.

      • „Benötige“ vor 10 Jahren, ist man auch ohne diesen Schmarrn ausgekommen, warum sollte es nun nötig sein?

      • Selten so einen Schwachsinn gelesen. Ohne zu wissen, was ich beruflich mache und wie viele E-Mails ich täglich abarbeite, bist Du nicht annähernd in der Position zu beurteilen, was ich benötige und was nicht.

      • Hi ROP

        Pure Neugierde: Welchen Client nutzt Du?

      • Da du gleich mit Schwachsinn anfängst und nicht normal reden kannst, bist du vermutlich nur ein kleines Würmchen was mit Mails nicht mehr an Hut hat als die Newsletter zu löschen.

  • Es zeigt sich immer wieder, dass viele Anwender sich gar nicht bewusst sind, welche Art von Missbrauch Ihrer Daten möglich ist und viel zu vertrauensselig sind, wenn es um Zugriffsgenehmigungen geht, die für „Bequemlichkeits“Feature erforderlich sind.

    Letztlich kann man vermutlich auch gar nicht erwarten, dass ein Anwender diese Risiken alle überblickt. Deswegen ist staatlich per Gesetz verordneter Datenschutz so wichtig und muss auch wirklich durchgesetzt werden. Leider wird aber auch das oft nicht verstanden und dann entsprechende Vorschriften und deren „Begleiterscheinungen“ als Unsinn oder „europäischer Blödsinn“ abgestempelt.

  • Ich muss leider auch noch eine Aussage in eurem Artikel dementieren. Man sollte den Nutzer nicht in Sicherheit wiegen dadurch, dass neugierige Blicke nur durch Verwendung der originalen E-Mail App außen vor bleiben. Dem ist nicht so, denn die E-Mails bleiben auf den Servern gespeichert und sind natürlich dadurch alleine schon mitunter durch Mitarbeiter einsehbar. Ich würde meine Hand nicht für ins Feuer legen und lieber E-Mail-Dienste empfehlen, die in Deutschland respektive Europa beheimatet und seriös sind.

    • An die neuen Datenschutzgesetze in Europa müssen sich auch Amerikanische Unternehmen halten, wenn sie Europäische Clienten haben. Heißt im Klartext, die E-Mails von uns Eurospäher dürfen sie nicht lesen. Machen sie es doch und es kommt raus. Kann dagegen vorgegangen werden.

      Abgesehen davon ist auch nicht zu 100% Garantiert das die Europäischen Unternehmen da besser sind. Man hat hier halt einen besseren Ruf, warum dass so ist frage ich mich zwar schon immer aber es ist halt so.

  • Ich wundere mich allerdings auch etwas, dass die hier immer hochgelobte Spark App in dem Artikel noch nicht mal erwähnt wird. Airmail dito.

    • Wenn ich mich nicht täusche speichert z. B. Airmail die Zugangsdaten nur, wenn man Push einstellt…
      Weiß jemand mehr?

    • An die iPhone-Ticker Redaktion: wisst ihr genaueres dazu? Ist Spark ein Vehikel um mehr Umsatz zu den anderen Readdle Apps zu lenken, wollen sie längerfristig Geld mit Spark verdienen, oder wollen sie Daten sammeln?
      Ich liebe den Funktionsumfang von Spark und wäre gerne bereit >30€ für die App zu bezahlen wenn mir glaubhaft versichert wird, dass das Geschäftsmodell von Readdle nicht auf Datensammlung basiert.

  • Wer sowas nutzt hat es auch einfach nicht besser verdient

  • Hab diesen E-Mail Apps nie getraut, wenn man sich vorstellt was die Anbieter da alles rauslesen und daraus Schlüsse über uns sammeln können. Schon erschreckend. Läuft ja heute alles über E-Mail!

  • Letztlich hat jeder App Anbieter die Möglichkeit noch mehr Infos von den Mobilfunkgeräten abzufragen, als es mit einer Weboberfläche möglich wäre.
    Da wird schnell klar, wieso Google, Freenet, Web.de etc. noch zusätzlich eigene Apps auf die Geräte bringen wollen.

    Wäre Thunderbird, zumindest auf MacOS, eine Alternative zu Apple Mail?

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