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Starke Parallelen zur Apple Watch

Warum? Apples PR-Strategie zum iPhone X

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Seit gestern Mittag erobern Videos, Erfahrungsberichte und Kurz-Rezensionen zum iPhone X das Netz, doch verglichen mit den zurückliegenden Markteinführungen der in den vergangenen Jahren vorgestellten iPhone-Generationen fehlt es dem Großteil der inzwischen veröffentlichten Berücksichtigungen an Substanz.

Notch

iPhone X: Tote Pixel in der Display-Aussparung

Statt nerdiger Auseinandersetzungen mit kleinen technischen Details – wie etwa dem doppelten Druck auf die Seiten-Taste, der fortan zum Download von App Store-Anwendungen vorausgesetzt wird – kritischen Auseinandersetzungen mit den Pixelfehlern des iPhone X. die sich in diesem Video an der rechten Seite der Display-Aussparung begutachten lassen und den Anmerkungen von Nilay Patel zum Einsatz des Face ID-Mechanismus in grellem Sonnenlicht, dominieren vor allem die puff pieces und wenig detaillierte snackables die Berichterstattung zu Apples neuem Flaggschiff.

Selbst der Mashable-Bericht über die Face ID-Erkennung von Zwillingen blieb weitgehend unbeobachtet.

Eine Tatsache, die wir schon heute vormittag angesprochen haben, mit Blick auf die sich vom Zaun brechende Meta-Debatte aber noch mal aufgreifen wollen. So steht Apples PR-Strategie bereits im Mittelpunkt zwei aktueller Blog-Artikel von Nick Heer und Matt Alexander.

Apples PR-Strategie erinnert an den Start der Apple Watch

Die PR-Strategie, die Apple heute, drei Tage vor dem Verkaufsstart des iPhone X fährt, unterscheidet sich vom bekannten Modus Operandi.

In den zurückliegenden Jahren setzte der Konzern stets auf das gleiche Rezept: Cupertino stattete ausgewählte Pressevertreter rund 10 Tage vor dem Verkaufsstart neuer iPhone-Generationen mit Testgeräten und einer Sperrfrist von etwa sieben Tagen aus. Zum Ablauf der Frist landeten die Erfahrungsberichte, die sich häufig auch auf den einwöchigen Alltagseinsatz der neuen Geräte konzentrierten, dann grundsätzlich zeitgleich im Netz.

Während Apple hierzulande stets die BILD und den SPIEGEL mit einem Testgerät versorgte, freuten sich in den USA nicht nur renommierte Tech-Magazine wie Mashable und TechCrunch und The Verge über eine Berücksichtigung, sondern auch Schwergewichte wie das Wall Street Journal und die New York Times sowie prominente Blogger, wie etwa der Daring Fireball-Autor John Gruber über die vorab verteilte Hardware.

Die PR-Anstrengungen des iPhone X erinnert hingegen an Apples Markteinführung der Apple Watch, die vor allem von Mode-Bloggern, Fashion-Experten und Style-Spezialisten begleitet wurde. Fachfremde Schreiber, die ihre Top-10-Videos an den Feature-Highlights orientieren, die Apple bereits im Rahmen der Geräte-Vorstellung herausarbeitete.

Sperrfrist in drei Phasen

Zudem hat Apple dem iPhone X kein einheitliches Presse-Embargo mit auf den Weg gegeben, sondern die Berichte der mit den Testgeräten ausgestatteten Medienvertreter in drei Schritten von der Leine gelassen.

Während Apple dem Wired-Autor Steven Levy, als einem der wenigen Rezensenten des ersten iPhones 2007, eine nachvollziehbare Sonderbehandlung zukommen ließ und dessen Bericht bereits gestern um 12 Uhr zur Freigabe absegnete, mussten sich die etablierten Portale der Technik-Community nach wie vor gedulden. In Phase zwei der orchestrierten iPhone X-Kampagne, gab Apple die Videos zahlreicher „YouTube-Stars“ frei.

Bewegtbild-Beiträge, denen anzusehen ist, dass sich ihre Macher so sehr über Apples exklusive Einladung nach New York freuten, dass weder Platz noch Zeit für marginal kritische Töne zum Juiläumsgerät blieb.

Die im gängigen Youtube-Format aufbereiteten Filmchen von Highsnobiety, Sara Dietschy und Co. liefern Jump-Cuts, unverbindliche Unterhaltung und Top-10-Listen, enttäuschen noch unentschlossenen iPhone X-Interessenten jedoch auf ganzer Linie. Wer noch mit seiner Kaufentscheidung hadert findet auf Apples offizieller Webseite wesentlich brauchbarere Informationen als in den Konsum-Hymnen der jungen Video-Macher.

Nachdem die Jubel-Clips dann freigegeben waren und die Zielgruppe der YouTube-Abonnenten ihre Info-Häppchen zum iPhone X geliked hatte, kamen endlich auch die langjährigen Apple-Beobachter von The Verge, Techcrunch, dem SPIEGEL und Co. zum Zug. Diese haben beim iPhone X jedoch mit einer massiven Einschränkung zu kämpfen: Im Gegensatz zu den letzten Jahren verteilte Apple die Testgeräte nicht schon vor einer Woche, sondern vor gerade mal 24 Stunden.

Eine Entscheidung, die zu vorhersehbaren Produkt-Besprechungen führte. Fast alle Schreiber verwiesen in ihren heute freigegebenen iPhone X-Besprechungen auf noch anstehenden Folgeberichte und halten sich mit verfrühten Kaufempfehlungen, knackigen Fazits und abschließenden Gedanken zum iPhone X zurück.

Der SPIEGEL-Redakteur Matthias Kremp merkt an:

Mein Testgerät wurde vor einem Tag erst an mich übergeben. Das ist noch nicht ausreichend, um einen umfassenden Test durchzuführen. In ein paar Tagen melde ich mich mit einem vollständigen Test zum iPhone X zurück.

Warum?

Was bleibt ist die Frage nach dem Warum. Warum wollte Apple den initialen Narrativ diesmal kontrollieren? Warum sorgen die geladenen Video-Blogger nicht einfach für zusätzliche, sondern für bevorzugte Stimmen? Und: Warum standen den iPhone-Veteranen unter den Medienvertretern nur 24 Stunden zur Verfügung, um Apples wichtigstes Gerät seit dem Start des ersten iPhones kennen zu lernen?

Apple hat zur Markteinführung des iPhone X auf ein selbstbewusstes Auftreten verzichtet und wir fragen uns warum.

Dienstag, 31. Okt 2017, 17:00 Uhr — Nicolas
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  • Wenn man hier so manche Kommentare liest verstehe ich warum.

  • Ein Schelm wer böses Denkt :D

    Wer nicht genug Zeit hat sich kritisch damit zu befassen der kann auch nichts kritisches schreiben…

    Solange erstmal alle das Teil kaufen ohne nachzudenken lässt sich eben mehr Gewinn erzielen…

    • Und für alle die noch hadern werden dann in 1 Woche mit dem dann erscheinenden Langzeittest nochmal zur Versuchung gebracht. Also Man kann so die Berichterstattung Zeitlich gesehen ausdehnen. Da man so täglich neues erfährt weil hier und da wieder was neues getestet wurde was dann gleich online geht.

    • Nach der Logik bliebe auch wenig Zeit, Positives zu schreiben.

  • Weil Ihnen der Popo auf Grundeis geht, bei so vielen Kompromissen mittlerweile. Touch id weg, Änderungen des Bedienkonzeptes innerhalb eines Betriebssystems auf den unterschiedlichen Geräten, usw usw.

  • Ich finde einige der Reviews auf YouTube einfach recht unterhaltsam und sie erhöhen bei mir die Vorfreude auf das Gerät. Wer sich noch nicht entschieden hat, der muss ohnehin dank Lieferengpässe noch länger warten. Bis dahin sind dann auch detaillierte Reviews online.

    Hat schon jemand ein Review der grauen Variante gefunden?

  • Bekommt man bei so einem Pixel Fehler eigentlich ein neues ?

  • „puff pieces und wenig detaillierte snackables“ … könnt Ihr das auch mal auf Deutsch schreiben?

    • ist gibt nicht von allen Wörter eine korrekte Übersetzung – also klick drauf und lies die Beschreibung!
      Wenn du kein Englisch verstehst empfehle ich dir die App (Anwendung) -> Babble ;-)

      • Jetzt bekomme ich sicher meinen Tippfehler bitter zu spüren :-)

      • Er hat doch nur eine Frage gestellt …
        Anstatt eine patzige Antwort zu geben, hättest Du einfach die Übersetzung machen können!
        Peace on Earth

      • Zum Übersetzen eignet sich deepl auch sehr.

      • CaliforniaSun86

        Ich denke, man kann hier auch die deutschen Worte benutzen. Aber ok, mit ging’s wie vielen hier, hatte es nicht gecheckt und nur „Bahnhof“ verstanden, obwohl mein Englisch nicht so ganz übel ist. Wieder was gelernt.

    • puff piece = unkritische, naive Artikel
      snackable = leicht verdaubare „Nachrichten“-Kost

      • Super, warum nicht schon gleich so im Artikel? ;)
        Bin nämlich auch über diese seltsamen Worte gestolpert.

      • Wissen tut das wohl fast jeder, die Frage, warum man diese Begriffe benutzen muss, wo diese nun wirkliche hervorragende deutsche „Versionen“ haben, ist berechtigt. Zumindest erhöht das bei mir nicht gerade die journalistische „Credibility“

      • Der Dummschwätzer

        @Doc das weiß wohl jeder im Bereich Medien, ich kann recht gut Englisch und kenne die nicht. Das sind ja schon eher Fachbegriffe…

      • Deutschland ist keine Insel mimimimi.

        Der gesamte Bericht bezieht sich auf englischsprachigen Inhalt.
        Jetzt hast du die zwei Wörter gelernt und beim nächsten lesen, gibt es keine Unterbrechung mehr.
        Ach ganz vergessen, wir sind in Deutschland…als ob es das gäbe im Internet.

  • Und dabei ist die Erklärung doch so einfach und genial: Apple pokert mit den primitiven Grundinstinktender Menschen, Jäger und Sammler. Da bleibt man natürlich wenig konkret, siehe den SPD-Wahlkampf. So lange die Menschen dem unbekannten Mythos hinterher hecheln, wären konkrete Berichte kontraproduktiv. Und um so länger man das iPhone X im Alltag nutzt, desto mehr wird man feststellen, dass es weniger innovativ ist, als es Apple glaubhaft macht. Und die negative Berichterstattung wird so ausgeremst, bis alle Geräte verschifft wurden. Wenn dann alle enttäuscht sind, macht nichts. Dann kommt das iPhone Xs und der Zirkus geht von Vorne los. Wer wirklich etwas von Technik versteht, im Leben keine Statussymbole mehr braucht und mit Geld umgehen kann, wird es eh nicht kaufen. Die meisten Geräte gehören ohnehin den Netzbetreibern und den Banken, das nur so nebenbei. Und Ihr helft ja schön mit, indem Ihr natürlich pausenlos diesen Mythos mit antreibt und Euch genauso in diese verkaufspsychologische Strategie einreiht. Was glaubt Ihr was passiert, wenn die ganzen Blogger sich absprechen und bewusst Aple aus ihren Berichterstattungen rausnehmen? Dann müsste das Unternehmen nämlich für diese pausenlose und unablässige Werbung bezahlen.

  • Warum?
    Wozu? Das iPhone X war innerhalb Minuten „ausverkauft“. Hat Apple auch nicht nötig. Wer am Freitag bekommt kann es 14 Tage lang testen. Wem es nicht gefällt gibt es zurück.

  • Sehr guter Artikel! Kann die Meinung wirklich nach vollziehen!

    Bei mir war die Kaufentscheidung einfach gefunden, das Plus ist mir zu groß und beim Kleinen fehlt mir die Dual-Kamera.. also „musste“ ich zum X (TEN) greifen, weil auf iOS will/kann ich nicht verzichten!
    FaceID wird aber glaub ich die größte Schwachstelle werden, die auf mich zukommt.. es scheint nämlich nicht so gut zu funktionieren!

  • Weil Apple langsam aber sicher den Verstand verliert. Es ist wohl ein schleichender Prozess bis zum Hirn Tumor…

  • Gibt es eigentlich schon ne Info, wie der Einhandmodus künftig ohne Home Button funktionieren soll?

  • iPhone Zehn.

    Warum sagen vielen iPhone Ten? Ihr sagt doch auch nicht iPhone Six, iPhone Seven oder iPhone Eight.

  • Lassen sich die Animojis auch vom X zu anderen iPhones verschicken oder nur zu anderen X?

  • TRADFRI HAT HOMEKIT UPDATE!

    sorry fürs falsche Thema :))

  • Mal ne andere Frage, hat schon jemand der sein iPhone X am Freitag in nem Apple Store abholen kann, ne Versandbenachrichtigung?
    Bei mir steht noch immer „in Bearbeitung „

  • Animojis sind halt nicht wirklich der Burner, wenn man ein unverschämt teures Handy verkaufen will.
    Blender jedoch, für die beim Einkauf nicht die Features, sondern das Image im Vordergrund stehen, sehen sich halt in der Vogue gespiegelt, nicht in Tech-Magazinen. (Ich zumindest k*tze immer mehr im Quadrat. Ach Steve, du fehlst…)

  • Mir gefällt dieses Vorgehen Apples überhaupt nicht.
    Ich habe mir schon etliche Videos angeschaut und Artikel gelesen und mich auf eine richtig Objektive Meinung gefreut, aber das meiste folgt nur diesem „Hype-Train“… werde mir mal die verlinkten Seiten in dem Artikel anschauen, vielen Dank dafür :)

  • Abwarten und Tee trinken. Wer jetzt noch keins bestellt hat, wird so schnell sowieso keine Kaufentscheidung treffen bei den Lieferzeiten. Ich bin aber nach dem initialen Eindruck von Face ID, Bedienung und der Kamera (im Vergleich zu Pixel 2) erstmal weiter ganz zufrieden mit meinem 6er.

  • Ist klar. BILD UND SPIEGEL bekommen die Geräte als erstes.
    Transatlantische Gefälligkeiten.
    Da wird auch schnell klar, warum diese Medien immer Apple (USA) gegenüber Samsung (ASIEN) in den Himmel loben, obwohl sie oft schlechter sind, als die Konkurrenz.

  • Ich bin mittlerweile froh dass der Store auf meinen iPads erst um 9:08 und 9:15 ging. Ich war so sauer über die späte und unfaire Freischaltung, dass ich es dann gar nicht mehr bestellt hatte. Und nun ist der Hype bei mir schon komplett verflogen und ich habe gar nicht mehr das Habenwollen-Gefühl wie in der letzten Woche. Ich möchte es nicht schlechtreden, es ist nen tolles Stück Technik und ich freue mich für jeden mit der es gekauft hat, aber meine Vorfreude und Freude über das iPhone 8 Plus war und ist irgendwie größer.

  • Mich würde wirklich interessieren, warum man immer nur weiße iPhone X sieht. In keinem Bericht habe ich ein schwarzes iPhone X gesehen. Das einzige schwarze war das iPhone X des Apple Mitarbeiters, dessen Tochter das unerlaubte Hands On Video in der Apple Kantine gedreht hat. Mich würde sehr der farbliche Unterschied des verbauten Edelstahls interessieren.

  • Kann das iPhone X eigentlich Landscape Modus?

    • Nicht im Homescreen. Dafür ist der Bildschirm zu klein.

      • häh? wieso soll der Bildschirm für den Landscape im Homescreen zu klein sein? Das kann jedes zweite Android… egal wie groß… und macht ja auch sinn… man muss dann nicht andauernd das ding drehen

    • Bin froh, wenn das endlich wieder weg ist. Landscape lässt sich bei Plus leider nicht abschalten. Total nervig, wenn bei jeder kleinen Bewegung der Bildschirm zur Seite kippt. Ist für mich das Kaufargument Nummer 1

      • „Landscape lässt sich bei Plus leider nicht abschalten.“
        Sicher??

        Versuchs doch mal mit der „Ausrichtungssperre“

  • „Apple hat zur Markteinführung des iPhone X auf ein selbstbewusstes Auftreten verzichtet und wir fragen uns warum.“

    Wozu den Hype noch mehr anheizen? Apple weiß doch nur zu gut, wie hoch die Zahlen der möglichen Erstauslieferung sein wird. Wozu sich also den „maßlosen Zorn“ eines Käufers aufhalsen?

    Aus Apples Sicht reicht es vollkommen, wenn die etablierte Presse später – etwa kurz vor Weihnachten – über das TEN berichtet. Die Verkäufe werde eh durch die Decke gehen.

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