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Rabatt im Tausch gegen Daten

Supermarkt-Apps: Zwei Drittel lassen sich zu Mehrkäufen verleiten

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23 Kommentare 23

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Akzeptanz von Supermarkt-Apps untersucht. Wie eine Umfrage ergeben hat, nutzt mit 78 Prozent die große Mehrheit der Befragten die von den verschiedenen Unternehmen angebotenen Smartphone-Anwendungen. Zudem legt die Untersuchung an den Tag, dass das Konzept der Anbieter offensichtlich aufgeht. So haben sich mit 67 Prozent zwei Drittel der App-Nutzer bereits dazu verleiten lassen, zusätzliche Käufe zu tätigen, um über die App erhältliche Angebote oder Vergünstigungen zu erhalten.

Nutzer lassen sich zu Mehrkäufen verleiten

Die Verbraucherschützer haben solche Angebote bereits in der Vergangenheit kritisiert und sind diesbezüglich teilweise auch vor Gericht gegangen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale dienen Supermarkt-Apps nicht nur dazu, Rabatte bereitzustellen, sondern dienen vor allem dazu, Kunden stärker an die Händler zu binden und das Kaufverhalten zu beeinflussen. Die hierfür übliche Verwendung von persönlichen Daten wird von diesen als kritisch angesehen.

Supermarkt Apps Statistik

Umfrage „Welche Supermarkt-Apps verwenden Sie?“ (Mehrfachnennungen möglich, Angaben in Prozent)

Der Verband fordert, dass die mithilfe der Apps gesammelten Daten nicht zu umfassenden Werbeprofilen zusammengeführt werden dürfen und zudem manipulative Gestaltungsweisen untersagt werden, die zu längerer Nutzung der Apps oder höheren Ausgaben verleiten. Eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband erstellte Auswertung zeige zudem, dass in Supermarkt-Apps inzwischen auch spielerische Anreize wie Bonusstufen oder Gewinnspiele als Mittel zur Kundenbindung eingesetzt werden, wie man sie bislang vor allem aus dem Online-Handel kennt.

Tatsächliche Ersparnis gering

Im Rahmen der aktuellen Befragung hat mit 61 Prozent die Mehrheit der App-Nutzer bestätigt, dass sich ihr Einkaufsverhalten dadurch verändert hat. Gleichzeitig hätten App-Nutzer das Gefühl, dass sie durch die in den Apps verfügbaren Coupons und Rabattangebote bei ihrem Einkauf manchmal (69 Prozent) oder sogar immer (24 Prozent) Geld sparen. Die tatsächliche Ersparnis liegt Erhebungen zufolge im Durchschnitt allerdings lediglich bei 2 Prozent.

Immerhin 29 Prozent der Befragten zeigen sich von den Angeboten unbeeindruckt und verzichten auf die Nutzung solcher Apps, weil sie ihre persönlichen Daten nicht freigeben möchten. Der Verband geht zudem juristisch gegen einzelne Supermarkt-Apps vor. So läuft derzeit ein Verfahren gegen Lidl, weil in der App des Discounters nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht ausreichend darauf hingewiesen wird, dass man mit persönlichen Daten für die Rabatte bezahlt.

19. Jan. 2026 um 10:12 Uhr von chris Fehler gefunden?


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  • Ich hab das ja so verstanden, das es bei den Apps darum geht, Preisaktionen nicht mehr auszeichnen zu müssen.
    Man kann also für jeden Kunden künftig ein individuelles „Angebots“-profil kreieren, dass an dessen individueller Kaufbereitschaft hängt. Somit lässt sich je Kundin/Kunde der höchstmögliche Preis erzielen.

    Gleichzeitig herrscht hierüber keine Transparenz für die anderen Kunden und die Vergleichbarkeit ist eingeschränkt.

    McDonald’s fährt diese Strategie wohl auch. Und in den USA ist die Entwicklung wohl auch schon weiter fortgeschritten.

    • hatte ich in einem anderen Artikel genau andersherum verstanden: Die Aktionen für App-Nutzer müssen auch klar am Preisschild ersichtlich sein – lidl macht das z.B.
      Ist ja auch gute Eigenwerbung:“Lieber KUnde, nutze unsere tolle App und erhalte Vorteile, damit wir deine Gewohnheiten besser analysieren können“ ;)

      • Am Preisschild stehen aber nur die generellen Aktionen die mit Karte und/oder App funktionieren. Es gibt sehr häufig auch individuelle Angebote, gratis Artikel etc. – das steht logischerweise nicht am Regal.

    • Lidl weist die App-Angebote bzw. den Preis darin am Preisschild mit aus.
      Aber auch 2% sind ne Ersparnis m.E. :)
      Oftmals gibt es ja auch kostenlose Artikel, manche davon kann man echt brauchen und die nehm ich dann auch mit.
      Großer VOrteil ist imho außerdem, dass man die Waren direkt im Laden abscannen kann und vorn an den SB-Kassen nur kurz bezahlen und gleich weitergehen kann, ohne dass man alles wieder auspacken muss.
      Da die SB-Kassen eh fast immer leer sind, weil – wieso auch immer – sich die Leute lieber in die volle KAssenschlange stellen, find ich das sehr gut.

  • Also es kommt ja bei den Mehrkäufen darauf an, ob das langfristig oder eben nur kurzfristig Mehrkäufe sind. Wenn ich im Drogeriemarkt deutlichen Rabatt auf Rasierklingen bekomme (und ich kenne den Normalpreis), kaufe ich natürlich auf Vorrat. Aber dann kaufe ich entsprechend halt auch viele Monate gar keine mehr.

    Insofern kaufe ich dadurch ja nicht insgesamt mehr, wohl aber günstiger.

    Klar klappt das nur mit haltbaren Dingen – Salatköpfe auf Vorrat zu kaufen ergibt wohl eher keinen Sinn, egal, wie günstig :-)

    • +1 das sehe ich auch so. Klar wir nehmen Angebote mit, zu 99% sind das aber Dinge die wir ohnehin kaufen, nur vielleicht sonst erst zwei Wochen später. Einen wirklichen Mehrkauf sehe ich da (zumindest bei uns) nicht. Aber andere Menschen mögen da empfänglicher sein.

  • Klar kaufe ich auf Vorrat, wenn etwas im Angebot ist. Wir würden allerdings bei unserem Rewe einkaufen, egal, ob sie eine App mit Kundenprogramm haben oder nicht. Es ist für uns einfach der am besten erreichbare Supermarkt mit einem breiten Angebot und einem vernünftigen Parkplatz. Wie hiess es früher be Real? Einmal hin, alles drin.

  • Diese durchschnittliche 2% Ersparnis kann ich nicht nachvollziehen.
    Wenn man die Preise kennt und die Rabatte oder Bonus in der App gegenrechnet sind es eigentlich, so meine Erfahrung, meistens über 10 %.
    Auch um die 20% sind oft drin.
    Und persönlich finde ich es gut, wenn die Auswertung ergibt: Für Normalpreis 3,49€ kauft er unseren Feta nicht, aber für 1 ,79€…

    • Die Berechnungen bei Verbraucherzentralen usw. beziehen sich unter anderem darauf dass es meinetwegen Käse mit App/Karte für 1,49 statt 2,29 gibt. Das klingt für Dich jetzt wie 35% aber der Nachbar Supermarkt hatte dasselbe Produkt für 1,59 im Prospekt ohne irgendein vorteilsystem. Meistens sind die Produkte in Rotation immer irgendwo im Angebot, daher ist die Ersparnis natürlich niedriger als man in den Apps usw angezeigt bekommt.

      • Macht Sinn, wenn man Zeit und Lust hat seinen Warenkorb auf diverse Supermärkte zu verteilen. Oder ggf. auch muss, weil das Geld nicht vorhandenen ist. Für mich ist die Prio: 1 gut erreichbarer Supermarkt in dem ich alles bekomme. Für alles andere bin ich einfach vie zu eingespannt bei der Arbeit.

      • dafür gibt es doch jetzt den wolt-lieferdinst, der über mehrere shops die pRodukte und Preise anzeigt und dann auch liefert *duckundweg*
        Wobei mir nicht bekannt ist, was die für Gebühren dafür nehmen.

  • Hätte nicht gedacht, dass es so viele nutzen.
    Nicht mal wenn man mir den Einkauf schenkt kommt mir son Kram aufs Handy.

  • Zwei Prozent sind es definitiv nicht. Allein bei Rossmann sind 10% Standard, und auch woanders gibt es immer große Ersparnisse. Ob man in der Masse dann tatsächlich spart oder mehr in den Einkaufswagen packt, ist eine andere Frage.

    Kritisch sehe ich die Datensammellei und die Tatsache, dass Menschen ohne Smartphone (ja, die gibt es! Auch wir werden älter, und in 20-30 Jahren gibt es Dinge, die wir nicht haben wollen) zum Beispiel bei Renten oder Menschen mit Behinderungen von den Rabatten ausgeschlossen werden.

  • Man kann sich eine App auch ganz ohne persönliche Daten einrichten und alle Vorteile nutzen. Nur wenn man die Bezahlfunktion nutzen möchte, geht es nicht mit erfundenem Namen.

    Letzten Endes bleibt also einfach die Kundenbindung. Und das ist ja wohl nachvollziehbar, dass Märkte das wollen.

  • Muss das jetzt wundern?
    Ist doch der Sinn von den Apps – die Supermärkte wollen mehr verkaufen und die Apps dienen nicht dazu dem Kunden etwas zu schenken, es soll doch das eigene Säcklein gefüllt werden.
    Wer da mal was anderes geglaubt hat ist auch auf einem Einhorn zum Einkaufen geritten.

    • Korrekt. Aus Nächstenliebe machen die Konzerne dies nicht.
      Aber das sollte eigentlich halbwegs jeder wissen/verstanden haben.
      Kundenbindung ist immens wichtig und gerade bei Discountern etc. ist es durch die regelmäßige Notwendigkeit von Lebensmitteln perfekt und einfach mit diesen App-includierten Lockangeboten.
      Schlimm finde ich die Ausgrenzung von diesen Angeboten vieler der älteren Generationen.

  • Ich habe im letzten Jahr durch den gezielten Einsatz von Coupons und Aktionen verschiedener Anbieter (hauptsächlich Payback) über 500,-€ gespart und das als Einzelperson.
    Ich habe nur Artikel gekauft, die ich eh benötige und auch sonst gekauft hätte.
    Und dass auch nur in Läden, wo ich auch ohne diese Aktionen regelmäßig einkaufe.
    Ich kaufe dann allerdings häufiger die Artikel auf Vorrat.
    Das ist mir die Nutzung meiner Daten wert.

  • Finde diese Apps nicht schlimm. Soll Lidl halt wissen was ich kaufe. Wissen sie auch ohne App. Die Angebote von Lidl sind sehr gut und man kann, wenn man entsprechend den Angeboten kocht sehr viel Geld bei Lebensmitteln sparen. Diese Daten die Lidl da sammelt sind in meinen Augen nicht wertvoll. Also für Lidl vielleicht aber mir nicht.

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