Selbstverpflichtung der Eltern
Smartphonefreie Klassen: In Niedersachsen auch nach Unterrichtsschluss
In Niedersachsen erproben mehrere Schulen zum neuen Schuljahr ein Modell, das deutlich weiter reicht als ein Handyverbot auf dem Schulgelände. Rund 550 Kinder der fünften Klassen sollen auch nach Unterrichtsschluss ohne eigenes internetfähiges Smartphone auskommen. Die teilnehmenden Familien haben sich dazu freiwillig bereiterklärt.
Am Ratsgymnasium Osnabrück machen 58 Kinder mit. Dort sind zwei der fünf fünften Klassen entsprechend zusammengesetzt. Auch andere Schulen berichten von großer Nachfrage. Am Gymnasium Lilienthal kommen sogar fünf Klassen ohne eigenes Smartphone aus. Insgesamt hat der NDR Niedersachsen elf weiterführende Schulen erfasst, die ein solches Angebot eingerichtet haben.
Gemeinsamer Verzicht statt Einzelentscheidung
Der entscheidende Unterschied zu klassischen Schulregeln liegt im Umfang. Während etwa Baden-Württemberg die private Handynutzung während des Schultags einschränken will, bezieht das niedersächsische Modell ausdrücklich auch die Zeit zu Hause ein. Geräte ohne Internetzugang bleiben möglich.
Damit soll vor allem verhindert werden, dass einzelne Kinder gegenüber ihrem Freundeskreis ins Hintertreffen geraten. Wenn ganze Klassen ohne Smartphone starten, verliert die Anschaffung als Statusfrage an Gewicht. In Lilienthal zeigte sich nach Angaben der Schule, dass die gemeinsame Klassenzugehörigkeit für viele Familien wichtiger war als ein eigenes Smartphone.
Das Konzept lässt sich allerdings nicht überall problemlos umsetzen. Schulen müssen bei der Zusammensetzung neuer Klassen auch bestehende Freundschaften, Wohnorte und besondere Profile berücksichtigen.
Andere Schulen begrenzen nur soziale Netzwerke
Zwei Schulen verfolgen deshalb einen enger gefassten Ansatz. In Uelzen und Freiburg an der Elbe dürfen Fünftklässler weiterhin Smartphones besitzen, sollen aber auf soziale Netzwerke verzichten. Welche Dienste darunter fallen, legen Eltern und Schule gemeinsam fest.
Diese Variante passt zu der zuletzt auch bundesweit stärker geführten Diskussion über Medienkompetenz und abgestufte Schutzmaßnahmen.
Am Ratsgymnasium Osnabrück wird das Experiment wissenschaftlich begleitet. Ein Team der Universität Osnabrück vergleicht die beiden smartphonefreien Klassen mit drei regulären Parallelklassen. Beobachtet werden unter anderem Lernverhalten, Selbststeuerung, Wohlbefinden, soziales Miteinander und der Umgang mit digitalen Angeboten.

„Wir können uns auch nicht erklären, weshalb wir bei der Digitalisierung so zurück hängen“
So erziehe ich Heranwachsende ohne Medienkompetenz. Und irgendwann lass ich sie auf die Menschheit los und dann irrlichtern sie durch die Gegend. Anstatt den Kindern von Anfang an einen sinnstiftenden Umgang beizubringen. Aber dafür müssen ja Eltern und Lehrer das Neuland beherrschen.
Sehr positive Entwicklungen!
Ich find das total bescheuert.
Anstatt verbote sollte die Schule einen verantwortungsvollen Umgang lehren.
Aber das passt halt super zu Deutschlands generellen Umgang mit Technologie.
Darüber hinaus fährt meine Tochter jeden Tag eine 3/4h bis zur Schule. Natürlich nimmt sie da ein Handy mit falls sie den Bus verpasst.
Nahverkehr ist nämlich ähnlich schlecht und es fährt genau 1 Bus.