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Ausgelieferte Geräte werden Elektroschrott

SmartHalo: Smartes Fahrrad-Navi fährt gegen die Wand

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81 Kommentare 81

Auch wenn Crowd-Funding-Plattformen wie Kickstarter immer häufiger für das Abwickeln ganz regulärer Produkt-Markteinführungen genutzt werden, gilt weiterhin die einfache Faustformel: Bei Kickstarter, Indiegogo und Makuake werden in erster Linie Projekt-Ideen unterstützt und keine Bestellungen abgesetzt.

Sarthalo Navi 1400

Dass dies auch auf größere Kampagnen zutrifft, stellt aktuell das smarte Fahrrad-Navi SmartHalo 2 unter Beweis. Die Produktidee eines intelligenten Navi-Displays für den Fahrradlenker sammelte zwischen Mai und Juli 2019 ein Startkapital von rund 1,2 Millionen Euro ein. Insgesamt entschieden sich 10.335 Unterstützer die kanadischen Entwickler des Fahrrad-Accessoires mit durchschnittlich 115 Euro auszustatten.

Dem Anschein nach ein risikoarmes Unterfangen – immerhin hatten die Macher schon 2015 eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne absolviert und die erste Version ihres Fahrrad-Kompagnons wie zugesagt ausgeliefert.

Smarthalo Am Lenker

Ausgelieferte Geräte werden Elektroschrott

Diesmal sollte sich das SmartHalo-Team allerdings verkalkuliert haben. Geplant war, dass die Lieferungen der ersten Modelle fünf Monate nach der Kickstarter-Kampagne, also im Dezember 2019, ihren Postweg antreten würden. Passiert ist bis heute jedoch nichts.

Nach langer Schweigephase haben sich die Macher jetzt mit einem Update zu Wort gemeldet und gestehen ein, was viele Unterstützer bereits befürchtet hatten. Der SmartHalo 2 wird das Licht der Welt nicht mehr erblicken. Die Gelder sind verbraucht, Entschädigungen nicht geplant. Auch zusätzliche Nachfragen der Geldgeber soll zudem nicht mehr reagiert werden. Bereits ausgelieferte Einheiten des SmartHale 1 und 2 (auch davon soll es immerhin ~9000 Stück geben) werden zudem um weite Teile ihrer Funktionalität beschnitten, da die Macher die Cloud-Dienste einstellen werden, die den Betrieb gewährleisten.

Schuld sollen die Pandemie, Fertigungsprobleme und letztlich die aufgebrauchten Finanzmittel gewesen sein.

[…] Als letzten Ausweg mussten wir in diesem Sommer das gesamte Team entlassen, um das Unternehmen über Wasser zu halten, bis wir Geld auftreiben konnten. Das war eine der schwierigsten Entscheidungen, weshalb die meisten Nachrichten unbeantwortet blieben. Letztendlich haben wir keine Möglichkeit gefunden, Geld aufzutreiben und das Unternehmen am Laufen zu halten.

Da wir nicht in der Lage sind, die Server- und Wartungskosten zu bezahlen, haben die SmartHalo 1 und 2 Geräte aufgehört, richtig zu funktionieren. Diejenigen, die die Geräte besitzen, sollten wissen, dass sie das Frontlicht und den Alarm immer im Offline-Modus, ohne die App, benutzen können.

Wir werden in Zukunft keine weiteren Nachrichten mehr beantworten. Wenn Sie Ihr Gerät nicht erhalten haben, können wir es nicht verschicken, da wir nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um den Transport zu finanzieren. […]

Mit Dank an Stefan und Stephan!

16. Nov 2021 um 07:38 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Kleine Korrektur am Rande:
    Es wurden einige tausend Stück der ersten Tranche geliefert… Qualität und Funktion waren auch in Ordnung. Aber leider sind diese jetzt ohne Serveranbindung nutzlos.

    • Deswegen nie Hardware kaufen, bei der die von dir gewünschte Funktionalität nur mit dem Hersteller Clouddienst möglich ist.

      • Das ist inzwischen wirklich schwierig nur Hardware zu kaufen die auch ohne Server funktioniert. Selbst ein iPhone ist ohne Apples Server nur ein Briefbeschwerer.

      • ist das so? ich hätte erwartet, dass es zwar keine Updates mehr gibt und Appledienste nicht mehr gehen. Aber Browser und viele Apps sollten doch noch funktionieren?!

      • Solange du es nicht neu aktivieren musst

      • Der Browser lässt sich auch offline nutzen z.b für die Kommunikation im Netzwerk. Auch Apple Karten zum Teil da sie auch teilweise offline gespeichert werden, zumindest das letzte Material was man sich angesehen hat. Mit iOS15 ist auch Siri offline nutzbar. Also bei weitem nicht so schlimm.

      • HomeKit ist auch offline nutzbar. Man kann halt nicht von unterwegs etwas steuern. Und natürlich alle Apps wie Health, Bücher, Erinnerung und so ein Zirkus. Apple ist der Anbieter der so viel wie möglich lokal auf die Geräte laufen lässt.

  • Ich habe mein Smart Halo2 vor ca. 3 Monaten bekommen. Bin also scheinbar einer der 9000. Die Funktionsweise ist aber so schlecht, dass es nicht zu gebrauchen ist.
    Es kann dann wohl jetzt vom Keller in den Elektroschrott wandern. :-(

  • Wann kommen endlich gesetze die fordern in so einem fall das alles Open source zu machen

    • Genau. Aber es wäre von den Firmen, die eh einfach zusperren und die Rechte nicht gedenken zu verkaufen eigentlich auch so zu erwarten, dass sie den Code freigeben.

    • Was soll das bringen?
      Ein Gesetz in Deutschland oder auch der EU wirkt nicht in den USA oder anderswo auf der Welt.
      Zudem: Wenn die Firma pleite ist, wer soll denn den Code noch freigeben? Das ist nicht mit zwei Klicks getan.
      Und wenn eine Firma pleite ist ist sie Pleite.

      • zip -Ra sourcecode.zip /src/*
        dann sourcecode.zip auf Google Drive hochladen.

        fertig. Wenn es interessant ist, wird sich schon jemand kümmern, das sauber zu github zu bringen.

  • Aus diesem Grund kaufe ich 1. ein Produkt erst, wenn es auch im normalen Händler erhältlich ist und 2. auch ein wenig etabliert hat. Hier war beides nicht der Fall…

    • Ich glaube Du hast das Thema Kickstarter/Crowdfunding nicht verstanden. Da kauft man auch nichts… Mam unterstützt sie und bekommt im Idealfall das Teil günstiger.

      • Richtig. Ändert aber nichts an seiner Aussage.
        Verlassen kann man sich aber auch nicht auf etablierte Produkte (die können genauso abgeschaltet werden). Momentan sind alle smarten, Cloud angebundenen Geräte scheinbar eine Wette in die Zukunft.

      • Zu früh abgesendet. Sollte heißen: Richtig. Allerdings wirkt das oft eher wie ein Kaufhaus mit Frühbesteller Funktion.

      • Naja. Mittlerweile ist das typische Crowdfunding ja doch mehr zu einer billigen Finanzbeschaffung geworden nach dem Motto „wenn´s klappt ist gut, sonst suchen wird und Geldgeber gegen Anteile“. Innovative, neue Ideen zu unterstützen – ok. Aber die zigste Variante eines Navis für Fahrräder … nee. Keine Innovation, kein „Aha“-Effekt – kein Erfolg.

    • Hätte ich damals bei Bose mit ihrem Soundtouch auch gedacht. Als sie dann vor ein Paar Jahren die Besitzen zwangen, Software Lizenzen zu wechseln, standen auch viele vor der Entscheidung, die Kröte zu schlucken oder das Geld wegzuschmeißen…
      Passiert also auch bei etablierten Firmen :-(

  • Ich weiß schon, warum ich mich, so weit möglich, von Cloud Diensten fern halte.
    Du bist viel zu abhängig vom Anbieter.

  • Dann hoffe ich mal das es Beeline 2 nicht ähnlich geht. Klopf auf Holz. Ich warte geduldig. ….

    • Du armer, hoffentlich ist die 2er viel viel besser als die erste Version, Kauf dir n Garmin oder Wahoo, das funktioniert wenigstens zuverlässig!

      • Garmin und zuverlässig?

        also ich hatte drei Navis (Edge und GPSMAP) und alle wurden mit Kinderkrankheiten ausgeliefert.
        und intuitiv sind die auch nicht wirklich.
        Ich mag die aber meine Fresse die Software ist schon grottig.

        Einfachste Sachen schaffen die nicht.

      • Wahoo ist Klasse!

      • Deswegen auch Garmin oder Wahoo, mein Bolt ist so ziemlich das beste Upgrade was ich mir fürs Rad jemals gekauft hab!

  • Man kauft keine Cloud abhängigen Produkte! Wann lernt es bloß auch der letzte? Es ist immer das gleiche!

    • Ich denke viele Leute haben nicht einmal gewusst das die App so Cloud abhängig ist. So ging es jeden Fall mal mir und ich hatte den 2er in Benutzung. Ich frage mich gerade sogar für was man da überhaupt einen externen Server benötigt da ja nur die App mit dem Gerät kommunizieren muss. Das Gerät hat wie ich finde keine Funktion welche eine Cloud Anbindung benötigen würde.

      • @AxelK84
        Deine Daten natürlich! Apple macht das auch nicht anders, Funktionen werden explizit so konstruiert das sie die Cloud nutzen müssen. Selbst wenn man dafür etwas erfinden muss oder verrückte Umwege gehen muss. Nur durch die Cloud kann man ein effektives Gefängnis aufbauen in dem der User die Kontrolle abgeben muss. Damit wird Abhängigkeit geschaffen.
        Eigentlich ein gut bekanntes Konzept.

    • Oder man akzeptiert das die Produkte irgendwann nicht weiter verwendet werden können.

    • Ja diese ganzen neuen Spieler auf dem Markt, dazu etablierte wie Nokia oder Conrad die von heute auf morgen ihre Cloud einstellen und dann ist der Mist nur noch als Briefbeschwerer zu nutzen.

  • Naja die innerbetrieblichen Partys mit verschiedenen Drogen und Alkohol für alle Mitarbeiter waren halt teuer – leider mussten sie dann den Betrieb wegen Geldmangels einstellen

  • Alle Geräte die mit einer Cloud funktionieren, haben quasi den Selbstzerstörungsschalter integriert! Leider checken das zu wenige und kaufen alles mögliche mit „Cloud“. Cloud abgeschaltet, Geräte für die Tonne!

    Ich kaufe zumindest nichts, was auf Cloud angewiesen ist oder eben Cloud benötigt um wesentlich zu funktionieren.

    Selbst wenn die Cloud nicht abgeschaltet wird, wird der Hersteller früher oder später mal an der Cloud Änderungen durchführen, um neuere und aktuellere Geräte attraktiv zu machen.

    Oder wenn genügend Geräte verkauft wurden, wird die Cloud auf Abo umgestellt…

    Schöne neue Welt! Aber wer sein Hirn nicht einsetzt, ist selber schuld! Das kann jeder wissen und wer es dann trotzdem kauft, soll nicht traurig oder enttäuscht sein.

    Hierbei handelt es sich eben um ein Risikokauf. Da weiss man eben vorher nicht, was man bekommt oder überhaupt. Dafür war das Produkt eben günstiger und jeder Interessent konnte vorher die Risiken abwägen.

  • Sie haben der Crowd-Gemeinde mit ihrem Schweigen einen Bärendienst erwiesen. Alle Beteiligten gehören auf eine Blacklist damit sie nie wieder mit so etwas durchkommen. Fehler sind ganz natürlich aber die Investoren nicht aktuell auf dem Laufenden zu halten geht gar nicht.

  • Also von der Produktpräsentation, Design und Features macht es schon ein tollen Eindruck. Mal was anderes!

    Schade, dass das Konzept nicht vom Bike-Boom letztes und dieses Jahr profitieren konnte.

    Klar, eBikes haben diese Funktionen oftmals bereits in deren Bordcomputer integriert. Aber das allein kann für das Aus wohl nicht verantwortlich sein.

    Wer weiß, was da wirklich ablief.

  • Merke: niemals Hardware kaufen die ausschliesslich mit der Cloud oder den Servern des Herstellers funktioniert.

  • Habe auch 2 mal bei Kickstarter mitgemacht. Einmal war alles top, das zweite mal eher ein Flop. Eine Untermarke von Anker brachte einen Inearkopfhörer auf die Plattform, diese Marke nannte sich Zolo und der Kopfhörer war deren erstes Produkt. Den Kopfhörer habe ich bekommen, der war aber alles andere als gut. Irgendwann wollte ich das Ding reklamieren, Anker verweigerte jegliche Garantie oder Support. Amazon war voll mit negativen Rezensionen, die verkauften den dann auch über Amazon. Die Marke Zolo gibt es nicht mehr und mein Kopfhörer ist unbrauchbarer Elektroschrott. Der lief nie einwandfrei und verlor ständig die Verbindung. Irgendwann kam kein Klang mehr aus dem rechten Hörer, das nach nur kurzer Benutzungszeit. Ich kaufe seitdem nichts mehr von Anker und allen drumherum und mache auch nicht mehr bei solchen Projekten mit. Eigentlich schade, weil es gibt teilweise echt gute Ideen aber ohne Unterstützer-Schutz ist sowas immer ein Risiko.

  • Schade, war eine schöne Idee. Hatten aber zuviele Probleme und auch zu viele Design-Änderungen, die es immer weiter verzögert hatten. Letztes Jahr mussten sie dann eingestehen, dass sie keine Zulassung als Fahrradlicht für den deutschen Markt bekommen, denke, das war der Todesstoß. Immerhin waren Sie so fair, zu diesem Zeitpunkt deutschen Unterstützern eine Rückzahlung anzubieten, die ich auch in Anspruch genommen hatte. Insofern habe ich hier Glück gehabt. Aber grundsätzlich ist bei Crowd-Funding Projekten der Verlust immer einkalkuliert. Ohne Risikokapital wären viele Projekte nie möglich.

  • Tja so ist das wenn man alles abhängig von überwachten Clouddiensten macht. Aber es ist doch toll das man das Licht auch offline einschalten „darf“. Da kann man doch dankbar sein, ich glaube Apple hätte auch das Licht ein/ausschalten durch die Cloud gesteuert.

  • Das ist der Grund, warum ich nie wieder eine Kickstarter-Projekt unterstützen werde. Ich bin einmal damit auf die Nase gefallen. Und solche Pleiten hört man leider bei Kickstarter immer wieder. Tut mir leid für die Start-ups, die drauf angewiesen sind; aber mir ist das zu riskant und das Geld zu schade.

  • Wie immer gilt:
    Keine Lösungen anschaffen, die auf eine Hersteller-Cloud angewiesen sind. Geht der Hersteller kaputt, ist die Hardware in der Regel unbrauchbar. Aber offensichtlich haben das viele immer noch nicht gelernt.

  • Also ich habe mein SH2 für einige tausend km genutzt und war voll zufrieden.. habe auch schon die erste Version auf kickstarter unterstützt.

    Schade, sehr sogar dass es in der kommenden Saison also nicht mehr an meinem bike sein wird ;(

  • Hat jemand versucht, seinen SH2 zu hacken. Garantieverlust muss man nicht mehr befürchten…

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