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Gegen Dopamin auf Knopfdruck

„one sec“: Mehr Achtsamkeit statt blinder App-Starterei

21 Kommentare 21

Wer seine iPhone-Nutzung trotz aktivierter Bildschirmzeit-Option nicht wirklich im Griff hat und sich immer wieder dabei ertappt gerade erst geschlossene Anwendungen erneut zu starten, um diese auf neue Inhalte, Likes und Kommentare zu prüfen, wirft vielleicht mal einen Blick auf one sec.

Deep Breath Overview

Der Download will für einen bewussteren Umgang mit den oft gedankenlos angetippten Zeitfressern sorgen und setzt dafür auf einen trickreichen Umweg über Apples Kurzbefehle-App.

Manuelle Konfiguration nötig

Werden ausgewählte Anwendungen gestartet, schließen sich diese automatisch wieder, leiten an die „one sec“-Applikation weiter und halten euch zu einer kurzen Atemübung an. Anschließend wird eingeblendet, wie oft ihr die gewählte Applikation in den letzten 24 Stunden bereits gestartet habt und die einfache Frage gestellt: Soll die App wirklich ein weiteres Mal gestartet werden, oder wollt ihr euch und eurem Kopf eine kleine Pause gönnen.

Was wir als ganz nettes Konzept durchgehen lassen, muss leider etwas frickelig zusammengebastelt werden. Für jede Anwendung, die erst nach der kurzen Atemübung starten bzw. euch vor die Wahl stellen soll, den Startvorgang doch noch abzubrechen, müssen gesonderte Automationen erstellt werden.

Befinden sich die Apps, deren Nutzung ihr gerne überwachen wollen würdet zudem nicht in der Liste der vorgeschlagenen Applikationen, müsst ihr das URL-Scheme der Anwendung in Erfahrung bringen – nicht alle Apps verfügen jedoch über eigene URL-Schemes.

Gegen Dopamin auf Knopfdruck

„one sec“ ist an sich eine gute Idee, die richtig ordentlich allerdings nur durch Apple selbst implementiert werden könnte. Die für 3,50 Euro erhältliche Anwendung von Frederik Riedel ist die zweitbeste Variante. Passt aber auf: Nach Angaben des Entwicklers wird die Nutzung von „one sec“ langfristig sehr nervig:

Kurzfristig werden unterbewusste App-Öffnungen verhindert (ausgelöst z.B. durch Langeweile an der Bushaltestelle). Man merkt oft gar nicht, dass man eine bestimmte App öffnet, obwohl man das gerade vielleicht gar nicht will. one sec verhindert das direkt durch die Atemübung.

Langfristig ist one sec sehr nervig. Aber genau das ist die Wirkungsweise: Durch zusätzliche “Friction” wird der “Dopamin auf Knopfdruck-Effekt” für das Gehirn ausgehebelt. Anscheinend ist es dann doch nicht Wert 10 Sekunden zu Warten, bis man Instagram öffnen kann, sodass mit der Zeit Verlangen Social Media Apps (o.ä.) zu öffnen verblasst.

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‎one sec — 1× tief durchatmen
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Entwickler: Frederik Riedel
Preis: 2,29 €+
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27. Jan 2021 um 14:09 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Tolle App!
    Nutze ich seit ein paar Woche und hilft wirklich zweimal darüber nachzudenken, ob man schon wieder sinnlos durch irgendwelche Timelines scrollen will.

    • Ja wer nicht mündig genug ist…

      • Haha…. mein Gedanke… eine sowas von überflüssige App

      • Schon mal dran gedacht dass das eine Krankheit ist? Aber toll wenn ihr das lustig findet. Vielleicht habt ihr es bei euch aber auch nur noch nicht gemerkt – wenig Kommentare schreibt ihr ja zum Beispiel auch nicht gerade.

      • Das +1 bezog sich auf iGons Kommentar

      • Gruselig wie hier schon 2x zensiert wurde nur weil ifun.de der Kommentar nicht gefällt. Meinungsfreiheit ist völlig eingeschränkt wenn man nur noch „Schön“sprech akzeptiert

      • Wie albern. Das hier kein öffentlicher Platz, sondern ein privat betriebene Plattform. Zwei Aspekte, die nichts mit Zensur oder Meinungsfreiheit zu tun haben: Du hast kein Recht darauf, dass deine Meinung überall publiziert wird und du hast kein Recht darauf, dass du unwidersprochen bleibst. Ganz einfach: Du öffnest eine eigene Plattform und deaktivierst Kommentarfunktionen. Dann kannst du schreiben, was du willst. Da greift keiner ein, solange du dich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt. Wenn trotzdem eine staatliche (!) Stelle deine Seite schwärzt oder vom Netz nimmt, dann hast du echte Zensur. Denn noch etwas: Zensur kann nur von staatlicher Seite erfolgen. Das freiwillige Schweigen (oder Schneiden bei Filmen oder Spielen) ist beispielsweise keine Zensur. Genau wie das Nutzen von Filterfunktionen, sofern sie privat genutzt werden.

  • Für ne einfache Timer automation knapp 4€ zu verlangen damit man alles selbst macht ist natürlich auch ne Option den nutzerkreis klein zu halten :D

    • Ja, vor allem kann ich mir dann auch die App sparen und gleich alles direkt in eine Automation einbauen – kostet halt Zeit und Muße. Mir ist die App auf jeden Fall das Geld ganz gewiss nicht wert. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

      • Poste doch mal Deinen Shortcuts Link, ich bin gespannt wie du das ohne one sec app hinbekommst ;)
        (die App hat übrigens volle 5 Sterne im App Store)

      • Das ist ja leider so ärgerlich mit Automationen – die lassen sich nicht teilen. Ich habe ehrlich gesagt auch weder Zeit noch Lust, das umzusetzen. Aber machbar wäre es mit zum Beispiel diversen Textdateien (z.B. JSON) in iCloud-Drive, um die Nutzungsdaten zu sichern und dann halt HTML, CSS und JavaScript für die schönen Bildschirme mit Atemübung, Statistiken und Co. Ein immenser Aufwand, aber machbar. Hey, ich wollte damit deine App auch nicht schlecht reden. Ich habe keinen Anwendungsbedarf, deswegen bin ich halt nicht die Zielgruppe. Wenn man Automationen wenigstens ordentlich teilen könnte respektive daraus einen Shortcut bauen könnte, würde ich eventuell darüber nachdenken. ;)

  • sehr cool, genau sowas habe ich gebraucht. Gerade eingerichtet und hat mich schon 2x abgehalten Facebook auf dem Klo zu öffnen :D – funktioniert also und kann ich empfehlen

  • Damit werden die Toilettenbesuche stark reduziert.

  • Super genial. Danke fürs vorstellen.

  • Tolle Idee! Noch bessere: sich von FB, IG, WhatsApp und Co verabschieden. Ein angenehmeres Leben ist dann garantiert.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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