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Tracker-Integration nicht dokumentiert

Nach „heimlichem“ Facebook-Tracking: Zoom bessert nach [Update]

49 Kommentare 49

Update: Zoom hat inzwischen auf das Medienecho zum Facebook-SDK reagiert und die neugierige Erweiterung des sozialen Netzwerkes aus der eigenen App entfernt.

Original-Eintrag: Die Videokonferenz-Software Zoom hat in Bezug auf Datenschutz ohnehin schon nicht den besten Ruf. Wir erinnern an einen Vorfall aus dem vergangenen Jahr, wo Apple zu der selten genutzten Möglichkeit greifen musste, ohne Zutun des Nutzers Sicherheitsupdates zu aktualisieren, weil ein Programmfehler in Zoom den unbemerkten Zugriff auf die Webcam von Mac-Nutzern gestattete.

Ausgerechnet jetzt, wo das weit verbreitete Arbeiten von zuhause aus für einen Boom bei Konferenzlösungen sorgt, sieht sich Zoom erneut in den negativen Schlagzeilen. Die iOS-Version von Zoom schickt dem Vernehmen nach Nutzungsdaten an Facebook.

Zoom Ios App

Um Missverständnisse zu vermeiden ist es in diesem Zusammenhang allerdings wichtig klarzustellen, dass Zoom keine Video- oder sonstigen Chat-Inhalte übermittelt. Die App überträgt „lediglich“ allgemeine Nutzungsdaten an die Analyse-Server von Facebook. Doch das ist ärgerlich genug, zumal sich offenbar keinerlei Hinweis darauf in der App oder den Nutzungsbedingungen von Zoom findet. Dort steht lediglich geschrieben, dass die Anwendung möglicherweise Profilinformationen von Facebook verwendet, ein Punkt der in erster Linie Nutzer betreffen sollte, die sich über Facebook bei Zoom anmelden.

Die vom US-Magazin Motherboard dokumentierte Datenerfassung unterscheidet allerdings nicht zwischen Nutzern mit und ohne Facebook-Konto, sondern gibt allgemein diverse Informationen an Facebook weiter. Etwa wenn ein Benutzer die App öffnet, Angaben zum verwendeten Gerät, zum Standort, dem genutzten Telefonanbieter sowie eine eindeutige, vom Gerät des Benutzers erzeugte Kennung, mit deren Hilfe sich gezielte Werbung an den Nutzer ausliefern lässt.

Derartige Praktiken sind zwar weit verbreitet. Von einem Anbieter für Kommunikationslösungen darf man diesbezüglich allerdings etwas mehr Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein erwarten. Die Tatsache, dass Zoom diese Maßnahmen nicht offen dokumentiert, dürfte von vielen Kunden als Vertrauensbruch verstanden werden.

Freitag, 27. Mrz 2020, 12:10 Uhr — chris
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  • Ein Hoch auf pihole!
    Mir ist das schon länger aufgefallen, ist auch nicht die einzige App, die das macht

    • Was mein PiHole Täglivh an Tracker und Werbung blockiert ist nicht mehr feierlich…traurig diese Welt

      • Oh, ja. Welche Blacklists nutzt ihr so?

      • Alle xD

      • Google Bach Pi-hole blacklist und füge einfach alles dazu. Bei mir werden 6,5 Mio Domains blockiert. Facebook mit allem, was dazugehört. Weder der LG Koch der Sony-TV telefonieren Bach Hause.
        Und dann mußt Du gezielte Löcher in den Schutz bohren, um das Netzwerk gebrauchsfähig zu bekommen.

        Schöne Vorschläge gibt es hier:
        https://firebog.net

    • Soviel ich weiß braucht man für PiHole einen Rasperi Pi. Den zu installieren und einzurichten habe ich leider keine Ahnung. Wo könnte man denn als Laie eine brauchbare technische Anleitung finden um so etwas zu installieren und konfigurieren? Am besten auch mit Stückliste was man an Hard- und Software braucht.

  • Trotzdem ist Zoom das bis jetzt zuverlässigste Tool mit bester Audio- und Videoübertragung im Home-Office.
    Werden es natürlich weiter nutzen, es hat lange genug gedauert eine gute Lösung für alle zu arrangieren.

    • Öhm nein. Kennst du mich Skype? Ist zwar von MS aber für mich nach wie vor die besten Lösung die in allen Netzen, durch sämtliche Firewalls eine vernünftige Verbindung aufbaut

      • lily86 Du kennst offensichtlich nicht Zoom oder hast lediglich Skype-Konferenzen zwei oder mit einer Handvoll Teilnehmern – die Handhabung auch großer Teilnehmerzahlen und die Bereitstellung von Zugängen ist bei Zoom um Welten besser

      • Skype und Teams ist bei vielen Teilnehmern eine reine Katastrophe.

        Zoom ist von der Qualität bei Audio & Video und vom Handling her um Längen besser als Skype.

    • Wir nutzen bei uns jetzt Coligo Meetings. Die Pro-Version kann man aktuell ebenfalls kostenlos nutzen und da wird wenigstens nichts an Facebook geschickt! Ich bevorzuge Meeting-Lösungen aus Europa, aber probiert es einfach selbst…

      https://meetings.coligo.com/signup

    • Skype, WebEx und Google Hangouts funktionieren genauso zuverlässig.

      Bei letzterem braucht man noch nicht mal eine App – der Browser reicht (ohne Plugin).

    • Ich kann Goto Meetings empfehlen, denn das ist genauso gut wie Zoom. Wir haben beide hunderte male in der Firma mit internationalen Teilnehmern genutzt

  • Solche Praktiken werden immer öfter gemacht.
    Hab jetzt noch ein Zoom Abo, aber werde es nach diesen Informationen kündigen. Wenn es nicht mal Transparent gemacht wird, möchte ich nicht wissen was die noch so für Daten sammeln.

    Hab mir auch schon ein Ersatz im Auge : whereby.com

    Wenn jemand ein sicheren Videodienst kennt – Immer her damit!

  • Selbst wenn sie das offen dokumentieren würden, dass sie das Facebook-SDK verwenden, wäre das allein immer noch ein guter Grund, einen großen Bogen um die App zu machen.

    Genau wie bei dem ganzen Readdle-Crap.

    • OT
      > Readdle Crap
      Kennt jemand eine gute, Datenschutzfreundliche Alternative zu Scanner Pro die nicht Tracked und Daten an Firmen des Überwachungskapitalismus weitergibt?

      Meine Funktionsanforderungen an solche eine App sind: Mehrseitige PDF-Format mit OCR Ergänzung und idealerweise der Möglichkeit Scans über die Dateien-Schnittstelle in anderen Apps ablegen zu können.

      • Office da ist Lens mit drin gibt auch auch ne eigene app ohne das ganze Office Paket. Habe noch Scanbot drauf aber die wurden verkauft und haben jetzt ein Abo.

  • Was spricht gegen Jitsi-Meet selbstgehostet?

  • Löschen und gut! Ist ja nicht so, als gäbe es keine Alternativen.

  • Slack funktioniert auch wunderbar.

    • Vielen Dank. Habs durchgelesen und auch die verlinkten Seiten.
      Kann ich jedem empfehlen, der so einfach schreit „Das lösche ich jetzt sofort!“
      Und Tipp 2: Gut und langsam lesen, um auch den Inhalt verstandesmässig aufzunehmen.
      3.: darüber schlafen und allenfalls nochmals lesen, um erst dann zu handeln.

    • Wenn ich bei jedem Einsatz einer App nicht klar erkennen kann was Sache ist, dann lass ich es lieber. Die Hersteller sollten sich Gedanken dazu machen und klar kommunizieren was im Hintergrund passiert. Es ist traurig dass man sich als User mit pi-hole, Firewall zig Einstellungen im Browser ’schützen‘ muss.

  • Zoom ignoriert auch GDPR und weiter. Wählt man sich dort anonym per Telefon ein, CLIR etc. so ignoriert Zoom das, speichert alles ab und zeigt die anonyme Nummer auch allen Teilnehmern in Call.

    Sauhaufen!

  • Gut dass ihr immer wieder solche Hinweise gebt! Sogleich gelöscht – schade eigentlich…

  • Hallo @ all
    Da ich im HomeOffice täglich Videokonferenzen mit teilweise mehr als 20 Teilnehmern habe wo auch Dokumente geteilt werden müssen kann ich euch StarLeaf empfehlen. Funktioniert top

  • Im oben geposteten Link von datenschutz-guru steht hauptsächlich eine juristische Bewertung. Nur weil Kuketz darin falsch liegt, macht es das zugrunde liegende Problem nicht besser. Was der Autor und seine Linkposter hier machen, ist lupenreine Verniedlichung.

    Grundsätzlich ist jede App, die Facebook SDK verwendet UND nicht nur Facebook Mitglieder erfasst, auf schärfste zu verurteilen. ICH will das nicht.

  • Zoom hat es heute aus der App entfernt!

  • Diese Diskussion zeigt, dass es fast keine wirklich gute Lösung mit entsprechendem Datenschutz gibt. Mich ärgert, dass man mir als Anwender keine Wahl lässt. Wenn die Anbieter schön ihre Praktiken dokumentieren, kann ich entscheiden, welche Kröte ich bereit bin zu schlucken. Es aber ohne Info einfach zu machen, dass finde ich schlimm. Noch schlimmer, dass man sich dagegen nicht wehren kann.
    Little Snitch und AdGuard sowie ProtonVPN sind meine line of Defense. Mannomann, was ich da so sehe.
    Und wer nicht genug hat, sollte bei der Ebay App mal nachschauen, an welche Firmen Ebay seine Daten verschickt. Nach einer Stunde deaktivieren, deaktivieren, deaktivieren, habe ich aufgegeben und Ebay gelöscht.
    Internet macht bald keinen Spass mehr

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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