Manuelle RAW-Kamera ohne Nachbearbeitung
LibreCam fürs iPhone: Fotos ohne Apples Bildverbesserungen
Der Entwickler Timo Josten hat sein App-Angebot kürzlich um eine neue Kamera-Anwendung für das iPhone erweitert. LibreCam richtet sich an Nutzer, die Apples automatische Bildaufbereitung möglichst weit umgehen wollen. Smart HDR, Deep Fusion, Rauschreduzierung, Schärfung und Tone Mapping werden dabei abgeschaltet, soweit dies technisch möglich ist.
Die App nimmt Bayer-DNGs, einzelne HEIF-Aufnahmen oder beide Formate gleichzeitig auf.
Beim DNG speichert LibreCam nach Angaben des Entwicklers den Bayer-Sensorreadout ohne Fusion, Rauschreduzierung, Tone Mapping oder Verzeichnungskorrektur. Das parallel mögliche HEIF basiert auf einem einzelnen Bild und wird vom Hardware-ISP entwickelt. Wer später selbst bearbeiten möchte, erhält damit die RAW-Datei, kann aber zugleich eine direkt nutzbare HEIF-Version sichern.
Manuelle Kontrolle statt digitalem Zoom
Für die Aufnahme stehen Fokus, Belichtungszeit, ISO, Belichtungskorrektur und Weißabgleich bereit. Die Werte arbeiten zunächst automatisch und lassen sich einzeln festsetzen. Hinzu kommen Fokus-Peaking, Zeit- und ISO-Priorität sowie die Auslösung über die Lautstärketasten. LibreCam greift auf die physischen Kameras des iPhones zu und verzichtet auf digitalen Zoom. Die Frontkamera wird ebenfalls unterstützt.
Für HEIF-Aufnahmen liefert die App neun feste Farblooks mit. Sie verändern nur das „entwickelte“ HEIF, die DNG-Datei bleibt unangetastet. Mit LibreCam Pro lassen sich eigene Looks erstellen sowie .cube-Dateien importieren und exportieren.
Viele Funktionen kostenlos, Pro ohne Abo
Der größte Teil der App ist kostenlos nutzbar. Kostenpflichtig sind laut Josten nur der Editor für eigene Looks und die Apple-Watch-Fernbedienung. Sie bringt Auslöser, Statuswerte und eine Hilfe für den Bildausschnitt ans Handgelenk. LibreCam Pro wird einmalig für faire 7 Euro freigeschaltet, ein Abonnement gibt es nicht.
LibreCam benötigt keinen Account, zeigt keine Werbung und verzichtet auf Analyse- und Tracking-Funktionen. Der Zugriff auf die Fotomediathek ist auf das Hinzufügen beschränkt. Standortdaten lassen sich optional direkt auf dem Gerät in die Aufnahme schreiben.
Josten hatte zuletzt mit Annotate den Dropshare-Bildeditor auf iPhone und iPad gebracht. Mit Dropshare selbst setzt der Entwickler bereits seit Jahren auf Dateifreigaben über eigene Server und S3-Speicher.


Liest sich sehr interessant.
Das kann doch Moment auch oder nicht
Klingt nach einem fairen Modell.
Interessant, aber eigentlich ein Unding, dass es dafür wieder eine extra bezahlte App braucht, nur weil Apple keinen einfachen Switch anbietet, um die ganzen Bildverfälschungen abschaltbar zu machen…
In dem Kontext der reinen Sensordaten auch äußerst erwähnenswert die App: „Proseezion“
Deutlich teurer, was kann es mehr oder anders ?
… kostet aber leider einmalig 34.99€ :-(
Hätte ich am 12. August in Spanien bei der Sonnenfinsternis gut brauchen können.
Es war kurz vor und nach der totalen SoFi schlichtweg nicht möglich eine Aufnahme der schmalen Restsichel zu machen, ohne das Apples Bild’verschlimm’besserung zugeschlagen hat ….grrrr
Ich nutze die Leica LUX App in der kostenfreien Version und bin sehr zufrieden damit.