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Handelsstreit zwischen USA und China

Huawei-Chef schließt Maßnahmen gegen Apple aus

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Huawei ist im Handelskrieg zwischen den USA und China zwischen die Fronten geraten. Die von der US-Regierung auferlegten Handelsbeschränkungen haben dazu geführt, dass das Unternehmen nach einer noch knapp drei Monate währenden Übergangsfrist wohl mehr oder weniger alle Handelsbeziehungen mit den USA abbrechen muss. Zunächst hat Google dem Smartphone-Hersteller die offizielle Android-Lizenz entzogen, mittlerweile haben auch Hardware-Hersteller wie Intel und Qualcomm angekündigt, dass sie Huawei nicht mehr beliefern wollen.

Huawei Mate P20 Dp

Der Huawei-Gründer und Vorstandsvorsitzende Ren Zhengfei zeigt in dieser Situation Größe und spricht sich gegen Maßnahmen der chinesischen Regierung gegen seine amerikanischen Kontrahenten aus. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg hat Zhengfei zu Protokoll gegeben, dass er weder damit rechnet, noch darauf hofft, dass seine Regierung nun zur Retourkutsche gegen amerikanische Firmen ansetzt. Dergleichen werde nicht geschehen, und sollte dies doch der Fall sein, so würde er als erster gegen die Maßnahmen protestieren.

Die Aussagen sind bemerkenswert, schließlich unterbricht das US-Embargo wichtige Handelskanäle für den Smartphone-Hersteller. Die mit „Spionage-Verdacht“ begründete Trump-Aktion hat für Kritik und Unverständnis gesorgt, weil nicht nur der Vertrieb von Huawei-Geräten in den USA, sondern ebenso die Lieferung von Bauteilen und Software an Huawei untersagt wurde. Es scheint offensichtlich, dass die Trump-Administration den chinesischen Staatskonzern massiv wirtschaftlich schädigen will. Das Unternehmen hat insbesondere im Smartphone-Bereich zuletzt deutlich zugelegt und sich weltweit zu einem der größten Apple-Konkurrenten gemausert.

Eine Retourkutsche beispielsweise gegen Apple wäre vor diesem Hintergrund somit nicht verwunderlich. Der Huawei-Boss schließt dergleichen allerdings aus und gibt sich kämpferisch: Seine Firma gleiche momentan einem Flugzeug mit einem Loch in der Seite – das sei nicht besonders gut, doch das Flugzeug sei immer noch in der Luft und sein Unternehmen müsse nun die entsprechende Anpassungen vornehmen.

Ob Trump mit dieser Maßnahme Firmen wie Intel oder Qualcomm einen Gefallen tut, muss sich zeigen. Die Prozessorhersteller verlieren nicht nur einen Großkunden, die Situation könnte auch dazu führen, dass in Asien langfristig neue, starke und von den USA unabhängige Konkurrenz heranwächst.

Via The Verge

Montag, 27. Mai 2019, 20:31 Uhr — chris
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  • Einzig, weil seine Kinder Apple Produkte nutzen o_O

  • Ich finde es gut wenn sich Konzerne unabhängiger machen. Den Schritt versucht Apple auch immer wieder zu gehen. Huawei wird das beste draus machen.

  • Krieg ist jedenfalls nicht die Lösung. Auch wenn es nur wirtschaftlich ist, man beißt sich doch dabei immer auch selbst ins Fleisch?!
    Krieg ist mürbste Lösung der Dummen und Uneinsichtigen. Ich hoffe jedenfalls, dass sich das Sprichwort mal wieder bestätigt und China als Klügerer nachgibt….?!

  • Langfristig werden sich alle freiwillig von der USA abnabeln.

      • Das sehe ich auch so. Die USA zeigen mal wieder wie unzuverlässig sie sind und wie kaputt deren Demokratie ist.

        Niemand will einen unzuverlässigen Handelspartner haben. Mich wundert es auch nicht das weite Teile der Welt die USA abgrundtief hassen! Wir haben hier ja noch Glück gehabt, uns schaden die USA in erster Linie nur ihren wirtschaftlichen Spielchen.

        Ich bin mal gespannt wie nachhaltig das aktuelle Verhalten der USA das eigene Image bei der chinesischen Bevölkerung beschädigt.

  • China sollte über Ausfuhrzölle nachdenken

  • Die Prozessoren werden nicht das Problem sein, aber die Software.
    Wie man sieht hat Microsoft aufgegeben App Entwickler für Windows Phone zu gewinnen.
    Ich denke es wird schwer bis unmöglich erfolgreich eine neue dritte Plattform bereitzustellen.

    • Es braucht keine dritte Plattform. Immerhin gibt es Android als Open Source Variante. Einzig die Google Apps sind dann nicht. mehr an Board. Und ich für meinen Teil kann darauf verzichten. Auf meinem Android Firmenhandy (gezwungenermaßen) habe ich die Apps noch nie gebraucht, werde sie aber auch nicht los. Was soll ich sagen, ist halt ein Huawei. ;)

      • Es gibt aber schon drei und mehr Plattformen. Schau dir z.B. mal Librem an.

      • Du hast ohne die Google Apps aber eben auch keine Infrastruktur für Apps weil du keinen Zugriff auf den PlayStore hast. Und 0815 Smartphone User installieren sich keine .apk Dateien sondern kaufen dann eben kein Huawei Smartphone mehr. Und mal eben so die ganzen Apps in einem Huawei Store bekommt man auch nicht.

        Dazu kommt, dass Unternehmen wie Airbnb, Facebook, Instagram, WhatsApp usw. alle auch ihre Apps nicht in den Huawei Store stellen dürften wenn der Herr Trump das nicht möchte.

      • Ich bin mir sicher, dass huawai einen alternativen store bieten wird/würde falls es wirklich zum Google stop kommt.. dann sieht das gar nicht nach .apk installieren sondern genau wie im play store nach app downloaden aus.
        Im playstore laded man ja auch einfach apk Datein runter, welche dann automatisch installiert werden.

      • Ja natürlich kann Huawei das machen und dann? Gibt es da alle chinesischen Apps die den Usern in Europa absolut nichts bringen und einige kleine Apps wird’s auch noch geben. Aber die großen Apps, die wahrscheinlich auf 9 von 10 Smartphones installiert sind kommen aus der USA und den Anbietern kann man genauso untersagen die Apps im Huawei App Store anbieten zu können.

      • >>Ja natürlich kann Huawei das machen und dann? Gibt es da alle chinesischen Apps die den Usern in Europa absolut nichts bringen <<

        Wenn China will, könnten sie z.B. offene Schnittstellen für Messangerdienste verlangen, die auf dem Chinesischen Markt angeboten werden dürfen (auch für iPhone & Google-Playstore gelistete).

        Dann könnte Huawai sehr einfach einen Messenger programmieren, der mit Whatsap kompatibel ist + überwachbar ist…

  • Die USA darf einfach alles. Krieg für „Demokratie“ führen, das Öl als Dankeschön behalten und jetzt das und die Welt sagt einfach solang das nur die USA macht.

  • Ich denke, dass Huawei andere Möglichkeiten hat:

    z.B. die Lieferung von Infrastruktur-Produkten in die USA einfach einstellen. Damit würde der Betrieb der Handy-Netze unter Druck kommen.

    Aufbau alternativer HE-Lieferanten: eigene Chips würden Huawei unabhängig machen – und aus vergangenen Geschäften wissen sie, worauf es ankommt.

    Kauf der Produkte über dritte, z.B. Foxcon. Eine Blockade von Foxcon würde in erster Linie die USA selbst schädigen.

    Egal wie man es dreht – Huawei wird hinterher stärker sein als heute und die USA verlieren (vgl. die Geschichte von „Made in Germany „)

  • DT glaubt immer er brauche nur größtmöglichen Druck aufzubauen, dann werden seine Kontrahenten (in diesem Fall die chinesische Regierung) schon klein beigeben. Das mag damals bei irgendwelchen Bauunternehmen funktioniert haben, als POTUS hat er mit der Masche bisher 0 Erfolg gehabt. Kein Staatschef wird vor DT buckeln und sein Gesicht verlieren, schon gar nicht der chinesische.

  • China müsste nur die Ausfuhr seltener Erden an die USA untersagen und schnell wird dieser Idiot spurten… hoffe ja noch, dass diese Ansage kommt.

  • Die USA sind so oder so kein Musterbeispiel was Fairness, Demokratie usw. angeht. Aber ich wünsche ihnen und uns wirklich, dass möglichst bald wieder ein vernünftig denkender Mensch am großen Ruder steht.

  • MemoAnMichSelbst

    Ich sehe es positiv. Auch wir in Europa sollten da zusehen und Lehren draus ziehen. Sodass sich nach und nach alle von den USA unabhängig machen. Es ist immer gefährlich wenn man sich auf fremde Staaten und deren Vernunft verlassen muss. Oo

  • Dann entwickeln Sie eigene Chips und Software, und?

    • Das ist eben nicht so einfach wie du dir das vorstellst. Alle Huawei Chips basieren auf den ARM-Prozessoren und obwohl die Firma mit den Lizenzen aus UK kommt haben auch diese die Zusammenarbeit mit Huawei gekündigt. Angeblich steht sogar im Raum, dass das Bluetooth Konsortium Huawei nicht mehr die Lizenzen für Bluetooth erteilt. Also da hängt schon ne ganze Stange mehr dran als man auf den ersten Blick erwarten würde.

  • Was mir auffällt, Huawei schafft es nach außen sympathisch zu wirken und zumindest bei den meisten Verbrauchern bekommt Huawei gerade viele Pluspunkte. In einigen Wochen wird deren Krise beseitigt sein und sie werden gestärkt daraus hervor gehen.
    Wie hier andere schon schrieben, es schadet nur den USA und lässt den Clown im Weißenburg Haus nur noch unfähiger erscheinen. Ich selbst bin beeindruckt von den Honor Produkten. Und wie vielen anderen, auch hier, ist es hauptsächlich iOS und der Datenschutz, der mich mit Apple verbindet. Nicht die Hardware.

    • Also bei mir spielt die Hardware eine sehr wichtige Rolle. Die Chips die Apple verbaut hat sind im Smartphone-Markt momentan einzigartig. Sei es Coprozessoren FaceID oder ähnliches. Die Konkurrenz hat so etwas überhaupt nicht. Wenn ba in einer billigen Form

  • Irgendeine Schraube wird Foxconn schon fehlen; die Chinesen sind ja nicht blöd.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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