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Freier Zugriff auf EU-Mediatheken

EU: App-Zugriff auf Fernseh- und Hörfunkinhalte wird (bald) einfacher

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Nachdem das Europäische Parlament Anfang der vergangenen Woche den im Vorfeld stark kritisierten und strengeren Urheberrechtsbestimmungen zugestimmt hat, hat das EU-Parlament kurz vor dem Wochenende einen weiteren Rechtsakt gebilligt, der weniger kontroverse Diskussionen befürchten muss.

Tv Streaming

Viele Mediatheken unterbinden Auslandszugriff

Das Parlamente hat den neuen „Vorschriften zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Zugriffs auf Online-Fernseh- und Hörfunkinhalte“ seine Zustimmung erteilt und damit den Weg für einen einfacheren Zugriff auf die Inhalte europäischer Mediatheken freigemacht.

Nachdem sich Streaming-Abos inzwischen bereist grenzüberschreitend nutzen lassen, soll nun das reguläre TV-Angebot wie angekündigt nachziehen.

Die neuen Vorschriften sind vielschichtig, kompliziert zu überschauen und noch lange kein Garant dafür, dass sich die Inhalte eures dänischen, französischen oder polnischen Lieblingssenders bald auch hierzulande abrufen bzw. die deutschen ÖR-Mediatheken auch im Urlaub angesteuert werden können, bereiten aber zumindest die Möglichkeit vor und beseitigen Hürden und Rechtsunsicherheiten.

Ard Dr Mediathek

Kernpunkte sind das sogenannte „Ursprungslandsprinzip“ und das „Systems der obligatorischen kollektiven Rechtewahrnehmung“, die im Portal der Europäischen Kommission ganz nachvollziehbar erklärt werden:

Das Ursprungslandprinzip wird den Rundfunkveranstaltern dabei helfen, bestimmte Programme (alle Hörfunkprogramme und beim Fernsehen Nachrichten- und politische Informationssendungen sowie vollständig selbst finanzierte Eigenproduktionen der Rundfunkveranstalter) auch in anderen Mitgliedstaaten online verfügbar zu machen. Verbrauchern wird damit eine größere Auswahl an Online-Programmen von Rundfunkveranstaltern, die andernorts in der EU ansässig sind, zugänglich sein. Europäische Bürgerinnen und Bürger, die sprachlichen Minderheiten angehören oder in einem anderen Mitgliedstaat als dem ihrer Herkunft leben, werden mehr Möglichkeiten haben, Sendungen in ihrer Muttersprache zu verfolgen;

Die neuen Regeln werden Folgendes vorsehen:

  • Neue Möglichkeiten für Rundfunkveranstalter, durch das Ursprungslandprinzip, das die Lizenzierung von Rechten erleichtern wird, bestimmte Sendungen in ihren Online-Diensten grenzüberschreitend verfügbar zu machen (die erfassten Dienste sind Simulcasting, Nachholdienste und andere Dienste, die die Hauptausstrahlung ergänzen, wie z. B. Vorschauen).
  • Eine größere Auswahl an Hörfunk- und Fernsehprogrammen, die von Weiterleitungsdiensten über das Internet-Fernsehen (Internet Protocol Television, IPTV), Satellit, digitales terrestrisches Fernsehen, Mobilfunknetze oder über das Internet angeboten werden. Die Richtlinie wendet einen erleichterten Mechanismus zur Klärung und zum Erwerb von Rechten – das System der obligatorischen kollektiven Rechtewahrnehmung – auf Weiterleitungsdienste an, die nicht über Kabel (z. B. über das Internet) erbracht werden. Dadurch wird es einfacher, die für die Weiterverbreitung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen aus anderen Mitgliedstaaten erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.
  • Rechtssicherheit bei der Übertragung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen durch Direkteinspeisung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Rechteinhaber angemessen vergütet werden, wenn ihre Werke in Programmen verwendet werden, die durch Direkteinspeisung übertragen werden.

Der nun vom Europäischen Parlament angenommene Text muss nun noch förmlich vom Rat der Europäischen Union gebilligt werden. Sobald er im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde, haben die Mitgliedstaaten 24 Monate Zeit, die neuen Vorschriften in nationales Recht zu überführen.

Montag, 01. Apr 2019, 8:56 Uhr — Nicolas
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  • Der Witz ist ja, dass man über Satellit alles überall schauen kann. Verrückt…..

  • Kann man dann endlich unterwegs die Deutschland-Spiele sehen, ohne zahlen zu müssen?
    Der DFB scheint ja von RTL nicht abrücken zu wollen.
    Und zahlen, um Dauerwerbung zu sehen, finde ich schon pervers.

    • Nein, dass heist nur, dass RTL Dir die Spiele auch im europäischen Ausland anbieten kann, aber selbst entscheidet, ob Du dafür (RTL now) zahlen musst.

      Zuvor war strittig, ob ein einheimischer Sender das verbieten darf.

  • Ich meine, dass wir z.B. auf Teneriffa Biathlon live hätten sehen können (Satellit) aber Abends aus der ARD Mediathek streamen ging nicht wegen der Rechte. Soviel auch zum Thema Rundfunkgebühr. Das ist echt ein Eiertanz….

    • Was hat denn das Thema Rundfunkgebühr mit deinem Teneriffa-Urlaub zu tun? Und solche Aussagen liebe ich ja, sich über die Rundfunkgebühr beschweren, aber teure Sportveranstaltungen live sehen wollen und alle Sendungen nochmals jederzeit auf Abruf in den Mediatheken. Wenn es die Rundfunkgebühr und die ÖR’s nicht gäbe, sähe es übel aus in der deutschen TV-Landschaft. Oder hat es einer von euch in den letzten Jahren länger als 5 Minuten auf den privaten ausgehalten. Ich habe sie mittlerweile aus der Senderliste gelöscht. Die wenigen Perlen auf Netflix, Sky & Co, kann man als zusätzliche Quelle nutzen, aber als echte Alternative zum ÖR, oder insgesamt zum linearen TV sehe ich die Kandidaten nicht, ganz zu schweigen von YouTube & Co mit Bibi, Lochi im Kopf & Konsorten.

      • Das ist deine Einstellung Dick. Ich persönlich habe kein Interesse an den meisten Inhalten des ÖR. Dokus ja, aber das ist ein Durcheinander um an diese zu kommen.
        Ansonsten eben nur noch leichte Kost und eben Netflix und co. Ich schaue sowieso nur sehr wenig TV. Die Sender haben es mit ihren Inhalten und Programmen selbst verbockt. Wenn man interessante Dokus und Gesprächsrunden um Mitternacht oder gar erst Morgens um 1 bringt? Und Heute? Ja wenn man nichts mehr weiß, also was da läuft… vermisst man dann auch nicht. Leider ging damals Quazer als Doku Lieferant flöten, aber YT muss das irgendwie ersetzen. Mit automatischen Vorschlägen machen sie das inzwischen sehr gut. Ich vermisse nur einen guten Nachrichtenkanal, der wirsch über viele Inhalte berichtet. Da ist auch Werbung nicht das Problem, aber 3 Inhalte alle 10Min zu wiederholen, nein, da weitere ich mich Welt TV und co zu sehen.

      • Ich gucke gar kein TV. Nie.

      • Für das Geld was ich jeden Monat für diese ÖR zahlen muss könnte ich bessere Unterhaltung kaufen. Ich hoffe das dieser mist irgendwann mal abgeschafft wird. Für mich hat das schon lange keine Daseinsberechtigung.

      • Lieber Dick, danke für deinen Kommentar. Ich meinte ja nur, da es innerhalb der EU ist konnte ich es nicht nachvollziehen. Ich zahle gerne die Gebühren und schaue gerne auch die eigenen produzierten Sendungen. Da ist das Geld gut angelegt. Dennoch verstehe ich halt nicht, warum es im Urlaub möglich war Abends nachträglich die Biathlon Herren zu schauen, das Damenrennen aber nicht. Klar, hat es mit den Sponsoren Rechten zu tun. Es ärgert mich dennoch. Vor allem, da es ja über Satellit live zu erhalten war und nur die Rechte für die Mediathek fehlten. Das ist nun mal ein grosses Fragezeichen für mich. Ich habe auch für 2-3 Serien TV Now. Auch dort gibt es teilweise Einschränkungen in der EU bei den kostenlosen Sendungen. Kurz gesagt, es ist einfach schwer nachvollziehbar wieso, weshalb, warum…. Die Gebühr für die ÖR finde ich grundsätzlich ok. Machen tolle Sendungen daraus.

  • Kommt dann auch bald eine europäische „GEZ“?

  • Ok, war zu erwarten, dass hier sofort da übliche „GEZ“-Geschimpfe losgeht. Ich versuche es mal sachlich:
    A) ob die ÖR die horrenden Übertragungsrechte für Sport bezahlen sollten, ist sicherlich Geschmacksache, aber immerhin ermöglicht es Sportbegeisterten viele solcher Veranstaltungen ohne lästige Sportunterbrechungen zu sehen. Ich persönlich könnte drauf verzichten, akzeptiere aber, dass viele das als Unverzichtbar = Grundversorgung betrachten.
    B) die Tatsache, dass die ÖR diese hierzulande bezahlten Sendungen eben nicht ohne weiteres über das Internet streamen können liegt am ziemlich komplizierten und vor allen Dingen veralteten Urheberrecht, das noch immer in der alten analogen Vor-Internetzeit gefangen ist.
    C) dass die EU jetzt die rechtlichen Wege bereitet, dass ein grenzüberschreitendes Streaming rechtlich möglich wird ist ein ohne Frage positiv zu beurteilender Schritt
    D) Schade ist, dass die EU sich nicht durchsetzen konnte und innerhalb der EU solches grenzüberschreitendes Streaming vorzuschreiben
    E) Schuld dürfte hier nicht der ÖR sein, sondern die Lobby-Arbeit der privaten Sender, die nämlich hieran Geld verdienen wollen
    Fazit: Schön, dass es die EU gibt, die diese Verbraucherthemen angeht und so verbraucherfreundlich löst, wie derzeit möglich, hätten wir die EU nicht, wäre das alles überhaupt nicht möglich, bzw. müsste teuer bezahlt werden

  • Das ganze wäre noch schöner, wenn der Sch…-Brexit nicht käme. Kennt einer von euch einen empfehlenswerten Weg, auf die BBC-Programme zugreifen zu können?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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