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"Keine Chance gegen Apple, Google und Co."

CloudMagic Newton: Abo-Modell kostet Nutzer und führt zum Aus

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CloudMagic, die Entwickler der auch für iOS-Geräte und den Mac erhältlichen E-Mail-App Newton, kündigen in einem ausführlichen Blog-Eintrag die Einstellung ihres Angebots ein. Vom 25. September an ist Schluss, die Newton-App wird von diesem Tag an nicht mehr nutzbar sein.

Unter dem Namen CloudMagic ging die E-Mail-Anwendung ursprünglich im Jahr 2013 an den Start und erfreute sich bereits nach kurzer Zeit mehr als vier Millionen aktiver Nutzer. Das Preismodell war damals klar strukturiert: Während die Mac-App für 20 Euro angeboten wurde, konnte die iOS-App kostenlos genutzt werden.

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Drei Jahre später kam dann der Wechsel zum Abo-Modell. Unter dem neuen Namen „Newton“ boten die Entwickler überarbeitete „Premium-Versionen“ der Apps zum Monatspreis von 99 Cent an und zählten in der Folge mehr als 40.000 Nutzer des Dienstes. Das gesammelte Kapital war offenbar dennoch nicht ausreichend, um dauerhaft für den Fortbestand des Angebots zu sorgen. Als Grund führen die Entwickler unter anderem die Marktmacht der kostenlosen Angebote von Apple, Google und Microsoft an. Als Drittanbieter habe man gegen die mit ins Betriebssystem gepackten Produkte dieser Hersteller kaum eine Chance.

Newton-Abonnenten sollen zu viel bezahlte Abo-Gebühren erstattet bekommen. Konkrete Informationen diesbezüglich wollen die Entwickler am 18. September veröffentlichen. Zudem soll CloudMagic als Entwicklerstudio weiter bestehen bleiben und in absehbarer Zeit auch mit neuen Produkten auf den Markt kommen.

Donnerstag, 09. Aug 2018, 7:56 Uhr — chris
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  • Wie groß ist denn das Entwicklerteam hinter der App? 40k zahlende Nutzer die jeden Monat 99 Cent entrichten ist doch schon ziemlich gut. Natürlich gehen davon noch Gebühren, Steuern und andere Abgaben ab, hat aber immer noch recht gute, fixe Einnahmen.

    • … aber auch einiges an fixen Kosten. Wenn man nur mal mit einer Handvoll Mitarbeitern rechnet, ist von dem Geld nicht viel übrig. Dazu kommen Räume, Hardware, Steuern, Versicherungen, … und das Geld reicht schon nicht mehr. Dabei reden wir noch nicht von Gewinnen, großen Werbe- oder Verkaufsaktivitäten, …

    • Also erst einmal bekommt Apple ja noch was von den 40K. Dann bezahlst Du das Team, den Arbeitsplatz (Miete etc für das Büro), das Equipment muss finanziert werden, Steuern entrichtet werden etc. Ich glaube wenn es mehr als ein Entwickler ist dürften 40K nicht weit reichen.

    • Der Dummschwätzer

      Also nach Abzug von Steuern und Apples 30% bleiben noc 10-13.000€ übrig. Von denen müssen dann Entwickler und alle anderen Kosten bezahlt werden. Wenn da also nicht gerade 2 Leute sitzen, kann da ein Gehalt bei raus kommen was wohl auch an der Belegschaft knabbern kann. Die 39.600€ am Anfang hören sich zwar gut an aber am Ende ist es doch traurig wenig.

    • In der App-Beschreibung steht was von $9.99 pro Monat. Das finde ich ’nen heftigen Preis…

  • Meines Wissens waren die 99 Cent nicht lange gültig. Ich kann mich an 50 Euro im Jahr erinnern – da bin ich ausgestiegen. Zuletzt waren es gar 100 Euro. Insofern kann ich es auch nicht nachvollziehen, dass bei (angeblich!) 40.000 Nutzern a 50 bzw. zuletzt 100 Euro pro Jahr den Entwicklern die Luft ausgeht. Ich wage mal zu behaupten, die 40.000 sind eine höchst fragwürdige Zahl, die anzuzweifeln ist.

    Aber: Es ist schade um die App, es war vom Design her mit die schönste Lösung, sowohl auf iOS, insbesondere aber auch auf macOS (distraction free, sehr clean und elegant). Einige nette Funktionen kamen ja auch noch dazu. Und stabil war Newton allemal, da kennt man anderes.

    Insgesamt also eine sehr zwiespältige Angelegenheit aus meiner Sicht. Ich behaupte mal, die Entwickler wären mit einem (durchaus höheren) Einmalpreis – und damit mit deutlich mehr Kunden – besser gefahren.

  • Ich bin zahlender Nutzer vom ersten Tag an aber nicht die Konkurrenz hat Newton in die Knie gezwungen sondern wie so oft fehlende Innovation. Potential hatte das Produkt aber das Team braucht ewig um es umzusetzen. Bspw: markdown, Gruppierung in der inbox, html E-Mail preview, etc etc wurden nie implementiert.

  • Shareware ist meine liebste Software. Ausprobieren, bei gefallen zahle ich gerne einmalig 12 € für ein Jahr. Nach einem Jahr entscheide ich ob es mir 12 € wert ist ist auf die neue Version umzusteigen. Hat Jahre und Jahrzehnte funktioniert. Die Sprüche warum es notwendig ist ein Abbomodell einzuführen glaube ich nicht. Es ist doch Milchmädchenrechnung ob ich ich einmal im Jahr viel Geld habe oder 12 mal einen zwölften Teil! Wahrscheinlich behält man mehr Kunden mit einmal Zahlung, ich mag kein Abbomodell, Punkt. Hoffe Softwarefirmen kommen mal wieder auf den Boden, abbo abbo abbo ist fast eine Plage wenn man so in den AppStore schaut! Früher hat es mir Spaß gemacht zu stöbern und mir mal ne neue App zu kaufen, aber jetzt bin ich da äußerst selten, macht keinen Spaß mehr!
    Lg

    • Da bin ich ganz bei Dir. Ich halte von Abo-Modellen auch nur eins: mich fern!

    • Glatzmatz der Gartentroll

      Vorweg: ich schreibe hier meine Meinung! Ich bin zwar Selbstständig und kenne mich ein wenig mit Betriebswirtschaft aus, aber ich bin nicht im Programmiergeschäft tätig, daher basieren meine Ausführungen hier rein auf Spekulationen, da ich nicht weiß, ob das wirklich so ist! :) Also bitte nicht steinigen.

      Na ja, es „kommt“ darauf an. Ich bin zufriedener Nutzer der Adobe Cloud für Photoshop, Lightcroom und Acrobat Pro. Letzteres brauche ich beruflich, da die Direktion nicht mit den in Apple Vorschau bearbeiteten PDFs klar kam.

      Ich zahle hier gerne meinen Monatsbeitrag und habe damit immer Anrecht auf die neueste Software. Damals wo Adobe das Abo Modell noch nicht hatte, wollten die für Photoshop alleine 2.000 Euronen haben. Wenn ich es mal hochrechne, dann zahle ich ca 12 € für PS und LR. Bei 2.000 € nur für PS kann ich also PS und LR 13 Jahre lang als Abo Modell nutzen. Klar, mittlerweile sind die alten Versionen von PS für ca 700 – 1.100 € zu haben. Aber da ältere Software ja gerne mal auf neueren Betriebssystemen nicht mehr läuft oder entsprechende Funktionen fehlen kauft man sich so alle 5-6 Jahre eine neue Version.

      So gesehen „KANN“ das Abo Modell günstiger sein. Zumindest ist es bei so hochpreisiger Software für viel mehr Menschen erschwinglich sich diese zuzulegen.
      Ich fotografiere Hobbymäßig, und möchte PS und LR einfach nicht mehr missen. da habe ich bislang kaum eine alternative gefunden die einen ähnlichen Funktionsumfang bietet. Davon abgesehen fühle ich mich zu alt, mich in eine neue Software einzuarbeiten (mit 15 Jahren PS/LR Erfahrung kenn ich da schon den einen oder anderen Trick und Kniff).

      Ansonsten stimme ich aber zu! Die Abomodelle übernehmen derzeit leider überhand. Ich fände es gut, wenn beide Systeme parallel existieren würden. diejenigen, die sich die Software einmalig für einen Preis kaufen möchten und diejenigen, die lieber ein Abo Modell nutzen möchten.

      Aber die Rechnung mit dem : „Einmal den vollen Betrag erhalten oder jeweils ein 12tel davon, wo ist da der Unterschied?“ Eben der, dass bei der EInmalzahlung der Betrag einmalig gezahlt wird. Beim Abo zahlst du jeden Monat. Kostet die App 10 € und das Abo 0,99 €. SO verdient der Programmierer im ersten Jahr 10 € beim Einmalkauf und 11,88 € für das Abo. Nach 5 Jahren hat der Programmierer immer noch 10 € vom Einmalkauf aber insgesamt 59,40 € durch das Abo.

      Was mir aber gerade einfällt: Früher gab es eine Software, die wurde lokal erworben und lokal eingesetzt. Heute geht ja alles in die Cloud und spezielle Cloud Funktionen. Der ganze Onlineverbund benötigt ja auch eine entsprechende Infrastruktur durch die entsprechenden Serverkapazitäten die den Cloudverbund verwalten. Auch wenn iCloud genutzt wird, so muss ein Programmierer sicher selber etwaige Server vorhalten. Server produzieren laufende Kosten in Sachen Wartung und Strom, etc. Das gab es früher nicht in diesem Ausmaß, daher hat der Programmierer heutzutage mehr laufende Kosten als damals, diese wälzt er teils auf den Käufer ab, indem er ein Abo Modell anbietet.

      Das kann ich auch nachvollziehen, denn es bringt mir nichts, wenn ich eine tolle App anbiete, irgendwann die Verkäufe stagnieren weil der Markt gesättigt ist, bzw. die App schon weit verteilt ist und die laufenden Kosten aufgrund hoher Nutzerzahlen steigen. Wenn man kein entsprechendes Kapital oder andere Einnahmequellen hat, dann ist klar, dass sich das nicht rechnet.

      Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das mit den laufenden Kosten sich wirklich so massiv geändert hat gegenüber der „offline“ Zeit. Es wäre aber für mich eine logische Erklärung, warum so viele auf das Abo Modell umsteigen.

      So genug gelabert :) Sollte ich hier Denkfehler haben bitte ich darum mir diese zu korrigieren.

      Beste Grüße

      • Die Cloud ist eines der Probleme. Ich habe mal geplant eine App anzubieten die eine Infrastruktur wie eine Messanger erforderlich gemacht hätte. Die Kosten habe ich unter Verwendung der Amazone AWS Cloud Services berechnet. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher aber für 1000 oder waren es 10000 Nachrichten und wären Kosten von rund 25€ aufgelaufen. Also selbst im besseren Fall 0,25ct. Allerdings erzeugt jede Message mehrere Nachrichten. 1x senden und pro Empfänger 1x Empfangsbestätigung, 1x Lesebestätigung in meinem Fall wären dann noch mal 1-2 hinzugekommen. Das war das Besondere an meiner App. In der Summe also mind. 3 Nachrichten für eine Message. Selbst eine kleine Nutzerzahl von 100.000 und jeder schickt jede Woche nur eine Message an einen Empfänger (was unrealistisch ist) erzeugen also 100.000x4x3=1.200.000 Nachrichten im Monat und verursachen 3.000€ Kosten. Bei 1,09€ Einmalpreis hat man Einnachen nach Apple-Steuer von 76.300€ das reicht die Infrastruktur für 25 Monate also rund 2 Jahre zu bezahlen. Ich selber habe noch kein Essen, Miete, Klamotten oder gar den Rechner und den Strom bezahlt um das zu verwalten und weiterzuentwickeln. Ich habe nach 25 Monaten 0,00€ behalten. Wie liebe kein Abo und nicht mehr als 2,18€ Kunden soll das funktionieren? So können nur die Amies mit den Risikokapitalgebern die auch 10 Jahre für minus Arbeiten neue Dienste anbieten. (zB WhatsApp) In Europa findet man solche Risikokapitalgeber nicht. Vielleicht mal 10.000€. Das bringt aber nichts. 2 Monate wenn ich auf’s Land ziehe von meinem Kind weg vielleicht.

      • …selbst im besseren Fall 0,25ct pro Nachricht…

        Grundsätzlich haben die App Preise aber auch alle Existenzen schwer gemacht. Wenn sich eine App für 1,09€ nicht 5.000 pro Monat auf ewig verkauft kann man damit kaum sich selbst alleine in einer Großstadt finanzieren. Bedenkt, Apple-Steuer, Staat-Steuer Da alleine bleiben rund 2.100€. Da kann man klar kommen. Als Informatiker jedoch unterbezahlt. Ein Unternehmen kann ich so nicht aufmachen. Anstellen ist nicht. Da kommt kein Entwickler zu mir und ich selbst bin sofort im A… wenn mal ein paar Monate schlecht laufen… und jeder Markt ist relativ schnell gesättigt heutzutage.

      • Glatzmatz der Gartentroll

        @Marc Danke für die aufschlussreiche Durchrechnung. Dann war meine Überlegung wegen den laufenden Kosten gar nicht mal so abwegig.

  • Ich kann mich an ein 99 Cent Angebot nicht erinnern. CloudMagic hat auf Newton gewechselt und direkt von kostenlos auf 50 Euro. Ich hätte gern gezahlt, da ich viele Jahre CloudMagic genutzt habe. Aber 50 Euro, nur um eine gesonderte App für E-Mails zu haben, war mir zu viel. 99 Cent hätte ich sofort gemacht. Aber da war ich wohl schon bei Spark.

  • abo modell? totaler wahnsinn. wenn ich für jede software, die ich habe, jeden monat bezahlen muss… in guten zeiten o.k. meinetwegen.
    aber wenn ich mal kein geld mehr haben sollte – was bestelle ich ab? welche dateien kann ich dann evtl. nicht mehr benutzen? das geht mir im übrigen schon bei spotify & co. so…
    ich zahle einmal und damit gut. abomodelle meide ich.

    • Abos sind aber meist günstiger.

      Bei 1Password ist das Abo im Vergleich zum Kauf deutlich günstiger (da Mac, Windows, iPhone und iPad Apps inkludiert). Zudem will ich bspw. bei solch sicherheitskritischer Software immer die neueste Version. Auch da Browser häufig aktualisiert werden brauche ich Updates der Browserintegrationen. Zu guter letzt kommt man bei 1Password auch nach Kündigung des Abos noch an seine Daten heran (so ist es bspw. auch bei Lightroom).

  • Ich muss mich auch mal nach einer neuen Mail-Software umschauen. Habe lange Unibox genutzt. Leider habe ich Zweifel, dass hier noch eine Weiterentwicklung stattfindet und das eine oder andere Feature würde ich mir schon noch wünschen. Aber das Konzept E-Mails wie einen Messenger darzustellen gefällt mir.
    Kennt da jemand was ähnliches?

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