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Das Artensterben setzt sich fort

Buzzfeed-Kopie bento.de stellt den Betrieb ein

30 Kommentare 30

Die Ankündigung der Spiegel-Tochter bento.de, ihre Leser wieder etwas ernster nehmen zu wollen, liegt fast auf den Tag genau ein Jahr hinter uns.

Bento Logo

Damals kündigte die Buzzfeed-Kopie an, die Struktur ihrer Website zu überarbeiten und versprach sich fortan auf tiefer recherchierte Stücke konzentrieren zu wollen. Statt bunter Nachrichten-Häppchen sollten längere Texte mit Magazincharakter das Junge-Leute-Portal neu positionieren.

Neben der Webseite startete damals auch die bento.de-App neu. Das Logo wurde blau eingefärbt, eine Print-Beilage für den SPIEGEL sollte die Marke präsenter machen. Das neu sortierte Themen-Angebot, das auf die fünf Haupt-Ressorts Gerechtigkeit, Uni und Arbeit, Freizeit, Gefühle und Queer setzte, sollte ernste Themen bevorzugen und sich von der bunten Welt aus animierten GIF-Grafiken, Listables und recycelten Reddit-Memes verabschieden.

Jetzt, rund ein Jahr nach dem Relaunch, ist bento.de Geschichte. Die App wurde aus dem App Store entfernt. Der Aufruf der offiziellen Webseite leitet den interessierten Besucher umgehend zu Spiegel Online weiter – hier sollen auch die Archiv-Artikel überlegen.

Bento App

Das Artensterben setzt sich fort

Mit bento.de verabschiedet sich heute ein weiteres der um 2015 hastig gegründeten Millenial-Ableger etablierter Medienmacher. Neben dem Spiegel, der damals bento.de in den Ring warf, wettete Axel Springer auf das Nachrichten-als-App-Angebot KMPKT, das Handelsblatt buhlte mit Orange um die Gunst der „Generation Influencer“, die BILD trat mit BYou an, bei Burda offerierte man mit BNow! einen Bunte-Ableger für junge Leute und die ZEIT lagerte Inhalte für die 18-35-jährigen auf ze.tt aus.

Jetzt, etwa 5 Jahre später, sind nicht mehr viele der oft nur lieblos betreuten Buzzfeed-Kopien übrig.

bento.de verabschiedet sich heute. KMPKT trennte sich von der namensgebenden App und existiert nur noch als Mini-Ressort auf WeLT.de. BNow! wurde von Burda kommentarlos eingestampft. Orange hat die Magazin-Ambitionen eingestellt und wurde auf einen Podcast reduziert.

Lediglich das ze.tt-Portal der Zeit und das Springer-Angebot BYou (wenn auch unter dem neuen Namen NOIZZ) existieren noch.

Darf nicht fehlen: Böhmermanns Abgesang auf den Qualitätsjournalismus


Dienstag, 29. Sep 2020, 12:00 Uhr — Nicolas
30 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Höre zum ersten Mal davon aber wäre ein potentieller nutze gewesen xD

  • Da sieht man halt, dass sich mit diesen links-alternativen Medien allenfalls sportlich der Zeigefinger heben lässt, ordentlich monetarisieren kann man diesen Haltungsjournalismus aber dann doch nicht.

    • Weil sich mit den rechten Medien mehr Geld verdient lässt? Warum sagt man bei Pro-Afd, Pro-Aluhut, Pro-Fascho-Medien eigentlich nie Haltungsjournalismud? In meinen Augen verrät der Gebrauch solcher Termini eine Menge über die Gesinnung und den Versrand des Nutzers aus.

    • Hier musst du dir jetzt mal einen tierisch lachenden Smiley vorstellen, der sich auf deine merkwürdige Aussage bezieht.

    • Haben PI und RT noch keine hippen modernen Ableger für die stramme deutsche Jugend?

    • Stimmt, sieht man am Bayernkurier wie das funktioniert (hat)

    • Die Bild betreibt ihr entsprechendes Portal übrigens weiterhin. Rechter „Haltungsjournalismus“ scheint sich also ganz gut monetisieren zu lassen. Die Fallhöhe zwischen Hauptzielgruppe und Jugendzielgruppe ist bei der Bild zugegebenermaßen natürlich deutlich niedriger, da stellt sogar ein bento Artikel eine große intellektuelle Hürde da.

  • Bento war eine einzige Peinlichkeit. Habe mich immer gefragt, wer das liest.Hatte mehrfach überlegt, mein Abo bei ihm Spiegel zu kündigen nur um diesen Blödsinn nicht weiter mit zu finanzieren.

    • Das Beste an Bento waren die Kommentare, in denen es regelmäßig bereits nach drei Beiträgen völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Eine Mischung aus heise.de am Freitagnachmittag und Jerry Springer. Als sie die Kommentarfunktion deswegen deaktiviert haben, war der ganze schöne Unterhaltungswert dieser Testumgebung für Journalistenpraktikanten leider dahin.
      An Bento wird sich in einer Woche zurecht niemand mehr erinnern.

  • Ich wusste bis gerade nicht mal, was Buzzfeed ist und musste erstmal nachgucken. Sieht aus wie eine reine Clickbait-Newsseite. :D

  • begrüßenswert, dass diese seite offline geht. möge der spiegel ihr folgen :)

  • Das sind doch mal wirklich gute Nachrichten! ;)

  • Super Nachrichten. Das war aber auch eine Totgeburt von Anfang an. Endlich muss man diesen Clickbait nicht mehr bei SPON sehen!

  • Phuu, Deutschland ist und bleibt ein Jammerland – bei diesen Kommentaren, die gepostet wurden. Vermutlich lest ihr BILD, Focus usw …

    • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ****** halten.

    • Bento war der letzte Dreck, ähnlich wie Bild und Focus es sind. Wir kritisieren Bento und sollen ausgerechnet die Leser dieser Publikationen sein? Im Umkehrschluss warst du offenbar Leser von Bento. Und das wiederum spräche Bände – wenn dem so ist. Wenn nicht, dann solltest du am besten gar keine Medien konsumieren, weil Lesen und Verstehen ganz und gar nicht zu deinen ausgeprägten Fähigkeiten gehören. Aber hey, dann wäre Buzzfeed ja vielleicht was für dich…

      • @ROP: Schliesse nicht von Dir auf andere.
        Aber wie ich schrieb: Jammerland, und du bist ein gutes Beispiel hierfür …

  • Stefan B. aus H.

    Auf mich wirkte etwas immer etwas wie ein Fremdkörper. Thematisch den SPIEGEL weiter zu fassen – ok. Stilistisch in Wort und Grafik – nein, danke.

  • Clickbait-Seite, die stilistisch auf „Webdesign im Jahre 1995“ getrimmt ist.

  • Man hat das Gefühl, das liegt an der neuen rechtswischgut/linkswischschlecht Gesellschaft – die Einfachheit dieser Entscheidung, das wollen, über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, ist wesentlich geringer geworden!

    Wie eine Mikro-Evolution.

  • Besser so, das war ganz ganz schlimmer Journalismus, wenn man das überhaupt so bezeichnen will.

  • Kein Wunder. Der Relaunch war schon so mega hässlich, dass man sich fragen musste, wie mit dem „pseudo-hippen“ 90er_Netscape-Internet-Design noch die Wende gelingen sollte.. inhaltlich war es sowieso oft grenzwertig belanglos

  • Bento war einfach nur eine Peinlichkeit nach dem anderen. Das lesen vielleicht idealgesteuerte Studenten, die sich in genderkram und ich-bin-soweit-links-dass-es-fast-wieder-rechts ist herumwälzen.
    Echte Beiträge mit nachrichtlichem oder inhaltlichem Mehrwert waren da absolut nicht zu lesen.

    Dem heule ich keine Träne nach.

    Und Nö, ich bin nicht rechts. Hab nur nicht vergessen, dass es zwischen links und rechts noch eine Mitte geben kann.

    • dafür, dass sie in der „politischen mitte“ stehen, betreiben sie hier aber ganz schön rechte rhetorik.
      da bleibt nur die frage ob sie politische meinungsmache betreiben wollen oder völlig inkompetent sind.

      • @merc: Stimme Dir zu. Krude Ansichten kommen beim Lesen der Kommentare durch, sehr bedenklich …

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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