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Deutschland setzt auf Altersfreigaben

Auch Finnland prüft Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

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19 Kommentare 19

Finnland prüft derzeit ein gesetzliches Verbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Die Debatte knüpft an Erfahrungen aus dem Schulalltag an und orientiert sich an internationalen Vorbildern wie Australien.

Finnland Unsplash

In Deutschland wird parallel ein anderer Weg diskutiert, der weniger auf Verbote und stärker auf abgestufte Schutzmechanismen setzt.

Finnland schränkt Smartphones an Schulen ein

Ausgangspunkt der finnischen Diskussion sind Einschränkungen der Smartphone-Nutzung an Schulen, die seit dem vergangenen Sommer möglich sind. Viele Schulen haben Mobiltelefone während der Unterrichtszeit und in Pausen weitgehend ausgeschlossen. Beobachtungen aus dem Bildungsbereich deuten darauf hin, dass sich das Sozialverhalten verändert hat. Kinder bewegen sich mehr, verbringen Pausen gemeinsam und greifen seltener zu digitalen Angeboten.

Vor diesem Hintergrund unterstützt Ministerpräsident Petteri Orpo ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige. Als Referenz dient Australien. Dort gilt seit Dezember ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für unter 16-Jährige. Plattformbetreiber sind verpflichtet, Altersgrenzen technisch durchzusetzen und haften bei Verstößen.

Der australische Premierminister Anthony Albanese begründete das Vorgehen mit dem Schutz von Kindern und der Entlastung von Familien bei der Durchsetzung von Regeln. In Finnland wird jedoch auch vor Umgehungseffekten gewarnt, etwa durch den Wechsel auf weniger bekannte und schlechter regulierte Dienste.

Deutscher Gegenentwurf mit Altersfreigaben

In Deutschland wird ein generelles Nutzungsverbot bislang abgelehnt. Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck spricht sich stattdessen für Altersfreigaben nach dem Vorbild der Filmwirtschaft aus. Bestimmte Funktionen und Inhalte sozialer Netzwerke könnten demnach erst mit zunehmendem Alter freigeschaltet werden. Ein Schwerpunkt liegt auf Empfehlungsalgorithmen, die auf möglichst lange Nutzung ausgelegt sind und aus seiner Sicht altersgerecht begrenzt werden sollten.

FSK Ratings Dec 2008

Hintergrund sind Daten der DAK-Gesundheit, wonach Jugendliche unter der Woche durchschnittlich mehrere Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringen und an Wochenenden noch mehr Zeit online sind. Entscheidend sei nicht allein die Nutzungsdauer, sondern welche Aktivitäten dadurch verdrängt würden. Wenn persönliche Kontakte, Bewegung oder schulische Leistungen in den Hintergrund gerieten, könne dies problematisch werden.

02. Feb. 2026 um 15:24 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    19 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Peter von Frosta
  • Sind Sie wirklich 16?:
    [] Ja [] Nein [] Weiß nicht (weiter)

  • Altersfreigaben? Da scheren sich doch (eigene Erfahrung) heutzutage die Eltern nen Scheiss drum. Wenn ich sehe, was Schulkameraden unserer Kinder schon alles geschaut haben. Ja ich entscheide das manchmal auch selber bzw. ist ein Film ab 12 ist ja mit Begleitung der Eltern auch schon eher erlaubt.
    Glaube aber kaum, dass es funktioniert zu sagen, TikTok ab 16 und das wird dann auch eingehalten. Das wird nur über ein Verbot und staatliche Kontrolle gehen. Aber während alle um uns herum das auch checken, diskutieren wir nur wieder dumm rum. Kinder sind halt keine Wähler und ein verdummtes Volk hinterfragt dann später auch nichts.

  • Es ist beruhigend zu Wissen, dass es in Europa auch Länder mit Politikern mit Realitätsbezug gibt.

  • Welches Verbot wird denn nicht umgangen?
    Zudem liegt doch die Verantwortung bei den Eltern!
    Schaut euch doch nur die Kleinsten im Buggy an, kaum ein Kleinkind ohne Handy zu sehen.
    Ich finde hier ist weder der Staat noch ein Verbot sinnvoll.
    Keine Handys in den Schulen, Plattformen mit Altersfreigaben und zeitliche Regulierung der Handyzeiten. Nur so funktioniert es. Ja, ist mit Zeit und Frust verbunden, hilft aber und unsere inzwischen erwachsenen Kinder sind heute dafür dankbar.

  • Man hätte den Artikel zum Deutschen Gegenentwurf auch so formulieren können:

    Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung setzt auf ein kompliziertes System, dass den Unternehmen alle möglichen Schlupflöcher bietet. Statt einfach sinnvolle Erkenntnisse und etablierte Systeme aus anderen Länder zu übernehmen, möchte die Bundesregierung das Rad wieder neu erfinden, um ein möglichst hohes Maß an bürokratischem Aufwand bei geringerem Nutzen zu produzieren – getreu dem Motto mia san mia. *FACEPALM*

    • +1
      So sieht es aus.
      Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Berliner Beamte.

      Wie viele krankentage haben die noch?
      Frage für einen Freund.

    • Zwar ist es korrekt, dass sich der Lösungsansatz unnötig kompliziert gestaltet und mit Sicherheit Lücken aufweisen wird. Aber die „etablierte Systeme aus anderen Ländern“ sind auch allesamt zahnlose Tiger. Auch Australien hat keine Ahnung ob sich irgendetwas an der tatsächlichen Nutzung geändert hat, obgleich knapp 5 Millionen Nutzeraccounts gesperrt wurden. Denn die Behörden liefern keine Angaben darüber wie viele Jugendliche neue Accounts als „Erwachsene“ oder schlichtweg via Proxy im Ausland erstellt haben. Oder besser gesagt, die Behörden wissen es selber nicht.
      Aufklärung durch Eltern funktioniert, von mir aus auch Abschreckung. Wie auch immer man letzteres umsetzen soll. Ansonsten bleibt nicht viel mehr als die Sperrung von Konten, wenn Nutzer dumm genug sind sich als im entsprechenden Land lebend erkenntlich zu machen. Lokal beschränkte Altersverifikationen kann man vergessen. Diensten wie in Australien Ausweis- und Bankdaten zur Verifikation für ihr Werbeprofiloptimierung zum Fraß vorzuwerfen schadet allenfalls jenen, die dumm genug sind ihre eigenen Daten anzugeben oder nicht via Proxy auf andere Länder auszuweichen. Das ist allerdings kinderleicht.

      • Zusatz: Sprich ja, der deutsche Entwurf ist blödsinnig.

      • Wozu sollte man sich den Kopf zerbrechen wie das umgesetzt wird?!
        Wozu schon schlecht reden, das Kinder das umgehen können?
        100% gibt es nie….

        Aber wenn man aber mit den Maßnahmen dafür sorgt das 75% – 85% der Teenager kein Social Media mehr benutzen, dann wäre es ein Sieg.

        Und es gibt doch genug Systeme dafür:
        Beim eröffnen eines Bank Kontos muss man wohl in Australien auch mit Ausweis /Dokumenten einen Nachweis erbringen genauso wie wir hier!
        Post ident usw. Verfahren…

        Die Firmen müssen gesetzlich dazu verpflichtet werden, das Alter zu prüfen und fertig. In Kombi mit saftigen Strafen.
        Ohne altersprüfung keine Account Eröffnung.
        Am Markt gibt es Lösungen.
        Ich verstehe nicht warum so viele immer dagegen reden.
        Das ist keine Mission zum Mars.

        Politisch bekommt man doch sonst auch so viel Quatsch durch.

  • Social-Media-verbot, irgendwie ist es ja lustig zu glauben das die „Kinder“ spontan ihre ganze Kommunikation einstellen ab Tag X :-)

  • Oh Gott, eine lächerliche Altersfreigabe…
    Der Lobbyismus ist mächtig hier! Deutschland ist völlig verloren. Völlig unfähige Entscheidungen egal wo.
    Nachrichten vor paar Tagen:
    Menschen werden immer dicker -> ABER Politiker gegen Zucker/ Süßigkeiten steuer.
    Immer mehr online mobbing bei Kinder/ Jugendlichen , verzehrte selbstwahrnehnung durch Social Media -> ABER Politiker gegen ein Verbot.

    Aber gut das jetzt ein Vorschlag kam das Krankenkassen keine Zahnbehandlung mehr bezahlen sollen.

    Einfach verrückt wie das hier läuft.

    • Der CDU-Wirtschaftsrat trägt zwar mit Duldung der CDU diesen Namenszusatz, es handelt sich dabei aber um einen Lobby- und Berufsverband, der keiner Partei angehört und auch keine eigene Partei darstellt. Es handelt sich also nicht um eine politische Äußerung aus der Parteienlandschaft. Sondern um einen Zusammenschluss privater Unternehmer. Auch wenn sich Politiker der CDU deren Kokolores sicher gerne mal anhören.

  • Deutschland ist eigentlich immer rückständig. Viele Nachbarländer machen gute Konzepte für Bildung / Verkehr / Energie Subventionen etc.
    Aber warum übernehmen, wenn man als selber langjährig neu denken kann?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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