Aqara G350 ausprobiert: 4K-Kamera und Matter-Hub in einem Gerät
Mit dem Kamera-Hub G350 hat Aqara als erster Anbieter eine Matter-zertifizierte Kamera im Programm. Mit der Ende vergangenen Jahres verabschiedeten Version 1.5 des Standards können erstmals auch Kameras über das Matter-Protokoll mit Smarthome-Systemen kommunizieren. Bislang wird Matter 1.5 jedoch nur von Samsung SmartThings unterstützt. Somit ist dieser Punkt für Apple-Nutzer derzeit noch nicht relevant. In Apple Home kann man die Aqara G350 trotzdem integrieren. Die Kamera ist ab Werk direkt mit der Smarthome-Plattform von Apple kompatibel und unterstützt zudem HomeKit Secure Video.
Die Anbindung an Apple Home unterliegt allerdings den von Apple vorgegebenen Beschränkungen. Vor allem ist hier die Auflösung auf maximal 1080p reduziert. Die G350 kann jedoch eine deutlich höhere Bildqualität liefern und kombiniert eine 4K-Weitwinkelkamera mit einem Teleobjektiv in 2,5K-Auflösung. Ein integrierter Schwenk-Neige-Mechanismus sorgt für eine Rundumabdeckung.
Eine naheliegende Frage wollen wir gleich vorweg beantworten: Man kann die Kamera mit oder ohne Ohren verwenden. Es handelt sich dabei lediglich um eine abnehmbare Silikonhülle, die den oberen Bereich des Geräts zusätzlich schützt.
Weitwinkel und Tele kombiniert
Beim Zugriff über die Aqara-App kann die Kamera mit hervorragender Bildqualität punkten. Die hohe Auflösung macht sich sowohl bei Weitwinkelaufnahmen als auch beim Zoomen deutlich bemerkbar. Bei Dunkelheit wechselt das Gerät automatisch in einen Infrarotmodus, der Graustufenaufnahmen mit guter Detailtreue liefert.
Die drei Standard-Zoomstufen der Kamera: 1x, 3x und 9x – unten der Ausschnitt bei neunfacher Vergrößerung
Um die Kamera zu bewegen, kann man klassisch mit Wischgesten oder einem in der App angezeigten Steuerfeld arbeiten. Aqara hat hier zusätzlich mehrere praktische Funktionen integriert. Zunächst kann man Aufnahmebereiche definieren, die sich dann direkt anfahren lassen. Zudem verfügt die Kamera über eine Funktion namens Panorama-Sucher. Hier wird ein Panoramabild der maximalen Aufnahmefläche hinterlegt, in dem man dann per Fingertipp beliebige Positionen anfahren und heranzoomen kann.
Bewegungssensoren und KI-Erkennung
Für die Überwachung des Kamerabereichs kann man diverse erweiterte Optionen aktivieren, darunter die Erkennung und automatische Verfolgung von Personen und Tieren. Dabei fährt die Kamera nicht nur mit dem Objekt mit, sondern kann den betreffenden Bildausschnitt auch automatisch vergrößern. In unseren Tests hat dies allerdings nicht immer zuverlässig funktioniert und wir hoffen, dass Aqara hier softwareseitig nachbessert.
Darüber hinaus stehen zum Teil durch KI unterstützte Funktionen wie die Erkennung von Gesichtern, Geräuschen und Gesten zur Verfügung, die teils noch als Beta gekennzeichnet sind. Solche Ereignisse können eine automatische Aufzeichnung und begleitende Push-Mitteilungen auslösen. Wer mag, kann die Kamera auch immer dann Fotos aufnehmen lassen, wenn ein Lächeln erkannt wird. Laut Aqara verlassen im Rahmen der hierfür benötigten Analysen keine Daten das Gerät, die Erkennung findet ausschließlich lokal statt.
Für zusätzlichen Schutz der Privatsphäre sorgt die Schlaffunktion der Kamera. Wenn aktiviert, wird das Objektiv nach oben hinter das Kunststoffgehäuse des Geräts gefahren.
Aufnahmespeicher lokal oder in der Cloud
Auch die Cloud-Speicherung der Videos ist optional. Die Aqara G350 verfügt über einen Steckplatz für eine microSD-Karte mit bis zu 512 GB Speicherplatz und kann auch ausschließlich darauf speichern. Die aufgezeichneten Videos lassen sich ergänzend automatisch auf einen Netzwerkspeicher übertragen.
Für die Cloud-Speicherung bietet Aqara zwei Optionen an. Kostenlos können Clips mit rund zehn Sekunden Länge in begrenztem Umfang gespeichert und zum Abruf bereitgehalten werden. Mit dem Home-Guardian-Abo garantiert Aqara 90 Tage Videospeicher und bietet zusätzliche Sicherheitsfunktionen an.
Zusatzfunktion als Matter-Hub
Die Aqara G350 fungiert nicht nur als Kamera, sondern auch als Matter-Hub für Thread- oder Zigbee-Geräte. Mit dem Kamera-Hub verbundene Sensoren und sonstiges Zubehör können auf diesem Weg in Smarthome-Systeme wie Apple Home integriert werden. Um die Funktion zu verwenden, wird die G350 als separates Matter-Zubehör mit Apple Home verknüpft.
Zum Preis von 139,99 Euro bekommt man mit dem Aqara Kamera-Hub G350 eine leistungsfähige Smarthome-Kamera für Innenräume, die sich auch gut als kleines Sicherheitssystem verwenden lässt. Der integrierte Matter-Hub dürfte für viele Nutzer ein willkommener Bonus sein. Im Lieferumfang ist ein anderthalb Meter langes USB-C-Kabel enthalten. Das benötigte Netzteil muss man allerdings selbst beisteuern – die Kamera zieht im Betrieb rund 10 Watt.






