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So viel im Argen: Amazons “App Store”, ein Alptraum für Entwickler

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Die Tatsache, dass Amazons App Store den hiesigen Smartphone-Entwicklern momentan noch den Verkauf ihrer Android-Applikationen im eigenen virtuellen Kaufhaus untersagt (ein Umstand der dem Namensstreit mit Apple geschuldet zu sein scheint) darf derzeit als Geschenk gewertet werden.

Dem Erfahrungsbericht der “Pocket Casts”-Macher (AppStore-Link) nach zu urteilen, muss die Teilnahme an der Entwickler-Plattform so viel Spass machen, wie ein Besuch beim Zahnarzt. Unter der Überschrift “Amazon App Store: Rotten To The Core” beschreibt das Shifty Jelly-Team den Alltag beim App Store-Konkurrenten und relativiert die jahrelange Kritik an Apples Verkaufs- und Prüf-Modell.

So fordert Amazon ausgewählte Entwickler regelmäßig zur Teilnahme am sogenannten “Free App of the Day Calendar” auf. Einer Promo-Aktion bei der eine eigentlich kostenpflichtige Anwendung 24 Stunden lang gratis angeboten wird. Die Jungs von “Shifty Jelly” haben sich nach langer Bedenkzeit zum Mitmachen entschieden und berichten über ihren “Erfolg”.

Statt der sonst üblichen 10-20 Verkäufe pro Tag verzeichnete “Pocket Casts” im Aktionszeitraum 101.491 Downloads. Ein Impact der für zahlreiche Support-Anfragen der frischen Nutzer sorgte und zur Anschaffung neuer Server-Hardware in der Shifty Jelly-Zentrale führte. Problematisch: Anders als angekündigt vergütete Amazon die Entwickler nicht für ihren Umsatz-Ausfall:

Amazon’s biggest feature by far, has been their Free App Of The Day promotion. Publicly their terms say that they pay developers 20% of the asking price of an app, even when they give it away free. [...] But here’s the dirty secret Amazon don’t want you to know, they don’t pay developers a single cent.

Und damit nicht genug. In den Tagen nach der Gratis-Aktion reduzierte Amazon den vom Entwickler-Team gesetzten Preis ungefragt von $1,99 auf $0,99. Die Kritikpunkte der “Pocket Casts”-Macher im Detail:

  • Amazon benötigt zu viel Zeit zur Freigabe eingereichter Applikationen. Über den Daumen ca. 2 Wochen.
  • Amazon nimmt sich das Recht, den Preis für alle Apps im eigenen App Store frei zu bestimmen. Eine Rückfrage bei den Entwicklern bleibt aus, Möglichkeiten zu intervenieren gibt es nicht.
  • Das Amazon-Team formuliert die App Store-Beschreibungen der Applikationen neu, streicht Sätze oder fügt eigene Abschnitte hinzu.
  • Amazon bezahlt die Android-Entwickler wesentlich später als zum Beispiel Google: “to date we haven’t received any cheques from them, even though we are listed as being ‘payed’”
  • Entwickler haben (außer einer Mail an das Amazon Support-Team) keine Möglichkeit ihre Apps aus dem Amazon App Store zu entfernen.
Diskussion 15 Kommentare.
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  1. Tolle Zustände ^^ aber diese Schiene können sie eh nicht ewig fahren, weil sie es sich sonst sparen können. Ich meine welcher Entwickler wechselt den von iOS zu Amazon. Klar der AppSzore ist nicht perfekt, aber das was Amazon bietet ist einfach nur schei**e

    iphone_freak
    • Ich glaube ich habe was verpasst. Ich dachte der Amazon App Store ist nur für Android Apps? Was die Frage aufkommen lässt, warum über einen Android App Store auf einer iPhone Seite berichtet wird. Wenn die auch iOS Apps anbieten, dürfte das doch nur für jailbroken iPhones funktionieren?!

      — Cromax
      • Um Nachteile der Mitbewerber von Appel besser hervorzuheben, leider ;-(

        — Kartoffelsack
      • Beide falsch, 6 setzen!
        Mögliche richtige Antwort:
        “Um über den Tellerrand zu blicken”
        “Um seinen Horizont zu erweitern”
        o.ä.

        — Martin
  2. Das ist doch irgendwie verboten. Sie (Amazon) versuchen etwas zu ändern, von dem sie keine Ahnung haben (die jeweiligen Apps). Preis ändern etc. Außerdem sollten die Entwickler volle Kontrolle über ihre Apps haben. Wenn alles verbessert wurde aber eindeutig gut

    Simon
  3. Ist es nicht Amazon, die sich gegen Apples Preispolitik im AppStore aufgelehnt haben? Ist es nicht Amazon, die unverschämt hohe Verkäuferprovisionen von Marketplacehändlern verlangen? Ist es nicht Amazon, die Verkäuferkonten ohne persönliche Rücksprache sperren und Verkäufer um Ihre Existenz bangen müssen? Und dazu werden alle Konten von Angehörigen / Geschäftspartnern geschlossen? Ist es nicht Amazon, die der kundenfreundlichte Laden weltweit werden will? Für mich hat dieser Laden viel zu viel Macht. Apple weiß seine Macht einzusetzen. Amazon nicht.

    — Oliver
    • Du sagst es: sie wollen Kundenfreundlichster Laden weltweit werden. Dafür sind sie auch auf dem besten Weg. Aber es hat ja niemand was von Verkäuferfreundlichster Laden gesagt…

      — bifi
      • In dem Fall sind aber sowohl die Endkunden, als auch die Entwickler der Applikation Kunden von Amazon.

        — Servior
    • Naja. Ehrlich gesagt hab ich mit dem verkäuferportal bis jetzt keine schlechte Erfahrungen gemacht (iPhone etc. verkauft). Gut die nehmen hohe Gebühren, aber das ist mir dann immer noch lieber als bei eBay reinzusetzen, wo Lug und Betrug herrscht…

      — DAX
  4. Gerade in dem klagefreudigen Land der USA dürfen wir uns dann auch einen baldigen Rechtsstreit freuen ;)

    — komacrew

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