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Gekaufte Musik und Gratis-Mixtapes: Eure iTunes-Ausgaben aus Musiker-Sicht

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Seit vier Tagen steht das Album „One Frame Per Second“ (iTunes-Link) der französischen Indie-Band „Uniform Motion“ zum Download über iTunes, im Amazon MP3-Shop und beim UK Streaming-Dienst Spotify bereit. Wir sind auf die Combo durch ihren überaus lesenswerten Blog-Eintrag „Release day economics“ aufmerksam geworden. Detailliert schlüsseln die drei Franzosen hier ihre Einnahmen beim digitalen Verkauf ihrer Musik auf.

Zahlen, die man als iTunes-Kunde ruhig im Hinterkopf behalten sollte. Das neue Album kostet bei iTunes 8,91€. Nach Apples 70/30-Split, der nicht nur bei den Apps sondern auch bei der im iTunes Store angebotenen Musik fällig wird, bleiben den Alternativ-Musikern 6,28€ pro Album.

Will man eine CD im iTunes-Katalog platzieren, werden 35€ pro Jahr fällig. Um mit ihren drei Alben also überhaupt nennenswerte Umsätze einzufahren müssen mindestens 24 iTunes-Kunden das Album oder 150 Kunden jeweils eine Single kaufen.

Beim Streaming-Dienst Spotify dauert der Sprung in den Einnahme-Bereich noch länger. Die Engländer geben den Musikern immer dann, wenn der Song auf einem Rechner im Netzwerk läuft 0,003€. Selbst wenn ein Fan sich die CD 1000 mal anhören sollte (also drei Jahre lang, einmal pro Tag) fließen „nur“ 29,47€ an die Band.

Und wie sieht es beim CD-Direktkauf vom Künstler aus? Die CD kostet 10€ bei „Uniform Motion“. 0,515€ gehen an Paypal, 1,50€ an das Musik-Netzwerk BandCamp, die CD kostet in der Fertigung 1,20€, das Booklet 50 Cent, Porto und Versand 2,15€. Übrig bleiben 4,43€.

Gratis-Mixtapes: Kurz noch eine Link-Empfehlung für die Hip-Hop Freunde unter euch. getrightmusic.com bietet zahlreiche Kostenlos-Mixtapes zum Direkt-Download an. Schaut euch einfach mal hier um.

Montag, 05. Sep 2011, 10:57 Uhr — Nicolas
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  • Und da sagt jeder, Musiker wären Reich ;)

    • Genauso wie die Location, das Equipment, das Personal, die Nebenkosten …

    • Da geb ich illunis total recht, wahrscheinlich bleibt bei den Konzerten, auf den einzelnen runter gerechnet, nicht viel mehr als beim cd Verkauf…

    • Der NoName-Musiker ist wohl wirklich nicht reich. Die verdienen sich mit ihrer Musik nebenbei was dazu oder schaffen es gerade so davon zu leben. Die Stars im Musikgeschäft verdienen dagegen ordentlich Asche. 24 iTunes-Kunden, um in den Gewinnbereich zu kommen? Ein Witz gegenüber den Millionen Platten, die die so verkaufen. Selbst wenn man noch 70% ans Label abtritt (Kosten für die Produktion schon mit drin) langt das bei nem guten Album aus. Und es bleibt meist ja auch nicht bei einem Album, sondern es kommen zig Auskopplungen hinzu. Die Musiker verdienen sich da schon ziemlich blöd.

      Und was die Konzerte angeht. Natürlich kostet die Location, das Equipment und das Personal auch Geld, wo liegen denn überall die Einnahmequellen? Du zahlst für die Karten, du zahlst bei den Getränken, du zahlst bei den Speisen, es wird Werbung gemacht, … . Die Einnahmen sind auch hier ordentlich. Zum Beispiel habe ich dieses Jahr für David Guetta 80€ pro Karte hingelegt und die Cola hat 10€ pro Glas. Was dort die anderen Sachen gekostet haben, möchte ich lieber nicht wissen.

      Ganz ehrlich, die Musiker sind bestimmt nicht arm. Zum Leben reicht es, wenn sie nicht komplett unmusikalisch sind.

    • Das hat U2 mal irgendwann nach’ner großen Tour erläutert – ich glaube, es war die Vertigo-Tour: Die müssen schon haarscharf kalkulieren, um nicht noch drauf zu zahlen!

    • Wie arm Musiker sind, sieht man ja an den Kleinwaagen die sie fahren müssen, und an den Bruchbuden in denen sie wohnen.

  • Fazit: iTunes lohnt sich für alle

  • 35€ pro Jahr, um bei iTunes dabei zu sein? Da machen die was falsch! Eine CD bei CDBaby einstellen kostet einmalig und die wird dann gratis in allen möglichen Online-Diensten (auch iTunes) aufgespielt…

    • Dann hast du da was falsch verstanden. Bei iTunes zahlst du im Jahr 35€ und kannst so viel Musik und Alben zur Verfügung stellen wie du kannst. Und bei diesem CDBaby zahlst du ja dann für jedes Album was du online stellst

      • Dann hab ich den artikel auch falsch verstanden und die Rechnung ist dann auch total für’n. Arsch. Bei iTunes bezahlst du auch für jedes Album. UND ZWAR JÄHRLICH!

  • Wie sieht es denn mit dem Verkauf über ein klassisches Plattenlabel aus? Wieviel bekommt der Künstler dann für jede CD die im Laden oder bei Amamzon für sagen wir mal 16 Euro verkauft wird?

      • Drei Euro ist da schon ein relativ hoher Wert. Zusätzlich muss man natürlich auch im Hinterkopf behalten, dass das dann auch noch vom Künstler alles versteuert werden muss.
        Im Endeffekt schneiden viele mit, aber dem eigentlichen Künstler bleibt nicht allzu viel.

    • Bei Amazon müssten es nach wie vor ca. 60% sein, die Band bekommt also 4,16 Euro Brutto.

      Ach ja, bei Amazon werden die MP3s mit einer Kennung des Käufers signiert. Falls jemand so schlau sein sollte einen Titel bei Amazon zu kaufen um ihn dann munter zu verteilen.

      • Was passier eigentlich mit diesen Titeln beim iTunes Match?
        Oder was passiert mit all denen, die illegal runtergeladene Musik (auf jemand anderes z.B. Amazon-signiert!!) über Match abgleichen lassen werden? *lacht

  • Wenn ich auf die Schnelle im Kopf richtig gerechnet habe:
    Einmal in der Gewiinzone bei iTunes (mehr als 24 Alben verkauft) bleibt also bei iTunes von jedem weiteren verkauften Album ca. 1,80€ mehr übrig. Davon müssen natürlich erstmal die fehlenden Gewinne der ersten 24 Alben „nachgeholt werden“, dazu braucht es ca. 60 Alben.
    Wer also mehr als ca. 84 Alben verkauft, verdient über iTunes ca. 1/3 mehr. Ist doch gut, oder? Dazu kommt u.U. eine wesentlich bessere Vermarktung, sprich mehr Verkäufe

  • Moment mal…Spotify zahlt doch nur maximal 0,0012 Euro pro streaming.
    Das macht also maximal 10,80 Euro Brutto wenn das Album 1000 mal angehört wird (=9000 streams).
    Und das bekommen sie auch nur, weil sie kein Label davor sitzen haben. Deren Splits liegen mittlerweile teilweise zwischen nur noch 10 bis 20% für die Artists. (Übrigens: Die Plattenlabels und deren der Phonoverband (IFPI) ist nicht das gleich wie die GEMA)
    Wie dem auch sei, wenn ich das richtig sehe sind das drei Leute. Wenn alle drei jeweils 1800 Brutto pro Monat verdienen wollten und sie nur Spotify nutzen würden müssten sie dort 5400 Euro pro Monat verdienen. Das wären 4,5 Millionen streams pro Monat. Da glaube ich persönlich nicht(!) dran. Nur mit solchen Streamingdiensten wie Spotify könnten kleinere Bands sich nur schwerlich über Wasser halten, selbst wenn die Herren 10 Alben im Portfolio hätten und mindestens 100.000 eingefleischte Fans.

  • Also, ein Album welches für 14,99€ im Laden steht, geht meist für einen HAP (Händlerabgabepreis) von 10,50-10,90€/unit an den Händler. Das ist allerdings auch eher als theoretischer Wert zu sehen, da gerade die grossen Händler wie bspw. Amazon, Müller, SaturnMedia,… Grosshändlerrabatte erwarten und die genannten HAPs nur zu gern unterschreiten. So gehen die meisten full-price Alben für ca. 09,00€ an den Handel, die Vetriebe erledigen ihre Arbeit meist für 25% auf den HAP, also 2,50€/unit – d. h., beim Label kommen ca. 6,50-6,80€/unit an. Nun zählt’s was für einen Deal man mit seinem Label hat, oftmals liegt der bei 20-25%, also 1,60/1,70€ unit. Wobei dann das Label aber auch für Fertigung, PR- und Marketing Maßnahmen aufkommt.

    Man kann auch gern direkt vertreiben, also die 6,50-6,80€ selbst einstreichen, hat dann aber die Fertigung, GEMA-Zahlungen, PR- und Marketing Maßnahmen selbst zu leisten.

  • Hm, im Artikel fehlt irgendwie noch die Preisangabe von Amazon.
    Unabhängig davon, so ist die höhere Gewinnmarge bei iTunes nicht zwingend besser für die Künstler, da hier auch der Preis höher ist. Grad bei einer „Noname“ Band entscheiden die Käufer meist über den Preis, ob sie sich ein Album kaufen. Unter Umständen hätten sie dadurch mehr Käufer und auch mehr Gewinn.
    Wie auch immer, viel Erfolg an die Jungs.

  • Weiß jemand wie die Bezahlung bei Napster funktioniert? Mit der Flatrate dort kann so viel ja bei den einzelnen Künstlern nicht übrig bleiben…

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