Abrechnung nach Luftlinie statt Tarifzonen
ÜSTRA easy: Hannover setzt auf Luftlinien-App-Tarif im Nahverkehr
Nachdem zuletzt mehrere Verkehrsverbünde auf automatische Check-in-Systeme umgestellt haben, zieht nun auch die Region Hannover nach. Während etwa in Stuttgart bereits ein Bestpreis-Modell mit Streckenabrechnung eingeführt wurde, geht die neue Anwendung „ÜSTRA easy“ einen anderen Weg und setzt auf ein Luftlinien-Tarifmodell.
Die Nutzung bleibt dabei ähnlich einfach. Fahrgäste starten ihre Fahrt per App und können direkt einsteigen. Das System erkennt das Fahrtende selbstständig oder ermöglicht ein manuelles Beenden. Ein digitales Ticket wird während der gesamten Fahrt bereitgehalten und kann bei Kontrollen vorgezeigt werden.
Abrechnung nach Luftlinie statt Tarifzonen
Im Unterschied zu klassischen Tarifsystemen basiert die Preisberechnung nicht auf gefahrenen Strecken oder Zonen, sondern auf der direkten Entfernung zwischen Start und Ziel. Für jede Fahrt fällt ein Grundpreis an. Zusätzlich wird ein Betrag pro angefangenem Kilometer berechnet.
Umstiege beeinflussen den Preis nicht, da ausschließlich die Luftlinie zwischen den Haltepunkten zählt. Damit entfällt die Notwendigkeit, sich mit Tarifzonen oder Ticketvarianten auseinanderzusetzen. Die Abrechnung erfolgt nach Abschluss der Fahrt automatisch und wird in der App sowie per E-Mail angezeigt.
Auch Preisobergrenzen sind integriert. Einzelne Fahrten, Tagesnutzung und monatliche Gesamtkosten werden gedeckelt. Wird eine dieser Grenzen erreicht, bleiben weitere Fahrten kostenfrei, sofern weiterhin eingecheckt wird.
Technik im Hintergrund und Zielgruppe
Damit die „ÜSTRA easy“-App zuverlässig funktioniert, nutzt sie neben GPS auch Bluetooth-Signale. In unterirdischen Haltestellen und Fahrzeugen kommen zusätzliche Sender zum Einsatz, die die Position genauer bestimmen. Voraussetzung ist eine aktive Internetverbindung sowie ein betriebsbereites Smartphone während der gesamten Fahrt.
Das Angebot richtet sich vor allem an Gelegenheitsnutzer, die ohne Tarifkenntnisse unterwegs sein möchten. Ähnlich wie in Stuttgart entfällt die Auswahl eines konkreten Tickets. Stattdessen übernimmt die Anwendung die komplette Abwicklung im Hintergrund.
Eine Besonderheit ist die Integration von On-Demand-Verkehren, die ebenfalls in die Abrechnung einbezogen werden. Damit erweitert das System seinen Einsatzbereich über klassische Linienverkehre hinaus.


VRS eezy.nrw ist ähnlich, allerdings leider keine wirklich gepflegte App. Schade, diese Luftlinien Tarife finde ich ne gute Sache.
SWK App aus Krefeld macht eezy auch und die App ist super – geht in ganz NRW
Cool, danke für den Hinweis. :)
ich benutze die oben genannte VRS App. Wirklich ne super Idee und absolut unkompliziert.
Durch die Tarife blickt man ja einfach nicht mehr durch.
die Abrechnung nach Luftlinie ist sehr benutzerfreundlich.
Aber leider muss ich dem Vorredner Recht geben: da ist noch ganz viel Luft nach oben. Die App ist gefühlt schon ewig im Beta-Stadium
Hier in München geht das auch inzwischen, heisst Swipe und wendet sich auch an Gelegenheitsfahrgäste und Touristen, die das komplizierte Tarifsystem nicht lernen wollen. Funktion klingt sehr ähnlich. Mehr Infos hier, falls es interessiert: https://www.mvvswipe.de/
Ideal wäre jetzt, wenn es hier eine Vereinheitlichung gäbe und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht :-)
Exakt das dachte ich mir auch. Aber jeder Verkehrsbund tickt wohl anders.
Daran könnte man sich in Berlin ein Beispiel nehmen, seit der letzten Änderung muss man als Brandenburger am direkten Stadtrand sogar die Innenstadtzone A (von ABC) mit bezahlen (5euro einfache fahrt), auch wenn man dort gar nicht hinfährt (Ticket für BC wurde gestrichenen), beim nächsten mal nehm ich wieder einen Werkstattersatzwagen statt dem OPNV nen 10er für 2 mal 20 Minuten Fahren und bei Minusgraden 2 mal 20 bis 30 Popoabfrieren – kostet auch nur 29 Euro – allein die Zeitersparnis hätte den Invest für mich gerechtfertigt, das Wochenende im Bett mit Schüttelfrost gabs gratis oben drauf