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Touchscreen-Probleme beim iPhone: Auch Geräte der fünften Generation betroffen

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39 Kommentare 39

Vorgestern haben wir euch auf einen Bericht aus den USA aufmerksam gemacht, dem zufolge ein Hardware-Fehler für Bildschirm- und Touchscreen-Störungen bei den 6er-iPhones, und hier besonders bei den Plus-Modellen verantwortlich ist. Wir haben diesbezüglich beim iPhone-Reparateur iDoc nachgehakt, und uns die Zusammenhänge erklären lassen.

Den Berliner iPhone-Profis zufolge beschränkt sich das Problem keinesfalls auf die 6er-Modelle, tritt hierzulande bislang aber nicht in der Häufigkeit auf, wie es uns Berichte aus den USA Glauben machen wollen.

Einen Fehler bei der Konzeption der Hauptplatine machen aber auch die iDoc-Techniker für die Probleme verantwortlich. Um Platz zu sparen, verwendet Apple statt klassischer, mit Löt-Pins ausgestatteter Chips nämlich zum Teil sogenannte Ball Grid Arrays (BGA), die durch kugelförmige Lötkontakte an ihrer Unterseite auf der Platine gehalten werden. Im Laufe der Zeit können sich diese Lötstellen nun aufgrund von mechanischer Beanspruchung lösen. Hierbei muss es sich keinesfalls um ein Verbiegen der Geräte handeln („Bendgate“), auch die Belastung durch einen Sturz kann entsprechende Schäden verursachen. Dementsprechend trete der Schaden auch bei Geräten der 5er-Reihe auf. Die Gefahr steigt offenbar mit zunehmendem Alter der Geräte, weil Lötzinn im Laufe der Zeit mehr und mehr spröde und damit anfälliger für Bruchstellen wird.

Iphone Touchscreen Problem Defekte Loetstelle

Ein auf diese Weise verursachter Bruch der Lötstellen muss nicht zwangsläufig sofort für Probleme sorgen. Teils machen sich solche Beschädigungen erst verspätet oder zunächst nur in Form von „Wackelkontakten“ bemerkbar. Auch Temperaturschwankungen haben hier Einfluss. Mitunter hilft den Technikern zufolge sogar ein Druck auf den Bildschirm, um das Problem für einige Zeit zu beheben.

Die Reparatur ist in jedem Fall aufwändig. Zwar muss nicht zwangsläufig die Hauptplatine ausgetauscht werden, die betroffenen Bauteile – in der Regel handelt es sich hier um zwei für die Touchscreen-Steuerung verantwortliche Chips – müssen allerdings freigelegt werden, damit man die Lötstellen durch Erwärmen ausbessern kann.

Die iDoc-Techniker haben mittlerweile auch eine ausführliche Beschreibung des Fehlers inklusive detaillierter Auflistung der einzelnen Reparaturschritte in ihrem Hausblog veröffentlicht.

Donnerstag, 25. Aug 2016, 11:33 Uhr — chris
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  • Mein iPhones 6 Plus hatte das Problem. Hab dann an der Genius Bar problemlos das Gerät getauscht bekommen. (Kein Beweis notwendig) Hatte jedoch Gewährleistung direkt bei Apple (Direkt im Store gekauft gehabt).

  • Ich habe mein 6+ auch gerade über ACPP getauscht, ging problemlos. Nur die Datensicherung vorher hat nicht funktioniert, brach immer mit Fehlermeldung ab. iCloudsicherung ohne Passworte ging dann.

  • „Der fünften Genration…“

    Also iPhone 4s?

  • Mein 3. 6 Plus leidet auch unter dem Problem.. Der vierte Umtauschversuch hat mangels Termin nicht geklappt und so habe ich gelernt damit zu leben (echt kein Bock mehr auf die ewige rumfahrerei/rumschickerei). Ein Druck auf die displayoberseite (bei mir oben rechts) hilft dann meistens .. Inzwischen tritt der Fehler nur noch sporadisch auf.. Aber hey.. Ist ja nur ein 1000€ Handy. Warum sollte das völlig fehlerfrei sein?

    • Hat übrigens im zarten Alter von 2 Wochen angefangen und das iPhone ist inzwischen 11 Monate alt.

      • Naja die Lötstelle löst sich nicht einfach so. Die wird zwar brüchig mit der Zeit aber verliert den Kontakt nicht. Also einfach aufpassen und nicht fallen lassen

      • Hucklebehrryfinn

        Es sind bei solchen Bauteilen nicht nur rein mechanische Belastungen durch Verbiegen oder Fallen lassen des iPhones verantwortlich.
        Wenn der Fehler schon nach wenigen Wochen Auftritt, ist schon bei der Produktion was falsch gelaufen. Kalte Lötstelle oder der abstand vom Bauteil zur Platine ist zu groß oder nicht plan. Der andere Faktor sind die ständigen Temperaturschwankungen. Mal ist man draußen im Winter kommt in die warme Bude, oder im Sommer draußen gemütlich Käffchen geschlürft und das iPhone im prallen Sonnenschein liegen gelassen und dann ins klimatisierte Auto. Oder auch beim daddeln die CPU zum „Glühen“ bringen, verteilt eine wohlige Wärme im iPhone….
        Die Platine und die Chips brauchen sich dabei nur minimal unterschiedlich (schnell) ausdehnen/zusammenziehen, schon hat man an den Lötpunkten Scherkräfte, die eben mit der Zeit den Lötzinn spröde machen und letzten Endes auseinander reißen.

    • Hmm …. Du hast keine kalten Lötstellen ? Super ! Ein gelungenes lebendes Produkt von Mama und Papa ! Lool

  • Irgendwann muss das iPhone ja kaputt werden dass man auch mal ein neues kauft…

  • Nun das mag zwar unter Umständen so sein, aber ich habe die selben Probleme bei einem 6+, welches vor knapp zwei Monaten durch Apple selbst getauscht wurde.
    Ich vermute, dass das Programm, welches die Touchscreen Eingaben verarbeitet, sich am laufenden Band aufhängt.
    Dies Problem kann ich immer nur durch sperren und entsperren des Gerätes beheben. Denke mal, dass mit entsperren, das Touchscreen-Verarbeitungsprotokoll neu gestartet wird.

    • Du rätst nur wild in der Gegend rum und hast nicht mal die gröbste Ahnung, was im inneren deines Telefons passiert, oder?

      • Warum sollte es mich interessieren was in dem 1.000€ Gerät passiert?
        Es ist nagelneu, nicht heruntergefallen, wird gepflegt und trotzdem könnte ich es dem Hersteller hinterher werfen.
        Aber dieses hin und hergerenne ist mir inzwischen zu wider und man lebt damit. Weil andere Hersteller noch größere scheisse verzapfen bleib ich bei Apple. Da weiß ich wenigstens, sollte was extremeres sein, kann ich in nem Ströme gehen, Problem beheben lassen und wieder heim gehen. Bei anderen wird es erstmal nach Timbuktu geschickt und ich sitze mindestens 2 Wochen ohne da… Ne, ohne mich.

  • Ja, das ist eben der Nachteil von bleifreiem Lot!

  • Was ist schon ohne Fehler! Würde die Technik beim 6S geändert?

  • Konzeptionsfehler? Das hat Lötzinn nunmal so ansich, dass es im Laufe der Zeit porös wird. Hat nichts mit Konzeptionsfehler zu tun

    • „Apple verwendet statt klassischer Löt-Pins“ – Lesen!!!

      • und verstehen….
        demzufolge ist jedes elektronische Gerät falsch konzeptioniert. BGAs sind State of the art, „klassische“ Lötpins im Elektroniksektor nur noch bei sehr grossen/schweren Bauteilen Stand der Technik.

      • „mit Löt-Pins ausgestatteter Chips nämlich zum Teil sogenannte Ball Grid Arrays (BGA), die durch kugelförmige Lötkontakte an ihrer Unterseite auf der Platine gehalten werden. Im Laufe der Zeit können sich diese Lötstellen nun aufgrund von mechanischer Beanspruchung lösen.“

        und genau das meinte ainairos, Lötzinn wird mit der Zeit porös und dann gibts diese Kontaktprobleme. Vermutlich entstehen auch durch die Abwärme der Chips und äußere Einflüsse (Temperatur, Stöße usw..) Spannungen in den Chips und / oder in der Platine, was dann auf diese Lötverbindungen geht und diese zusätzlich mechanisch beansprucht. Irgendwann gibt halt das Lötzinn (diese Lötkugeln) nach und dann setzt die bekannte Funktion eben aus.

        Bleifreies Lot soll hier noch anfälliger sein, wie weiter oben schon jemand erwähnt hat.

      • Als Techniker der viel mit löten zu tun hatte und gelötet hat, sowohl bleihaltig, als auch bleifrei…..gelesen und verstanden. Aber danke für deinen Hinweis ;-)

  • Also viele Geräte können aber nicht betroffen sein. Wie wäre sonst zu erklären dass das erst jetzt auffällt? Nach so langer Zeit?

    • Hucklebehrryfinn

      Weil diese „Erosion“ ein recht langsamer Vorgang ist…
      Man könnte es auch böswillig geplante Obsoleszenz nennen. Wobei Lötstellen sich noch ungenauer berechnen ließen, als entsprechende Bauteile.

  • Naja so langsam dürfte ja auch vom letzten iphone 6 die Garantie abgelaufen sein…Ist natürlich nur ein Zufall…

  • Geplante Obsoleszenz, à la samsung clicking? Nee mal Spaß bei Seite. Wer soll künftig neue Geräte verkaufen wenn die die Alten nicht kaputt gehen und man mit der Software nicht „bremsen“ darf ^^. Klingt hart, aber: so is Leben…

  • Mein (inzwischen getauschtes) iPhone 6+ lies sich nicht durch Sperren/Entsperren, sondern nur durch ein leichtes Klopfen mit der Rückseite gegen eine Tischkante wieder überreden, auf meine Berührungen zu reagieren („leichte Schläge auf den Hinterkopf“). Da ich das Teil in der Jackeninnen- oder Hemdtasche trage und es sich dabei natürlich erwärmt, reichte es manchmal auch aus, das Telefon „erkalten“ zu lassen.
    Das Austauschgerät ist fehlerfrei; vielleicht verkaufe ich es als „kaum gebraucht“ und hole mir in 1-2 Monaten das neue 7er.

  • An das ifun-Team: gibt es seitens iDoc auch eine Preisangabe für diese Reparatur? Hat jemand das schon mal machen lassen und kann etwas zu den Kosten für diese Instandsetzung sagen bzw. schreiben?

  • Einen Umtausch würde ich in diesem Fall nur über Apple machen und den dafür verlangten Preis erst einmal in Kauf nehmen, denn sollte irgendwann mal eine Umtauschaktion stattfinden, und die Erfahrung hat gezeigt, dass dies der Fall ist, bekommt man die Kosten auch im Nachhinein zurückerstattet. Beim nicht autorisierten Händlern/Reparaturen ist das nicht der Fall.

  • Christopher iDoc

    Hi Jungs,

    Für Lötreparaturen jeglicher Art berechnen wir aktuell 109€.

    Gruß,

    Christopher

  • Von Millionen iPhone Besitzer melden sich jetzt eine Hand voll und haben dieses Problem. Wenn ich sehe, dass besonders junge Frauen ihr iPhone in der Gesäßtasche tragen, wundert mich da gar nichts. Normalerweise müsste da noch viel mehr passieren.
    Natürlich mag es sein, dass hier und da dieser besagte Fehler auftritt, aber ich bin mir auch sicher, dass Apple da ein wenig die Hand im Spiel hat, so nach dem Motto: An alle 5 und 5S Besitzer, kauft nicht das 6er iPhone (und wartet auf das iPhone 8), sondern kauft das in ca 2 Wochen vorgestellte Iphone7.
    Da ist was dran, glaubt mir.

  • Weil viele Frauen die Hose eine Nummer zu klein kaufen als Ihnen eigentlich passt ;-).
    Dass passiert bei den Männern nur ganz selten ;-))

  • Hi Christopher von iDoc,
    bist Du wirklich sicher dass keine Mädels mitlesen?

  • Sorry iDoc, aber wenn ich schon lese, dass für das Aufschmelzen eine Heißluftdüse mit 500°C unkontrolliert auf ein empfindliches Bauteil verwendet wird… Das hat nix mit „professioneller“ Reparatur zu tun. Habt ihr mal ins Datenblatt der betroffenen ICs geschaut, welche Lötprofile damit gefahren werden dürfen? Wie lange mit Tmax etc.? Ne, also entweder man macht es richtig mit einer IR-Lötanlage und Temperaturüberwachung, einem kleinen Reflow-Lötofen oder ähnlichen technischen „Errungenschaften“ oder man lässt es einfach sein. Durch unkontrolliertes Aufheizen (und nur weil es ja danach irgendwie funktioniert und aufgeschmolzen ist), heißt das noch lange nicht, dass ihr das Bauteil nicht beschädigt habt. Habt ihr mal nach eurem Prozess Röntgen- oder Schliffbilder gemacht, um das alles zu verifizieren?
    Heutzutage entsteht an jeder Ecke eine kleine Handybastelbude, die meint, alles professionell zu erledigen ;)
    Nehmt es nicht persönlich, aber ich habe mehr als 10 Jahre in der QA einer Medizin-Elektronikfertigung gearbeitet und genau solche Themen haben langfristig immer die größten Fragen aufgeworfen. Von außen sah oftmals alles schick aus, aber innen… Naja. Jeder wie er meint ;)

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