Videoüberwachung, vor allem für Unternehmen
Surveillance365: Synology startet Kamera-Cloud
Synology erweitert sein Überwachungsangebot um Surveillance365. Der neue Dienst richtet sich an Unternehmen (keine Überraschung), die Kameras an mehreren Standorten zentral verwalten wollen, ohne dafür vor Ort einen eigenen Server oder ein NAS-System einzuplanen. Kurz: Eine cloudgestützte Verwaltung für kompatible Synology-Kameras, bei der Einrichtung, Livebild, Wiedergabe und Benachrichtigungen über Webportal oder Mobil-App laufen.
Der Start des neuen Angebotes passt zur zuletzt sichtbaren Neuausrichtung des Herstellers. Synology schiebt DSM stärker in Richtung Unternehmensplattform und ergänzt die lokale Surveillance Station nun um ein Angebot, das weniger nach klassischer Heimüberwachung und mehr nach Filialnetz, Baustelle oder Schulträger klingt. Dass diese Verschiebung kein Zufall ist, zeichnete sich bereits beim Blick auf die DSM-Strategie ab.
Kameras speichern zuerst lokal
Surveillance365 setzt nicht auf eine dauerhafte Rohdatenleitung in die Cloud. Die Aufnahmen landen zunächst auf einer microSD-Karte in der Kamera. Auch die Auswertung übernimmt die Kamera selbst. Synology nennt dabei unter anderem die Erkennung von Personen, Fahrzeugen, Eindringlingen und längerem Verweilen. Das reduziert den Bedarf an Upload-Bandbreite und sorgt dafür, dass Warnmeldungen ohne zusätzliche Auswertung auf einem Server entstehen.
Für Liveansichten bevorzugt der Dienst direkte Peer-to-Peer-Verbindungen im lokalen Netz. Wenn dies nicht möglich ist, steht ein Relay-Dienst zur Verfügung. Im kostenlosen Standardtarif ist dieser Fallback auf eine Stunde pro Tag und Kamera begrenzt. Der Business-Tarif hebt diese Begrenzung auf. Zusätzlich bietet Synology einen Modus mit geringerer Bandbreite an. Laut Hersteller kann dieser den Bedarf um bis zu 50 Prozent senken, ohne die Bildqualität wesentlich zu verschlechtern.
Die Einrichtung einer Kamera soll nach Angaben des Unternehmens in nur zwei Minuten abgeschlossen sein. Verwalten lassen sich die Geräte anschließend über ein Webportal oder per iPhone-App. In der App können Nutzer bis zu sechs Livebilder gleichzeitig anzeigen, Ereignisse prüfen und Aufnahmen nach Zeit, Kamera oder Erkennungstyp filtern.
Kostenloser Einstieg, bezahlte Verwaltung
Der Standardtarif von Surveillance365 ist mit Synology-Kameras kostenlos nutzbar. Enthalten sind die Einrichtung, Mehrkamera-Liveansicht und Wiedergabe, KI-Erkennung mit Benachrichtigungen, kontinuierliche Aufzeichnung auf microSD-Karte sowie der Fernzugriff. Für größere Installationen bietet Synology den Business-Tarif an. Dieser kostet 60 Euro pro Gerät und Jahr. Er ergänzt Unterkonten mit Berechtigungen, standortbezogene Kameraverwaltung, Protokolle und unbegrenztes Relay.
Damit trennt Synology seine Kamerawelt weiter in verschiedene Nutzungsszenarien auf. Erst kürzlich wurde bekannt, dass neue Kameramodelle in Surveillance Station zusätzliche Lizenzen benötigen können, während ältere Modelle ausgenommen bleiben. Diese Änderung hatten wir bei den 2026er-Kameras bereits eingeordnet. Surveillance365 wirbt nun mit cloudbasierter Verwaltung ohne zusätzliche Server und ohne weitere Kameralizenzen, setzt dafür aber auf eigene Tarife und optionale Cloud-Speicherung.
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Für Backups nutzt Synology C2 OneStorage. Aufzeichnungen lassen sich ereignisbasiert oder kontinuierlich sichern, mit Aufbewahrungsfristen zwischen 45 und 3.650 Tagen. Ein Terabyte Cloud-Backup wird auf der Preisseite mit 95,99 Euro pro Jahr angegeben.
Auch bestehende NAS-Installationen spielen weiter eine Rolle. Der Cloud-Backup-Dienst kann Aufzeichnungen aus Surveillance Station auf vorhandenen Synology-NAS-Systemen sichern. Gleichzeitig ersetzt Surveillance365 zusammen mit C2 OneStorage den bisherigen Dienst C2 Backup for Surveillance, für den keine neuen Abonnements mehr angenommen werden. Das fügt sich in den laufenden Umbau der C2-Plattform ein, bei dem Synology bereits kostenlose Tarife und einzelne Dienste gestrichen hat.


