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Von Zeitfressern und Datendieben

Mediensucht-Studie und Kurzfilm: Pandemie verstärkt Problemverhalten

19 Kommentare 19

Die Zunahme der exzessiven Mediennutzung im Jugendalter konnte bereits vor der Corona-Pandemie beobachtet werden. So zeigten die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2019 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen satten Anstieg der problematischen Computerspiel- und Internetnutzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Exzessive Mediennutzung

Verglichen mit den Werten aus 2015 stieg der Anteil junger Leute mit problematischer Computerspiel- und Internetnutzung von 22 Prozent auf 30 Prozent an. Richtiggehende Störungen wurden 2019 ganzen 8 Prozent der 12- bis 17-jährigen attestiert – dies waren immerhin 2 Prozentpunkte mehr als zur letzten Bewertung 2015.

Während die Situation während der Coronavirus-Pandemie im Erhebungszeitraum der Studie (Download) noch nicht abgebildet wurde, wird von Beobachtern bereits die Sorge formuliert, dass die Corona-Pandemie das problematische Nutzungsverhalten weiter verstärkt.

2021: Schwerpunkt Medienabhängigkeit

Um eine breitere Öffentlichkeit für diese Möglichkeit zu sensibilisieren hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, ihren Schwerpunkt in diesem Jahr auf das Thema „Medienabhängigkeit und gesunde Mediennutzung“gelegt.

Erstes Ergebnis der Schwerpunktarbeit ist der jetzt veröffentlichte Kurzfilm zum Thema Mediensucht, den das Bundesministerium für Gesundheit in Kooperation mit dem Moderator Tobias Krell (der der nachrückenden Generation aus dem KIKA-Format „CHECKER TOBI“ bekannt sein könnte) gedreht und heute veröffentlicht hat.

Interessierte Eltern und Lehrer, die das Themengebiet zusammen mit dem eigenen Nachwuchs beziehungsweise der eigenen Klasse gerne vertiefen würden, finden auf der bereits im vergangenen Herbst ins Leben gerufenen Webseite familiefreundefollower.de zusätzliche Arbeitsmaterialien und Info-Downloads.

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26. Jan 2021 um 12:12 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Schlimm, die sollten einfach mal wieder vernünftig saufen. Laut unserer Drogenbeauftragten schließlich unbedenklich.

  • Diese Diskussion um „Medien Nutzung“ von Jugendlichen werden wir wohl nie los oder? :D
    Ich habe damals mit 14 glaube ich meinen ersten Computer bekommen….mit 16-17 dann mein erstes „Smartphone“ (die waren damals ja noch nicht so der Bringer) und habe mir eigentlich alles im Umgang mit Computern selbst beigebracht….Deshalb bin ich trotzdem kein böser Attentäter geworden :D Im Gegenteil….ich habe dadurch eine relativ gute Medienkompetenz und selbstständiges auseinandersetzen mit Dingen gelernt.
    Ich hocke während des Lockdowns gerade auch die meiste Zeit am Rechner. Oder am iPad auf der Couch.
    Da man mit seiner Freizeit aktuell auch nichts anfangen kann, habe ich damit begonnen die gesamte CD Sammlung meines Vaters zu rippen….Natürlich auch am Rechner….Man sollte den Kids also nicht immer vorwerfen, dass sie den ganzen Tag bloß Ballerspiele spielen….Sie suchen sich ihre Beschäftigung aktuell eben im Netz….und das ist vollkommen okay.

    • Du passt genau in diese Studie. Ich gehe davon aus, das du + – 20 Jahre alt bist. Du hockst den ganzen Tag vor deinen PC und glaubst du tust was gutes…für Dich? Wohl kaum.

      • Wenn du es genau wissen willst…Ja ich bin Mitte 20 und natürlich verbringe ich viel Zeit am iPad oder meinem Mac. Als Student geht das aber nun mal auch nicht anders….Ich verwalte alle meine Unterlagen digital und nutze mein iPad für Mitschriften und Co.
        Unter normalen Umständen bin ich im Winter jedes Wochenende draußen im Skigebiet unterwegs, im Sommer am See oder eben natürlich auch einfach mal mit Freunden draußen….Aber was soll man denn aktuell anderes machen?

        Treffen mit anderen sind verboten (oder zumindest verpönt), Kaffeetrinken ist verboten, Ski fahren ist verboten, shoppen ist verboten, alle sind im Home Office…..Was soll man aktuell also machen, außer sich mit seinen Geräten zu beschäftigen?
        Selbst wenn ich nen Buch lese, tue ich das auf meinem iPad oder Kindle….Die lange/häufige Nutzung von elektronischen Geräten nun also zur sucht zu erklären, finde ich also einfach lächerlich…..Die einzige Alternative dazu ist aktuell nämlich, deine Raufasertapete anzustarren.

    • Ich finde die Bewertung auch recht schwierig…es ändert sich durch die Geräte ja auch vielmehr die Möglichkeiten mit anderen Menschen in Kontakt zu treten oder einfach nur Spaß zu haben…auch bei den Spielen darf man einen kommunikativen Charakter nicht vergessen- ebenfalls Teil einer Community zu sein etc.
      Die Bewertung das das ganze problembehaftet ist weil man selber nicht von los kommt oder andere Bedürfnisse hinten an stellt ist zwar separiert betrachtet sicherlich richtig aber auch hier ist ja die Frage von welchem Standpunkt man das Ganze betrachtet…wenn man von vor 30 Jahren den Menschen von heute sehen würde ist es sicherlich Problem behaftet- aber die Smartphones und Computer haben ihren Zweck zum alltagshelfer etc. viel mehr ausgebaut als es früher der Fall war. Vermutlich ist jeder der ein Smartphone besitzt in gewissem Maße süchtig- allein die ifun.de App mehrmals täglich zu öffnen würde dafür sprechen…aber im Gegensatz dazu wäre eine Person die jeden Tag immer zur selben Zeit in der selben weise eine Zeitung liest ebenfalls einem Zwang und ggf einer Sucht unterlegen…dennoch ist es natürlich wichtig Kriterien aufzustellen und das Ganze im Auge zu behalten…ich bin bei sowas immer nur etwas zwiegespalten wenn es um die Bewertung geht…

    • Für deine Gesundheit ist das nichts…
      …mal schauen, was dein Rücken in 10-20 Jahren dazu sagt.

      Jetzt hoffentlich wenigstens eine gute Ernährung und ein gutes soziales Umfeld zum Ausgleich – oder das auch nicht?

      • Gernhardt Reinholzen

        Die Menge machts halt. Ich bin auch „süchtig“ und hänge die ganze Zeit vorm Smartphone oder PC. Allerdings zeige ich keine Entzugserscheinungen, wenn ich mal länger keinen Kontakt damit habe.
        Trotzdem finde ich vor allem die exzessive Internetnutzung nicht gut. Die ständige Flut an (belanglosen) Informationen und das verlangen ständig up to date zu sein ist nicht gut für das Gehirn. Man ist dadurch sehr viel empfänglicher für Stress und Mental einfach etwas ausgelaugt.
        Viele merken das vielleicht nicht, aber so ist es nunmal.

        Wenn ich nach Feierabend vorm Rechner sitze und plötzlich zwei Stunden vergangen sind in denen ich nichts sinnvolles getan habe, dann ärgere ich mich oft sogar darüber und ich will das auch ändern.

        Tatsächlich versuche ich aktuell ein paar Games fertig zu bekommen und ein paar Serien abzuschließen. Aber ich muss mich fast schon zwingen das auch zu tun, weil ich nach Medienkonsum nichtmal süchtig werde, sondern meine Zeit aus Gewohnheit lieber am Webbrowser verbringe.

        Ich weiß, dass Medienkonsum jetzt nicht gerade Sinnvoll ist um weniger vorm Bildschirm zu sitzen. Aber für mich wäre der Erste Schritt erstmal von der ständigen Informationsflut wegzukommen und zumindest wieder zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen. Nen Film Serie oder Spiel als Ablenkung funktioniert hier einfach für mich.
        Tatsächlich gelingt mir das auch immer öfter, indem ich mir Zeitlimits usw. setze.

        Wie auch immer. Das ganze Thema sollte man nicht unterschätzen. Aus Gewohnheiten werden schnell Verhaltensweisen die man sich so schnell nicht mehr abgewöhnen kann und einem die mentale Leistungsfähigkeit im Alltag rauben.
        Gerade Smartphone Apps werden ja auch extra so designed, um ständig das Belohnungssysten im Gehirn zu triggern.

  • „Kinder die zu viel gamen“

    Können Kinder zu viel spielen? Spricht da nicht eher eine Generation, die noch analog gespielt hat und das digitale Spiel gar nicht nachvollziehen kann?

    Oft ist den Erwachsenen nämlich gar nicht bewusst, was die Kids (auch Produktives) vor den Bildschirmen treiben.

    Das erinnert mich an meine Oma, die mich auf einer Familienfeier ermahnt, dich das Handy wegzulegen. Man sei doch hier, um zu feiern und sich zu unterhalten. Als ich ihr erklärte, dass ich gerade nach der Antwort auf Ihre vorangegangene Frage suche, war sie dann sprachlos.

    • Naja aber den kindern tut etwas bewegung nicht schlecht ;-)

    • @Marcel
      Ich glaube schon, dass Du recht hast: „Die Erwachsenen“ sehen nicht, wieviel Kreativität und Anforderung in digitalem Spielen stecken kann.

      Für sie muss das „Spielen“ am besten draußen stattfinden. Frische Luft, körperliche Betätigung, Laufen, Fangen, Verstecken, Ballspiele, persönliche reale Kontakte zu Mitspielern

    • Als ich jugendlich war, wurden wir ermahnt nicht soviel vor der Klotze zu sitzen oder nicht nur an irgendwelchen Ecken mit lautem „Kofferradio“ herumzulungern. Meine UrUrGroßmutter wurde sicher ermahnt nicht soviel Romanzeugs zu lesen. Das setze ihr nur Flausen in den Kopf. Noch früher gab es dann Jan und seine Turnerbewegung. „Die wollen nicht arbeiten. Die turnen nur noch draußen rum!“ Also: Bleibt alles anders.

  • Mich juckt sowas nicht, hänge immer am Rechner, aber schaffe trotzdem alles. Solche Studien sind für mich einfach nur „Deutsch“.

  • Ich (30) war letzten Sommer mit meinem Vater und seiner neuen Familie samt Halbbruder (11) im Urlaub. Bestes Sommerwetter mit 33-37 grad, badewannenwarmes klares Mittelmeer und er ist ein sehr guter Schwimmer. Dennoch hing er fast nur am Strand auf der Sonnenliege, Klapp-Sonnenschutz überm Kopf und Handtuch drübergelegt und war permanent mit Tiktok in seiner „Höhle“ beschäftigt und hat gequängelt, wenn jeden Tag gegen 14 Uhr sein iPhone-Akku leer war. Weder mein Vater noch seine Frau schaffen es ihn auf diesem Gebiet richtig zu erziehen bzw. er lässt sich nichts sagen. Und ich mach ein Teufel und mische mich da noch mal ein, einmal versucht und böse Blicke von allen geerntet – als ich angeboten hatte eine Kindersicherung, Nutzungszeiten und eine Filterliste einzurichten, war er auf Wochen komisch zu mir und seine Eltern lehnten es auch ab. Also Mediensucht ist ein reales und starkes Problem bei Kindern und Jugendlichen – und die fehlende Medienkompetenz und zunehmende antiautoritäre Erziehung der Eltern genau so.

  • hier noch ein filmtipp zum thema social media, der netflix film: the social dilemma. unbedingt gucken!
    erklärt wie facebook, insta, youtube etc. agieren um uns maximal an sie zu binden.

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