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Kinderecke: Disconnect unterbindet das große Datensammeln auf iPhone und iPad

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Seit einigen Monaten wächst die Kritik an datensammelwütigen App-Entwicklern, die eure Mobilgeräte auslesen und eure Daten schlechtestenfalls an Dritte weiterverkaufen. Eine Praxis, die an sich nicht verwerflich ist, vorausgesetzt es wir nicht verkauft und die gesammelten Daten dienen dem Qualitätsmanagement einer Applikation.

Über die Identifikation des Geräte-spezifischen Fingerabdrucks – dem inzwischen anonymisierten UDID-Nachfolger – können die Entwickler Geräteinformationen einfach und schnell verwalten; beispielsweise im Falle von nutzungsspezifischen Verbesserungen eine gute Sache.

KnowWhatsInside

Diese Zuordnung der Daten zu einem Nutzer erlaubt aber auch tiefe Einblicke in sein Verhalten – und damit gezielte Produktwerbung. Bei Kindern unter 13 Jahren ist in den USA seit dem 1. Juli 2013 das Sammeln von Daten deshalb nicht ohne Einverständnis der Eltern erlaubt – erst gestern hat Apple diesbezüglich die Entwickler-Richtlinien umformuliert. Aber welcher Entwickler kann schon wissen, ob gerade ein 14-Jähriger seine Applikation benutzt oder ein 10-Jähriger.

Auch für Eltern ist es schwierig zu erkennen, ob eine App im Hintergrund Daten erhebt oder nicht. Dafür bedarf es spezieller Software, die diese Aktivitäten registriert. Aus diesem Grund mehren sich die Initiativen von Kinder-App-Entwicklern, Vertrauen in ihre Produkte zu schaffen. Unter dem Siegel „Know what’s inside“ haben sich einige internationale Entwickler zusammengetan. Die Grundidee des Siegels ist, Transparenz zu schaffen. Wer das Siegel trägt, verpflichtet sich, Eltern über in der App enthaltene Links und In-App-Kaufoptionen vorab zu informieren und keine personenbezogenen Daten zu sammeln.

Die gerade im Store erschienene App „Disconnect“ (AppStore-Link) setzt dagegen nicht auf Vertrauen, sondern schafft Tatsachen und unterbindet jegliches Tracking von bekannten Diensten wie Flurry, Admob oder DoubleClick, die Werbebanner ausliefern und personenbezogenen Daten sammeln.

disconnect

Damit eure Kinder ihre Spiele in Zukunft (größtenteils) werbefrei und ohne kontinuierliches Tracking der Nutzung genießen können, müsst ihr der App Zugriff auf eure Geräteeinstellungen gewähren. Disconnect installiert eine Profildatei die dem Mobilgerät, im W-Lan, die Netzwerkverbindungen zu bekannten Tracking-Diensten untersagt. Die angelegte Profildatei lässt sich unter „Einstellungen – Allgemein – Profile“ aber auch ebenso einfach wieder deaktivieren wie sie installiert wurde. Eine gute Sache. Die App ist kostenlos, setzt iOS 6.0 voraus und ist sowohl fürs iPhone als auch iPad erschienen. Nutzer der iOS 7-Vorabversion, können sich den Test des disconnect.me. Angebotes momentan noch sparen. Apples Herbst-Aktualisierung versagt die erfolgreiche Installation der Profildatei derzeit noch.

Und auch das sei erwähnt: Das große Datensammeln betrifft vor allem kostenlose Applikation, die mit mäßiger Qualität und Werbung eben auch ihren Euro machen wollen. Sicher, Bezahl-Apps sind keine Garantie, dass nicht auch hier Schindluder mit euren Daten getrieben wird. Doch sind diese Entwickler vielleicht einfach ökonomisch weniger auf solche Tricks angewiesen und setzen sie deshalb weniger ein.


(Direktlink zum Video)


Johanna RosenfeldJohanna Rosenfeld schreibt in ihrem Blog besonderekinderapps.de über freche, schlaue, kluge und schöne Apps für Kinder – unabhängig und ohne Werbebotschaften.

Die Buchautorin, Illustratorin und junge Mutter lebt und arbeitet in Berlin, schreibt in der Kinderecke auch für ifun.de und freut sich über einen Besuch auf ihrer Facebook-Seite.

Freitag, 16. Aug 2013, 13:42 Uhr — Johanna
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    • Das ganze funktioniert offenbar über einen VPN, mit dem das iOS-Device vorher verbunden werden muss… und so ein VPN disconnected sich schnell mal!
      Schade, im Ansatz ’ne tolle Sache, aber durch Apples Systemristeiktionen wohl nicht anders umsetzbar – außer mit Jailbreak und ’ne angepassten host-Datei.

  • Welche Nachteile bringt die App Disconnect mit sich?
    Oder welche Fakten sprechen gegen eine Installation auch auf dem Gerät eines Erwachsenen?

  • Das ist toll, aber warum wird das als „für Kinder“ vermarktet? Ist doch für jeden gut?!

  • Kann man den Inhalt der Konfigurationsdatei (.ipcc) auch selbst generieren und so mit dem iPhone-Konfigurationstool eine eigene Blockingliste erstellen? Wenn ja, wie?!

    Oder ist es möglich die Datei auszulesen?

  • Danke für den Tipp! Sofort installiert!

  • Hmm, es findet sich nirgends eine Information, wie die Blockade eigentlich erfolgt. Wenn es wie von [] geschrieben über ein VPN funktioniert, so ist das wohl das komplette Gegenteil von Schutz vor Tracking & Werbung – in dem Falle wird der gesamte Internet-Verkehr inkl. Tracking & Werbung über einen privaten, unbekannten Anbieter bezogen. Ob der dann das Tracking & Werbung rausfiltert ist erstmal egal – die Anfragen landen bei ihm und er kann schöne Profile bauen. Finger weg von solchen Apps wenn sie nicht deutlich erklären, wie der vermeintliche Schutz eigentlich funktionieren soll.

  • Weil es hier gerade aufkommt: Kann mir mal jemand erklären, wie man mit iOS, ohne jailbreak, einen dauerhaften VPN-Tunnel etabliert?
    So wie ich das (nicht) verstehe, geht das nicht. Liege ich da richtig?

    • Es gibt einige Apps, aber der saubere Weg ist, in den Einstellungen die Zugangsdaten für ein VPN einzutragen. Es gilt jeweils: Es kommt auf die Zuverlässigkeit des Anbieters an und man muss Aufwand reinstecken, um ihn zu uberprüfen.
      Jedenfalls wenn es gratis sein soll, ist es fishy. There is no such thing like a free lunch..
      (Anders verhält es sich, wenn es um den Zugang zu deiner Firma geht, aber ich unterstelle mal, das ist nicht der Fall. Denn bei einer Firma mit VPN-abgesichertem Zugang sollte die IT dir das eintragen und testen)

  • Protect My Privacy PMP – der Grund, warum ich nur ungern auf den Jailbreak verzichten möchte.

  • Funktioniert nicht.
    Nach der Installation wollte ich den VPN starten, da kommt dann immer:
    VPN-Server antwortet nicht.
    Schon den ganzen Tag

  • Die ersten Fake Bewertungen sind auch schon da.

  • Tja VPN lässt sich zwar nicht manuell aktivieren danach – App zeigt aber protected an!?

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