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Fitness-Armband mit Smartwatch-Ambitionen: Garmin Vivosmart im Test

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Mit dem Vivosmart ist nun auch der „große Bruder“ des bereits von uns vorgestellten Fitness-Armbands Vivofit von Garmin im Handel erhältlich. Größter Unterschied und zugleich für uns die interessanteste Erweiterung ist die Möglichkeit, auf dem OLED-Bildschirm des Armbands vom iPhone empfangene Push-Mitteilungen, SMS oder eingehende Anrufe anzuzeigen. Wir haben das Armband getestet.

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Aufgrund des im Vergleich zum Vivofit deutlich erweiterten Funktionsumfangs kommt das neue Garmin-Fitnessarmband mit einer einfachen Knopfzellenbatterie nicht mehr aus. Somit muss vor Inbetriebnahme zunächst der integrierte Akku geladen werden. Dies geschieht mithilfe einer speziellen Ladeklammer mit USB-Kabel – man hat also wieder ein Spezialkabel mehr in der Schublade liegen, dieser Umstand dürfte aber dem Anspruch des Herstellers geschuldet sein, das Armband selbst möglichst kompakt zu halten. Dies ist im Übrigen auch gelungen, das Vivosmart fällt gegenüber dem Vivofit deutlich kleiner und eleganter aus.

ladeklammer

Mit komplett leerem Akku muss das Vivosmart etwa zwei Stunden an einem USB-Anschluss hängen bis der Akku gefüllt ist und hält danach je nach Nutzung laut Hersteller bis zu 7 Tage. Die erste Akkuwarnung kam bei uns nach exakt sechs Tagen, komplett leer war der Akku nach durchaus intensiver Nutzung mit aktiver iPhone-Anbindung und vielen empfangenen Push-Mitteilungen dann am siebten Tag.

Die Ersteinrichtung kann wahlweise am Computer oder auch direkt über das iPhone erfolgen. Ihr benötigt dazu die Garmin-Connect-App sowie ein kostenloses Benutzerkonto für das Garmin-Connect-Portal. Anschließend könnt ihr das Armband über die App euren Bedürfnissen entsprechend konfigurieren. Dem recht großen Funktionsumfang entsprechend finden sich hier etliche Optionen.

Flexible Konfigurationsmöglichkeiten

Zunächst einmal habt ihr die Möglichkeit einzustellen, was alles auf dem Armband angezeigt werden soll. Durch einen Doppeltipp auf das OLED-Display aktiviert ihr in der Standardeinstellung die Anzeige von Uhr und Datum und könnt dann per Wischgeste durch die einzelnen Anzeigebereiche navigieren. Fix vorgegeben ist die Zeitanzeige sowie die Anzahl der pro Tag gelaufenen Schritte, der Rest ist optional:

  • Tagesziel Schritte: Ihr seht wie viel Schritte euch noch bis zum Tagesziel fehlen oder wie weit ihr schon drüber seid. Das Tagesziel lässt sich entweder fix vorgeben oder dynamisch an euer Laufverhalten anpassen.
  • Inaktivitätsstatus: Hier seht ihr wie lange ihr euch nicht oder nur wenig bewegt habt.
  • Kalorien: Die bisher am aktuellen Tag verbrauchten Kalorien.
  • Distanz: Die bisher am Tag zurückgelegte Entfernung. Diese wird anhand der getätigten Schritte berechnet. Grundlage hierfür ist die von euch angegebene Körpergröße, ihr könnt über die App aber auch eine exakte Schrittlänge eingeben.
  • Herzfrequenz, Radgeschwindigkeit, VIRB-Remote: Sofern entsprechende Geräte mit dem Band verbunden sind, wird hier die aktuelle Herzfrequenz und/oder Geschwindigkeit angezeigt (später mehr dazu). Zudem lässt sich das Armband auch als Fernbedienung für die Garmin-Action-Cam VIRB verwenden.
  • Musik: Play/Pause sowie vor und zurück als Fernbedienungstasten für die Musik-App des iPhone.
  • Benachrichtigungen: Damit aktiviert ihr die Anzeige von Push-Mitteilungen auf dem Armband und gleichzeitig ein Menü, über das ihr die letzten Empfangenen Push-Mitteilungen anzeigen könnt.

Im Video seht ihr den Weg durch die Menüs auf dem Armband. Bitte entschuldigt die schlechte Qualität:

Zusätzlich zu der Möglichkeit, einzelne dieser Menüoptionen auszublenden könnt ihr auch festlegen, welche davon als Hauptmenü beim Doppeltipp auf das Armband stets zuerst angezeigt werden soll. Darüber hinaus gibt es auch eine Einstellung, die immer das zuletzt aktive Menü beim Aktivieren des Armbands erneut anzeigt. Dies ist ganz praktisch, wenn man das Vivosmart auch in Verbindung mit Zubehör benutzt und dann beispielsweise beim Laufen die Herzfrequenz kontrollieren oder beim Radfahren die aktuelle Geschwindigkeit sehen will.

Eine optionale „Auto-Anzeigeaktivierung“ aktiviert den Bildschirm auch ohne das „Klopfen“ sobald das Handgelenk zum Körper hin gedreht wird. Die funktioniert recht gut, wenngleich die Anzeige dadurch natürlich ab und an auch versehentlich aktiviert wird.

Aus jeder der oben genannten Anzeigen lässt sich durch Auflegen und Halten eines Fingers noch in ein weiteres Menü wechseln, über das sich ein Aktivitätstracking und die Schlafüberwachung starten und die Bildschirmhelligkeit regulieren lässt.

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Das Vivosmart im Alltagseinsatz

Ihr seht schon, der Funktionsumfang des Armbandes kann sich sehen lassen, wie aber sieht das alles in der Praxis aus? Wie gesagt haben wir das Vivosmart 10 Tage lang intensiv getestet. Verschiedene Schritt- und Aktivitätstracker haben wir ja mittlerweile seit mehreren Jahren im Einsatz und auch vorgestellt. Alle hatten sie ihre Stärken, aber eben auch Schwächen. Nehmen wir nur uns Beispiel NikePlus und Jawbone UP. Dem einen fehlt das Vibrationsmodul und damit die Möglichkeit es als Wecker oder für sonstige Erinnerungen einzusetzen, das andere verzichtet dafür auf ein Display. Nun kommt das Vivosmart, packt beides zusammen und verspricht obendrauf noch einen Smartwatch-ähnlichen Funktionsumfang – das klingt beinahe zu gut.

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Ein paar Kompromisse mit Blick auf den doch recht kleinen Bildschirm muss man dann auch machen, aber alles in allem liefert Garmin hier ein sehr nettes Stück Hardware ab.

Das Vivosmart verrichtet seine Basisdienste als Fitnesstracker zuverlässig und analog zum einfacheren Vivofit. Wie bereits Rezensionen zu vergleichbaren Produkten erwähnt darf man die Bezeichnung „Schritte“ hier natürlich nicht wortwörtliche nehmen. Die Platzierung am Arm bringt zwangsweise mit sich, dass hier und da auch „Schritte“ gezählt werden, die so nicht gemacht wurden. Der persönlichen Kontrolle des täglichen Bewegungspensums tut dies aber keinen Abbruch.

Hervorragend funktioniert hat das Zusammenspiel mit einem ANT-Brustgurt und einem ANT-Geschwindigkeitssensor am Fahrrad. Das Armband verbindet sich schnell und zuverlässig, zeigt die Live-Werte an und kann diese auch als „Aktivität“ aufzeichnen und später an die Garmin-App bzw. das Connect-Portal übertragen und einsehen.

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Nicht lachen: Erst bin ich mit dem Rad zum Geldautomat und dann noch zu Fuß zum Bäcker gegangen ;-)

iPhone-Nachrichten auf dem Vivosmart

Auch mit Blick auf die iPhone-Anbindung gibt es nichts auszusetzen. Das Armband zeigt Push-Mitteilungen, Erinnerungen, Textnachrichten oder eingehende Anrufe an und macht gleichzeitig durch eine sanfte Vibration darauf aufmerksam. Gerade die zusätzliche Vibration ist bei lauten Umgebungsgeräuschen oder auch wenn das iPhone auf lautlos gestellt ist sehr praktisch. Verpasste Anrufe gab es bei uns zuvor eigentlich regelmäßig, mit dem Band am Arm war dies dagegen kein einziges Mal mehr der Fall. Positiv aufgefallen ist uns hier auch die Tatsache, dass das Band meist schon zweimal vibriert hat, bevor Display und Klingelton des iPhone überhaupt erst aktiviert wurden – „Schneller Abnehmen“ heißt die Devise.

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Zu all diesen Nachrichten erscheint wie gesagt auch eine Textmeldung auf dem Armband. Die auf zwei Zeilen – eine größere und eine sehr klein geschriebene – aufgeteilten Mitteilungen sind jedoch oft nicht ganz einfach zu lesen. Um die kleinere der beiden Zeilen zu entziffern, ist gutes Sehvermögen die Voraussetzung. Die größer angezeigte Nachrichtequelle oder auch der Name eines Anrufers lassen sich deutlich besser erkennen und dies genügt ja meist schon um für sich zu entscheiden, ob man das iPhone nun aus der Tasche holt oder nicht. Während eine Nachricht angezeigt wird oder anschließend über das Menü ist es zudem auch möglich, sich am Armband durch den kompletten Text der Mitteilung zu scrollen. Eine nicht sonderlich komfortable, aber ab und an dennoch brauchbare Methode.

Im hellen Sonnenlicht wird es mit der Lesbarkeit des Bildschirms allerdings problematisch. Selbst wenn die mit Blick auf den Akkuverbrauch eher nicht empfehlenswerte automatische Helligkeitsregulierung aktiv ist, lassen sich die Meldungen hier nur schwer entziffern. Bei uns arbeitet das Display dauerhaft auf der niedrigsten Helligkeitsstufe. Diese lässt sich in geschlossenen Räumen sehr gut ablesen, zudem überstrahlen die höheren Stufen unserer Meinung nach zu sehr und führen dazu, dass die Schrift auf dem Bildschirm unscharf wirkt.

iPhone-Suche per Fitness-Band

Kurz noch ein Wort zur Bluetooth-Reichweite. Wir haben kein Maßband rausgekramt, aber die Reichweite in Verbindung mit einem iPhone 6 Plus war stets ausgesprochen gut. Die Geräte konnten auch noch über zwei Räume hinweg miteinander kommunizieren, meist hat das Armband erst beim Verlassen des Stockwerks aufgrund einer abgebrochenen Bluetooth-Verbindung gemeckert. Dies ist natürlich auch ausgesprochen praktisch, denn so lässt man das iPhone nicht versehentlich im Auto oder sonstwo liegen.

Umgekehrt lässt sich das Vivosmart auch dafür verwenden, das iPhone zu suchen. Über das erweiterte Menü des Armbands kann man die Wiedergabe eines Signaltons auf dem Armband veranlassen.

In Verbindung mit der Anzeige von Benachrichtigungen bietet Garmin auch eine Datenschutz-Option für Nutzer, die zwar über eingehende Meldungen oder Anrufen benachrichtigt werden, allerdings keine Textanzeige auf dem Gerät haben wollen. Ebenfalls über die erweiterten Einstellungen lässt sich hier ein sogenannter Datenschutzmodus aktivieren, in dem Name des Absenders und auch der Inhalt der Nachricht nicht angezeigt werden.

Auch als Wecker zuverlässig

Dank der Vibrationsfunktion lässt sich das Vivosmart auch als Wecker nutzen. Hier besteht die Möglichkeit, eine Alarmzeit einzugeben und zudem festzulegen, ob das Armband zu dieser Zeit täglich oder nur Werktags vibrieren soll.

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Optional ist auch eine Schlafüberwachung mit dem Vivosmart möglich. Falls ihr dies aktivieren wollt, müsst ihr dem Armband abends mitteilen, dass ihr ins Bett geht und den Schlafüberwachungsmodus am nächsten Tag wieder beenden. Im Anschluss bekommt ihr euer nächtliches Bewegungspensum in der App grafisch dargestellt.

Sämtliche vom Vivosmart erfassten Daten lassen sich auch über das Onlineportal Garmin Connect einsehen. Dies sowie die erweiterte Optionen der Garmin-App mit Blick auf das Zusammenspiel mit anderen Garmin-Geräten oder auch wöchentliche Wettbewerbe mit anderen Nutzen haben wir teilweise bereits zusammen mit dem Vivofit-Armband vorgestellt, eine umfassende Besprechung würde diesen Rahmen hier sprengen.

Als Fazit lässt sich auf jeden Fall sagen, dass uns das neue Garmin-Armband angesichts seines Funktionsumfangs positiv überrascht und im Praxistest auch nicht enttäuscht hat. Einziges für uns nennenswertes Manko sind die oben erwähnten Einschränkungen des kleinen Bildschirms.

Das Armband trägt sich angenehm und kann rund um die Uhr und zu allen Aktivitäten anbehalten werden, auch Duschen und Schwimmen ist damit kein Problem, das das Gerät laut Garmin entsprechend dem Standard 5 ATM bis zu 50 Meter tief wasserdicht ist.

Die Schnalle wurde gegenüber dem Vivofit ein wenig verändert. Der neue Druckknopfverschluss hält noch ein ganzes Stück besser, zudem liefert Garmin eine optional verwendbare Verschlusssicherung mit.

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Das Vivosmart ist in fünf verschiedenen Farbvarianten zum Preis von 169 Euro erhältlich. Vor der Bestellung solltet ihr euren Handgelenksumfang messen, das Armband ist in den Größen S (127 bis 172 mm) und L (155 bis 221 mm) verfügbar. Für die Kopplung mit dem iPhone ist Bluetooth Smart, also mindestens ein iPhone 4s erforderlich.

vivosmart-farben

Garmin Vivosmart im Video

Abschließend noch ein Produktvideo von Garmin Deutschland, das den Funktionsumfang des Armbands ganz gut zusammenfasst.

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10. Okt 2014 um 18:49 Uhr von chris Fehler gefunden?


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