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Hohe Geldbuße möglich

EU-Kommission sieht suchtförderndes Design bei TikTok

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15 Kommentare 15

Die Europäische Kommission hat den Onlinedienst TikTok unter die Lupe genommen und hält als vorläufiges Ergebnis fest, dass TikTok gegen Vorgaben des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) verstoßen haben könnte. Beanstandet wird vor allem das Design der Plattform, das nach Ansicht der Kommission einen suchterregenden Charakter hat. Beispielhaft nennt die Behörde Funktionen wie das endlose Scrollen, automatisch startende Videos, Push-Benachrichtigungen sowie stark personalisierte Empfehlungsmechanismen.

Bei ihrer Untersuchung kam die Kommission zu dem Schluss, dass TikTok die Risiken dieser Funktionen nicht ausreichend berücksichtigt hat. Dies betreffe mögliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit der Nutzer, insbesondere von Minderjährigen und anderen besonders schutzbedürftigen Gruppen. Das System sei so konzipiert, dass Nutzer die App stetig mit neuen Inhalten „belohnt“ werden und die Anwendung deshalb länger als beabsichtigt verwenden. Wissenschaftliche Studien deuteten darauf hin, dass dies zu zwanghaftem Verhalten führen und die Selbstkontrolle beeinträchtigen kann.

Zweifel an Schutzmaßnahmen

Die Kommission ist der Ansicht, dass die bisher von TikTok getroffenen Maßnahmen zur Risikominderung nicht ausreichend sind. So ließen sich beispielsweise Zeitlimits leicht umgehen. Eltern müssten zusätzlichen Aufwand betreiben und technisches Wissen mitbringen, um die vorhandenen Kontrollmöglichkeiten sinnvoll einzurichten.

Tiktok Eltern Einstellungen

Die Eltern-Einstellungen von TikTok

Aus Sicht der Kommission ist es daher erforderlich, dass TikTok grundlegende Aspekte des Angebots verändert. Dazu zählen Einschränkungen zentraler Designfunktionen, verbindliche Pausen bei längerer Nutzung sowie Anpassungen am Empfehlungssystem.

Mögliche Folgen für TikTok

Die Behörde betont, dass es sich um vorläufige Feststellungen handelt, die den Ausgang des Verfahrens nicht vorwegnehmen. TikTok erhält nun Gelegenheit zur Stellungnahme und kann Einsicht in die Untersuchungsunterlagen nehmen. Sollten sich die Einschätzungen der Kommission bestätigen, könnte ein formeller Verstoß festgestellt werden. In diesem Fall sieht das Gesetz Geldbußen vor, die sich an Schwere und Dauer des Verstoßes orientieren und bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen können.

06. Feb. 2026 um 15:08 Uhr von chris Fehler gefunden?


    15 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Was konkret ist bei TikTok anders als bei Insta-Reels und YouTube-Shorts?

    • Gebe ich dir grundsätzlich Recht. Jedoch gibt es aus meiner Sicht schon noch Unterschiede wie beispielsweise die komplett überladene TikTok Shop Thematik. Zugegeben weis ich nicht ob Instagram & Co. hier auch schon nachgelegt haben.
      In meinen Augen (persönliche Meinung!) würde es uns gesellschaftlich sehr gut tun wenn all diese Plattformen mal für ein paar Monate offline wären.

    • Horst ter Dreieck

      Du fällst hier in den Kommentaren immer wieder durch dein allumfassendes Wissen auf, vieles war dir längste bekannt, so deine Kommentare. Warum nutzt du dieses Wissen nicht einfach mal abseits des Klugschei#ens und gehst in die Politik um wirklich was zu entscheiden und nicht nur zu langweilen?

      Danke!

  • Ja schnell verbieten. Muss ich halt was anderes machen, während ich faul auf dem Sofa liege. Rauchen und saufen oder so. Das ja okay.

  • Ich mag die App schon allein deshalb nicht, weil beim öffnen jedesmal gleich ein Video ins Gesicht springt, das ich überhaupt nicht sehen will

  • Sollten sie doch erst mal Tabak, Alkohol und Glücksspiel verbieten. Die haben auch ein suchtgefährdendes Design.

    • Wir können uns doch gerade keine Steuergeldausfälle leisten, wobei ich jetzt auch nicht auf mein Bier verzichten möchte. Also dann doch lieber TikTok abschalten.

    • Die sind nicht verboten für Kinder und Jugendliche? Ich bin verwirrt. Oder bin ich einfach froh, dass meine Schüler besser sinnentnehmend lesen können als so manch Erwachsener hier?

      Erschreckend, wie Diskussionen hier oder an anderen Orten geführt werden – oft einfach aus der subjektiven Brille heraus, die nur einen kleinen Kreis der Betroffenen überblickt. Die Meinung von Psycholog:innen, Pädagog:innen, Lehrer:innen und weiterem fachkundigen Personal wird häufig nicht wirklich ernst genommen oder gehört.

      In vielen Bereichen, die Kinder und Jugendliche betreffen, sind Regeln und Schutzmechanismen selbstverständlich – etwa im Straßenverkehr, beim Jugendschutz oder in der Schule. Gerade deshalb wirkt es widersprüchlich, dass ausgerechnet digitale Räume, die einen so großen Einfluss auf den Alltag junger Menschen haben, oft als weitgehend privat oder unregulierbar betrachtet werden. Eltern und Schulen können hier vieles begleiten, aber sie tragen die Verantwortung nicht allein.

      Ich möchte nicht sagen, dass die Zustände aktuell katastrophal sind, aber die Entwicklung ist sehr fragwürdig und, wenn nicht gegengesteuert wird, irgendwann auch schwer umkehrbar.

      • Doch, der Zustand ist eine Katastrophe!
        Gugendschutz existiert nicht mehr.
        Mann sollte um gleichzuziehen alle bekannten Drogen legalisieren und bereits ab Geburt freigeben.
        Exakt nichts anderes sind die aktuellen sogenannten sozialen Medien für unsere Kinder.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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