Mit Remote, Luftdruck-Sensoren und Kameras
CPMC X6 ausprobiert: Motorrad-CarPlay mit Zusatzfunktionen
Nachdem wir das X6 Motorcycle CarPlay System bereits vor einigen Wochen vorgestellt haben, hatten wir nun die Gelegenheit, das Gerät selbst im Alltag auszuprobieren. Unsere Eindrücke aus der Praxis haben wir im folgenden notiert. Die Kombination aus CarPlay-Display und Dashcam-Zentrale macht eine ganz gute Figur.
CPMC X6: Ein Breites CarPlay-Display mit Sonnenschutz und Fernbedienung
Umfangreicher Lieferumfang
Der Lieferumfang fällt umfangreich aus und umfasst neben dem Display auch zwei Kameras, eine Lenkerfernbedienung sowie Sensoren zur Reifendrucküberwachung. Der erste Eindruck kann dadurch unübersichtlich wirken, relativiert sich jedoch nach der schrittweisen Einrichtung.
Der Paketinhalt ist umfangreich, die Kugelkopf-Halterung hat uns jedoch nicht zugesagt
Die Montage erfolgt eigentlich über eine mitgelieferte Halterung für gängige Lenkerdurchmesser. Diese ist solide verarbeitet, trägt allerdings vergleichsweise stark auf. Im Test haben wir uns daher für eine kompaktere, selbst gestaltete Lösung aus dem 3D-Drucker entschieden, die das Display näher am Lenker positioniert. Unabhängig davon lässt sich das Gerät mit den beiliegenden Komponenten ohne spezielles Werkzeug montieren.
Noch in weiß: Wir haben uns für zwei einfache Kunststoff-Brücken aus dem 3D-Drucker entschieden
Nach der Stromversorgung, wahlweise per USB-A oder über einen festen Anschluss an die Fahrzeugbatterie, startet das System automatisch mit der Zündung. Die Verbindung zum iPhone erfolgt dann drahtlos über Bluetooth und WLAN. Apple CarPlay steht dann ohne weiteres Zutun bereit. Navigations-Apps, Musik und Kommunikationsfunktionen lassen sich wie gewohnt nutzen, ohne das iPhone am Lenker befestigen zu müssen.
CarPlay und Kamera-Ansichten lassen sich kombinieren (die Rückkamera ist hier ausgesteckt)
Im Betrieb überzeugt vor allem die Ablesbarkeit des 6,25 Zoll großen Displays. Bei maximaler Helligkeit bleibt der Bildschirminhalt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennbar. Die Bedienung erfolgt entweder direkt über den Touchscreen oder, was die Ansichtssteuerung angeht, über die kabelgebundene Fernbedienung.
Fernbedienung und Bedienlogik
Die zusätzliche Lenkerfernbedienung erweitert die Steuerung sinnvoll. Über mehrere Tasten lassen sich Ansichten wechseln oder die Touchfunktion des Displays deaktivieren. Letzteres ist für den Einsatz bei strömendem Regen empfohlen, da so Fehleingaben vermieden werden können.
Kameras, CarPlay, Systemmodus: Die Fernbedienung wechselt schnell die Display-Ansicht
Zwischen CarPlay, den unterschiedlichen Kameraansichten und der Systemoberfläche kann mit der Fernbedienung schnell gewechselt werden. In der Praxis bleibt CarPlay meist die zentrale Ansicht, während Zusatzfunktionen eher situativ genutzt werden.
Kamerasystem und Aufzeichnung
Neben der CarPlay-Funktion bildet die Kameratechnik einen zentralen Bestandteil des X6. Die mitgelieferte Front- und Rückkamera zeichnen das Verkehrsgeschehen mit jeweils 2K-Auflösung und einem Sichtfeld von 140 Grad auf. Die Aufnahmen werden als fortlaufende Schleifen auf der mitgelieferten 64-GB-Speicherkarte gespeichert. Ein 3-Minuten-Clip wiegt nach dem Export knapp 25 Megabyte.
Die Kameras selbst werden mit 3M-Klebepads befestigt, lassen sich aber auch schrauben
Im Test zeigte sich die 2K-Bildqualität als ausreichend für die Dokumentation von Fahrten und Situationen im Straßenverkehr. Details wie Kennzeichen schnell vorbeifahrender Fahrzeuge lassen sich jedoch nicht wirklich zuverlässig erkennen. Die Aufnahmen eignen sich daher eher zur Rekonstruktion von Abläufen.
Die Kameraansichten lassen sich flexibel nutzen. Neben einer Vollbilddarstellung kann auch eine geteilte Ansicht aktiviert werden oder eine Kombination mit der CarPlay-Oberfläche. Im Freundeskreis haben wir Fahrer, die insbesondere die Rückkamera-Ansicht im Vollbild dauerhaft als digitalen Rückspiegel einsetzen.
Wer möchte kann sich das Kamerabild auch dauerhaft im Vollbild anzeigen lassen
Ergänzt wird das System durch eine Reifendrucküberwachung. Die Sensoren werden auf die Ventile geschraubt und übertragen ihre Daten automatisch an das Display. Abweichungen lassen sich über einstellbare Grenzwerte signalisieren.
Die Systemansicht zeigt Luftdruck (links), Geschwindigkeit (Mitte, per GPS) und Statusinformationen
Technisch basiert das X6 auf einem Linux-System mit einem ARM-Cortex-A7-Prozessor und reagiert schnell, ohne zu stottern. Die drahtlose Kommunikation erfolgt über Bluetooth 4.2 sowie WLAN im 2,4- und 5-GHz-Bereich. Firmware-Aktualisierungen werden vom Hersteller bereitgestellt, was das Gerät von einfacheren Importlösungen unterscheidet, wie sie bei AliExpress und Co. angeboten werden. Sogar ein Handbuch (PDF-Download) ist verfügbar.
Die 2K-Aufnahmen sind zur Rekonstruktionen von Fahrsituationen durchaus zu gebrauchen
App-Anbindung und Zugriff auf Aufnahmen
Beim Zugriff auf die Videoaufnahmen zeigt sich ein zusätzlicher Zwischenschritt. Die Datenübertragung erfolgt über die separate eLook-App, die nur in einem eigenen Systemmodus erreichbar ist. Während der aktiven CarPlay-Nutzung ist kein Zugriff möglich. Dass dies nicht alle Nutzer wissen, lässt sich unschwer an den bereits im App Store abgegebenen Bewertungen erkennen. Hier muss man nach dem Start des Systems (und noch vor dem Aufbau der CarPlay-Verbindung) schnell den Modus wechseln, dann klappt auch der Zugriff.
Die eLook-App überträgt die Aufnahmen
Nach dem Wechsel in den entsprechenden Modus lassen sich die Videos herunterladen und in der eigenen Mediathek speichern. Die App dient dabei ausschließlich der Verwaltung der Aufnahmen und bietet keine erweiterten Funktionen.
Fazit und Preis
Im Alltag zeigt sich für uns vor allem der große CarPlay-Bildschirm als entscheidender Vorteil, der die Navigation und Mediensteuerung deutlich komfortabler macht als eine Smartphone-Halterung am Lenker. Die integrierten Kameras sehen wir als sinnvolle Ergänzung, um Fahrten oder besondere Situationen festzuhalten, ohne dass sie im Mittelpunkt stehen.
Die Reifendrucksensoren haben wir dagegen nicht genutzt, da wir den Luftdruck weiterhin manuell kontrollieren und die Sensoren im Alltag eher stören. Insgesamt arbeitet das System zuverlässig, besitzt eine übersichtliche Menüführung und punktet mit guter Wetterfestigkeit.
Das X6 Motorcycle CarPlay System liegt regulär bei einem Preis von 250 Euro. Zum Saisonauftakt lässt sich dieser über den Code „SummerRide2025“ derzeit um mehr als 50 Euro auf nur noch 190 Euro reduzieren. Fair, finden wird.









Ist ganz nett aber nichts was ich auf meinem Motorrad haben möchte. Mich stören schon immer die heutigen digitalen Instrumente.
Ebenso.
Ohne analoge (!) Instrumente binning raus.
bin ich
Sch… Siri
Auf Touren ist CarPlay. Schon echt klasse, gerade weil man das Telefon dann in der Jacke behalten kann.
Und wie lange hält der Akku bei Wireless CarPlay mit laufender Navi App? Tagestouren dürften da schwierig sein denke ich.
Ich nutze das BMW connected ride cradle mit meinem iPhone. Damit kann ich navigieren, Musik hören etc. Alles kann mit dem Standard Wonder Wheel am Lenker bedient werden.
Dashcam mit 2K bringt nix. Da nutze ich die Innovv. Super Qualität.
Und den Reifendruck messen heute fast alle Motorräder von Haus aus. Mein Mopped warnt auch wenn der Druck sinkt.
Daher bringt zumindest mir diese Lösung Nix.
Hallo, wie lang ist das Kabel zur hinteren Kamera ?