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Produktive GitHub-Issues

Corona-Warn-App: Aktive Bürgerbeteiligung auf GitHub

29 Kommentare 29

Die Bundesregierung hat heute offiziell kommuniziert, was wir euch bereits gestern mit in den Tag geben konnten: Das offizielle Konzept zur deutschen Corona-Warn-App kann auf dem Code-Portal GitHub eingesehen und dessen Open-Source-Entwicklung hier direkt mitverfolgt werden.

Was in diesem Zusammenhang spannend ist: Die von GitHub bereitgestellten Kommunikationswerkzeuge laden aktuell zur unkomplizierten Bürgerbeteiligung ein. So wurden bislang bereits 40 Issues zur App eröffnet, in denen Vorschläge, Kritik und Anregungen durchgesprochen werden.

Unter anderem ist hier die Forderungen nach reproduzierbaren Builds aufgetaucht, die sicherstellen soll, dass der auf GitHub veröffentlichte Quellcode auch der ist, der letztlich in der App landet. Die Entwickler von SAP und Telekom haben die Anregung positiv aufgenommen und angekündigt darüber informieren zu wollen, sobald sich reproduzierbare Builds anlegen lassen.

Github Beteiligung Corona Warn App

Mit Verweis auf die von Apple und Google bereitgestellten Systemschnittstellen wurden der Vorschlag, im Kontaktfall auch die Bluetooth-Signalstärke über die Tracing-App auszusenden, hingegen abgelehnt. Entsprechende Änderungswünsche müssten von den beiden Konzernen umgesetzt werden.

Grundsätzlich lohnt sich ein Blick in die sogenannten Issues der Corona-Warn-App. Hier wurde inzwischen auch angekündigt, dass in Kürze die sogenannten „Architecture Docs“ auf GitHub abgelegt werden, die unter anderem auf die Verhinderung von Falschmeldungen eingehen werden.

Was die Bürgerbeteiligung im Code angeht, beschränkt sich diese zur Zeit auf die Korrektur von Tippfehlern.

Die Bundesregierung fasst in ihrem letzten Eintrag zum Thema noch mal die Verantwortlichkeiten zusammen und verweist auf den offiziellen Hilfe-Artikel: „So könnte die Corona-App helfen“, der hier abgerufen werden kann.

Die Corona-App, basierend auf einer dezentralen Softwarearchitektur, wird durch die Deutsche Telekom und die SAP entwickelt. Auf die Interoperabilität mit anderen europäischen Lösungen soll hingearbeitet werden. Im Bundestag wies Kanzlerin Merkel gestern darauf hin, dass die Arbeiten an der App mit Hochdruck laufen. „Aber auch hier gilt natürlich: Gründlichkeit muss gewährleistet sein, und Datenschutz muss gewährleistet sein.“

Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen, werden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie der Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) von Beginn an eingebunden. Nach Fertigstellung durch die Telekom und die SAP wird die Corona-App durch das Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegeben.

Donnerstag, 14. Mai 2020, 16:28 Uhr — Nicolas
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  • Sehr vorbildlich! Bin gespannt, wann der erste was zu meckern hat

    • Ja bei GitHub . Manche legen dort auf Gender Sprache wert ;(

      • Brötchenbäcker

        Manche*Innen

      • Warum ist das jetzt negativ?

      • Brötchenbäcker

        Weil es nervt. Hat vor zwanzig Jahren auch niemand*Innen interessiert.

      • Ja, und diese ganze Diskussion rund um Sklaverei. Das hat vor 300 Jahren auch niemanden interessiert. Merkst du selber, ne?

      • Melvin hat da absolut recht

      • Es nervt trotzdem langsam. Man kann es auch mit absoluter Korrektheit übertreiben. Bald fühlen sich noch die Brünetten und Blonden diskriminiert, weil sie in Stellenausschreibungen nicht wörtlich vorkommen. Jahrhundertelang hieß die Berufsbezeichnung Koch. Wenn eine Frau tatsächlich denkt sie wäre nicht mit angesprochen, nur weil nicht noch Köchin bei steht, hat sie andere Probleme als die Stelle.

        Diesem Land ging es so lange zu gut, dass manche solange Probleme suchen bis sie welche „finden“.

        Genauso wie die Klage (in Österreich oder der Schweiz), wo welche dagegen geklagt haben, dass auf den Ampeln keine gleichgeschlechtlichen Paare abgebildet sind. Das hat nichts mit Toleranz zu tun, sondern mit Steuerverschwendung hoch 10. Dachte tatsächlich ein gleichgeschlechtliches Paar, dass sie bei grün nicht gehen durften?

      • Brötchenbäcker

        Der Vergleich ist absurd. Niemand kommt beim generischen Maskulinum zu schaden.

      • , sprach ein Mann.

      • Es gibt offensichtlich genug Menschen, die sich an dem generischen Maskulinum stören. Also kommt anscheinend doch jemand zu Schaden.
        Umgekehrt kommt aber wirklich niemand zu Schaden, wenn einfach auf gender-gerechte Sprache geachtet wird.

      • @Brötchenbäcker, @Thor: Gegenfrage: fühlt ihr Euch bei „Köchin“ angesprochen? Wenn nein, dann überdenkt nochmal Eure Position (schreibt ein Mann)

      • Sklaverei mit Gender Sprache vergleichen… Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass das grammatische Geschlecht nichts mit Unterdrückung zu tun hat?

      • @Toby Es ging mir um das „hat vor 20 Jahren niemanden gestört“. Offensichtlich halten manche gesellschaftlichen Fortschritt und Gleichberechtigung für was Schlechtes.

  • Finde das auch nur toll und lobenswert. Endlich die Kurve gekriegt und alles richtig gemacht!

  • Reproduzierbare (continuous) Builds sind eigentlich Standard heute. Aber dennoch gut, wie es nun läuft!

  • (Wie) Kann denn die App den Gesundheitsämtern bei der unverzichtbaren Nachverfolgung von Infektionsketten helfen? Diese Nachverfolgung muss doch auf konkrete, namentlich identifizierbare Menschen abzielen, damit Infizierte und Verdachtsfälle gezielt in Quarantäne geschickt werden können – statt „auf Verdacht“ (notgedrungen) weite Teile der Gesellschaft lahm zu legen?
    Ich gehe davon aus, dass das ursprünglich eine wesentlich Funktion einer solche App sein sollte (und n.m.M. sein müsste)? Oder müssen die Gesundheitsämter bei einem Ausbruch weiterhin mühsam versuchen, Infektionsketten ausschließlich durch Telefongespräche und Gedächtnisprotokolle („Wann waren Sie wo mit wem zusammen…“) zu ermitteln?

    • Da die App auf Freiwilligkeit setzt, kann getrost davon ausgegangen werden, dass diejenigen die sie installieren bei einem Infektions- oder Verdachtsfall auch das Gesundheitsamt kontaktieren, so wie es vorgeschrieben ist.

  • Wird die App eigentlich auch ohne iPhone nur mit AW funktionieren?

  • Ich habe zwei Fragen an die Fachleute hier:

    1)
    Lässt sich absolut sicher feststellen, ob ein veröffentlichter Quellcode exakt dem in der App entspricht?
    2)
    Müsste das nicht nach jedem Update neu geprüft werden?

    (Es geht mir nicht um Verschwörungsquatsch, sondern um reine technische Tatsachen)

    • Das ist genau der Sinn von Reproduzierbaren Builds. Soweit ich weiß ist das im Apple App Store aber schwer oder sogar unmöglich.

      • @Kununa

        Danke für die Antwort.

        Jedoch klingt das für mich etwas widersprüchlich. Es ist möglich, aber im AppStore nicht möglich?

        Sorry, bin völliger Laie auf dem Gebiet :)

  • > Was die Bürgerbeteiligung im Code angeht, beschränkt sich diese zur Zeit auf die Korrektur von Tippfehlern.

    Es gibt ja auch noch keinen Code, nur Specs/Usecases/Doku

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