Spart Zeit und Wasser
Aiper IrriSense 2: Smarte Mehrzonen-Bewässerung ausprobiert
Bereits im März hat Aiper sein Gartentechnik-Sortiment aktualisiert und mit dem IrriSense 2 eine neue Version seines automatisierten Bewässerungssystems für Privatgärten vorgestellt, das Sprinkler, Steuerungseinheit und Ventiltechnik in einer kompakten Säule kombiniert.
Die „EvenRain-Technologie“ soll echten Niederschlag immitieren
Wir haben uns den smarten Gartenhelfer angeschaut. Der Listenpreis des IrriSense 2 liegt bei 599 Euro. Aktuell wird das System bei Amazon jedoch mit einem 150-Euro-Coupon für nur noch 449 Euro angeboten.
Bereits im vergangenen Jahr hatten wir die erste Generation des IrriSense ausführlich besprochen und im Alltag ausprobiert. Nun hat Aiper das System überarbeitet. Laut Hersteller wurden unter anderem Sensorik, Flächenabdeckung und die App-Anbindung verbessert.
Schnelle Montage ohne Spezialwerkzeug
Mit dem IrriSense 2 soll die Gartenbewässerung stärker automatisiert werden, gleichzeitig möchte Aiper den Installationsaufwand möglichst gering halten. Statt fest verbauter Leitungen oder mehrerer einzelner Komponenten setzt das System auf eine zentrale Einheit, die direkt an einen handelsüblichen Gartenschlauch angeschlossen wird.
Der Aufbau läuft problemlos und ist in 15 Minuten erledigt
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass der Lieferumfang überschaubar und dennoch vollständig wirkt. Neben dem eigentlichen Gerät liegen Erdanker zur Bodenbefestigung, ein Ratschen-Inbusschlüssel sowie das Netzteil und eine Aufstellbasis bei. Letztgenannte Bodenhalterung sorgt dafür, dass der Sprinkler auch während der Rotation stabil stehen bleibt. Voraussetzung dafür ist allerdings eine möglichst ebene Aufstellfläche.
Der Anschluss gelingt mit einem normalen Gartenschlauch, ein Adapter stellt die Verbindung mit dem bekannten Gardena-Klicksystem her. Die gesamte Installation war im Test innerhalb von etwa 15 Minuten erledigt. Die eigentliche Montage gelingt unkompliziert und ist auch für Nutzer ohne größere technische Erfahrung gut machbar. Größter Zeitfaktor ist nicht der Aufbau selbst, sondern die digitale Einrichtung der Bewässerungsflächen.
Der Lieferumfang ist überschaubar aber müsste auch nicht größer ausfallen
Die Verbindung erfolgt über Bluetooth, WLAN und die Aiper-App. Direkt nach der ersten Einrichtung standen gleich vier Firmware-Updates bereit, die problemlos aber nacheinander installiert werden mussten. Anschließend geht es an das sogenannte Mapping der Flächen. Dabei werden Bewässerungszonen direkt per Wasserstrahl eingelernt.
Über die App lässt sich definieren, welche Bereiche bewässert werden sollen und welche ausgespart bleiben. Dafür rotiert man das Wassergeschütz mit Hilfe der App in die jeweilige Richtung und legt dann die zu nutzende Wassermenge fest indem man den virtuellen Hahn entsprechend auf- beziehungsweise zudreht.
Die App ist einfach zu bedienen, verzichtet aber auf konkrete Werteangaben
Im Alltag funktionierte das grundsätzlich zuverlässig, die Kartierung wirkt stellenweise aber etwas grob. Konkrete Distanzwerte oder exakte Maßangaben fehlen in der App weitgehend. Die Ausrichtung erfolgt deshalb eher nach Sicht und Gefühl. Gerade bei verwinkelten Flächen waren teilweise kleinere Nachkorrekturen nötig, bis die Bewässerung wirklich sauber an Kanten oder Beeten entlanglief.
Flexible Zonensteuerung per App
Bis zu zehn unterschiedliche Zonen können angelegt werden. Neben klassischen Flächen unterstützt das System auch lineare Bereiche und einzelne Punkte. Dadurch lassen sich beispielsweise schmale Beete, Hecken oder einzelne Büsche gezielt bewässern. Gerade bei verwinkelten Grundstücken oder L-förmigen Gartenflächen erweist sich das als praktischer Vorteil gegenüber klassischen Kreisregnern.
Stört die Gartenruhe nicht: Der Irrisense 2 arbeitet nahezu geräuschlos
Die App gehört insgesamt zu den stärkeren Seiten des Systems. Die Oberfläche ist übersichtlich aufgebaut und erlaubt spontane Anpassungen direkt während des Betriebs. Im Einsatz erwies sich vor allem die Möglichkeit als praktisch, einzelne Bereiche kurzfristig manuell nachzubewässern, ohne komplette Zeitpläne ändern zu müssen.
Sprührichtung, Reichweite und aktive Bereiche lassen sich live verändern. Zusätzlich zeigt die App die aktuelle Position des Sprinklers, den Fortschritt der Bewässerung sowie geschätzte Abschlusszeiten an.
Die App ist im vergangenen Jahr gereift und übersichtlich aufgebaut
Gleichmäßige Bewässerung
Der Rotationsmechanismus arbeitet sichtbar präzise. Das Sprühbild wirkt gleichmäßiger und kontrollierter als bei vielen klassischen Rasensprengern. Aiper spricht hier von der sogenannten EvenRain-Technologie. Gemeint ist eine Verteilung, die eher an natürlichen Niederschlag erinnern soll. Tatsächlich entsteht ein feineres und gleichmäßigeres Bewässerungsbild, wodurch weniger Wasser auf Gehwegen oder Betonflächen landet.
An der Wasserdüse sorgt eine kleine Kunststoff-Nase für ein feines Tropfenbild
Die maximale Reichweite gibt Aiper mit zwölf Metern beziehungsweise rund 445 Quadratmetern Fläche an. Im praktischen Einsatz hängt die tatsächliche Abdeckung allerdings deutlich vom vorhandenen Wasserdruck ab. Besonders positiv fiel die präzise Kantenbewässerung auf. Einzelne Bereiche lassen sich gezielt aussparen, ohne dass Wasser unnötig verloren geht.
- PDF-Download: Irrisense 2 Benutzerhandbuch
Nach einmaliger Konfiguration liefen die Zeitpläne im Test zuverlässig. Besonders angenehm ist dabei die vollständige Automatisierung einer typischen Gartenpflicht, an die gedacht werden muss, die jedoch nicht unbedingt zu den Tages-Highlights gehört. Zwar erscheint der Technologieeinsatz für eine so einfache Aufgabe fast schon überdimensioniert, allerdings wird schnell klar, dass das System vor allem Zeit spart und deutlich weniger Aufmerksamkeit verlangt als klassische Rasensprenger. Das ständige Umlegen des Schlauchs entfällt ebenso wie das manuelle Ein- und Ausschalten.
Gut für verwinkelte Gärten: Der Irrisense 2 lässt sich sehr granular konfigurieren
Wetterdaten und Verbrauchskontrolle
Unterstützt wird das Ganze durch wetterabhängige Automatisierung. Das Weather-Sense-System nutzt Wetterdaten und pausiert geplante Durchläufe bei angekündigtem Regen automatisch. Zusätzlich erkennt ein integrierter Regensensor Niederschlag direkt vor Ort. Die Funktion lässt sich bei Bedarf deaktivieren. Belastbare Erfahrungswerte zur Genauigkeit der Wetterdaten können wir aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse und Netzwerkbedingungen vor Ort leider nicht anbieten. Der Wetterdaten-Abruf setzt eine anliegende WLAN-Verbindung voraus.
Der Wetterdatenabruf setzt eine WLAN-Verbindung voraus
Auch Verbrauchsdaten werden in der App dargestellt. Nutzer können nachvollziehen, wie viel Wasser einzelne Zonen verbrauchen. Aiper spricht von möglichen Einsparungen von bis zu 40 Prozent gegenüber traditionellen Bewässerungssystemen. Im Alltag lässt sich vor allem beobachten, dass Wasser gezielter verteilt wird und weniger ungenutzt versickert oder auf befestigten Flächen landet.
Fazit: Spart Zeit und Wasser
Das IrriSense 2 hinterlässt insgesamt den Eindruck eines durchdachten Smart-Garden-Produkts mit klarer Ausrichtung auf Komfort und präzisere Bewässerung. Zu gleichen Teilen eine Luxus-Spielerei sowie eine nachhaltige Arbeitserleichterung, die einem ähnlich viel Arbeit abnehmen kann wie ein Mähroboter.
Aufwändig ist nur die Ersteinrichtung, anschließend kann der IrriSense 2 wartungsfrei seinen Dienst verrichten und relativiert seinen vergleichsweise hohen Preis durch ein klares Komfort-Plus. Die Unterschiede zum Vorgänger sind jedoch so marginal, dass sich Besitzer der ersten Generation entspannt zurücklehnen können, Gründe für ein Hardware-Upgrade konnten wir nicht ausmachen.









Hier ein Besitzer der ersten Generation.
Aiper hat alle Nutzer angeschrieben, dass ihr Irrisense eingeschickt werden muss und kostenfrei auf die zweite Generation geupgraded wird. Hintergrund war, dass sie die App überarbeiten wollten und die Kompatibilität mit der ersten Generation nicht mehr gewährleistet werden konnte.