Chinesische KI und private Chats
KI-Suchmaschinen: Ecosia wechselt Anbieter, Duck.ai bekommt neue Funktion
Zwei alternative Suchmaschinen stellen ihre KI-Angebote neu auf. Die Berliner Suchmaschine Ecosia trennt sich nach nur wenigen Monaten vom französischen KI-Anbieter Mistral und setzt stattdessen auf offene Sprachmodelle. DuckDuckGo erweitert unterdessen seinen KI-Chat Duck.ai um eine Funktion, mit der sich Unterhaltungen verschlüsselt und ohne Benutzerkonto teilen lassen.
Ecosia wechselt zu offenen KI-Modellen
Erst im Mai hatte Ecosia den Wechsel von OpenAI zu Mistral verkündet und dabei insbesondere die europäische Unabhängigkeit hervorgehoben. Nun folgt eine überraschende Kehrtwende. Gegenüber Politico erklärte Ecosia-Gründer Christian Kroll, dass man mit der Qualität von Mistral enttäuscht sei. Die Modelle lägen seiner Einschätzung nach inzwischen etwa ein Jahr hinter der Konkurrenz. Hinzu seien technische Probleme durch überlastete Server gekommen.
Stattdessen arbeitet Ecosia mit dem deutschen Anbieter Melious zusammen, der offene Sprachmodelle auf europäischer Infrastruktur betreibt. Darunter befinden sich Qwen von Alibaba, GLM von Z.ai und Kimi von Moonshot AI. Die Umstellung soll laut Kroll nicht nur die Qualität verbessern, sondern auch die Betriebskosten ungefähr halbieren.
Bemerkenswert ist der Wechsel zu chinesischen Modellen, nachdem Ecosia zuvor gerade die europäische Herkunft seiner KI betont hatte. Durch den Betrieb auf europäischen Servern will das Unternehmen jedoch weiterhin die Kontrolle über die Datenverarbeitung behalten. In den offiziellen Hilfeseiten wird derzeit noch Mistral genannt. Wann sämtliche KI-Funktionen umgestellt sind, bleibt damit offen.
Duck.ai: Unterhaltungen verschlüsselt teilen
Eine praktische Neuerung gibt es beim KI-Chat von DuckDuckGo. Nutzer können jetzt einzelne Antworten oder komplette Unterhaltungen über einen Link weitergeben. Empfänger benötigen kein Konto und können den Chat lesen, speichern oder unabhängig vom ursprünglichen Gespräch fortsetzen.
Besonderen Wert legt DuckDuckGo auf den Datenschutz. Die Unterhaltung wird bereits auf dem eigenen Gerät verschlüsselt, bevor sie auf den Servern des Anbieters gespeichert wird. Der zum Entschlüsseln notwendige Schlüssel steckt ausschließlich im Freigabelink. DuckDuckGo selbst soll die Inhalte deshalb nicht lesen können.
Freigabelinks verfallen nach 48 Stunden
Die Links laufen standardmäßig nach 48 Stunden ab. Alternativ lassen sich Fristen von einem, sieben oder 30 Tagen auswählen. Auch eine vorzeitige Löschung ist möglich. Freigegebene Unterhaltungen sollen zudem nicht von Suchmaschinen indexiert werden.
Vollständig kontrollieren lässt sich die Weitergabe dennoch nicht: Jeder mit Zugriff auf den Link kann die Unterhaltung lesen und gegebenenfalls eine Kopie speichern. Wer sensible Informationen teilt, sollte dies berücksichtigen. DuckDuckGo beschreibt die neue Funktion ausführlich im eigenen Blog.



Die „chinesischen Modelle“ kommen zwar aus China aber stehen in keiner Verbindung mehr zum Hersteller. Es gibt keine Hintertürchen, wo Daten abfließen könnten. Das ist wichtig zu wissen: die Daten bleiben zu 100 % in Europa
Das hört sich gut an. Kann man das irgendwo neutrales nachlesen?