Astrofotografie und Tele-Aufnahmen
Dwarf Mini ausprobiert: Kompaktes Smart-Teleskop mit iPhone-Anbindung
Nächste Woche findet eine partielle Sonnenfinsternis statt, die auch von Deutschland aus zu sehen sein wird. Je nachdem, wo ihr euch befindet, wird die Sonnenscheibe am Mittwoch kurz vor ihrem Untergang bis zu 90 Prozent vom Mond bedeckt sein. Ein guter Anlass also, um ein paar Praxiserfahrungen mit dem Dwarf Mini zu teilen.
Das Dwarf Mini ist ein kompaktes Smart-Teleskop mit iPhone-Anbindung, das sich mit einer Größe von rund 10 × 18 × 6 cm problemlos transportieren lässt. Es vereint ein motorisiertes Teleskop mit automatischer Nachführung und eine Kamera mit Tele- und Weitwinkelobjektiv. Für Aufnahmen stehen 64 GB interner Speicher zur Verfügung. Der integrierte Akku hält bis zu vier Stunden.
In wenigen Minuten startklar
Die Inbetriebnahme gelingt unkompliziert. Innerhalb weniger Minuten ist das Dwarf Mini einsatzbereit und die ersten Aufnahmen können erstellt werden. Die zugehörige App lässt sich ohne Benutzerkonto verwenden.
Für die Kommunikation mit dem iPhone baut das Dwarf Mini ein eigenes WLAN auf. Beim Verbindungsaufbau war zwar hin und wieder ein zweiter Suchlauf erforderlich, anschließend war die Verbindung jedoch durchgehend stabil.
Teleskop oder Kamera?
Der Begriff „Teleskop“ ist beim Dwarf Mini, wie allgemein in dieser Produktkategorie, etwas irreführend. Genau genommen handelt es sich eher um ein Gerät für die Astrofotografie als um ein klassisches Beobachtungsteleskop. Man schaut also nicht durch ein Okular, sondern bekommt das Livebild der integrierten Kamera direkt auf dem Smartphone angezeigt.
Die eigentlichen Astroaufnahmen entstehen durch das automatische Zusammenfügen zahlreicher Einzelbilder. Dieses sogenannte Stacking übernimmt das Dwarf Mini selbstständig. Wie viele Aufnahmen erforderlich sind, hängt vom Motiv ab. Sonne und Mond liefern bereits nach wenigen Minuten überzeugende Ergebnisse. Für lichtschwache Nebel oder Galaxien können dagegen mehrere hundert Einzelbilder notwendig sein, sodass eine Aufnahmesitzung auch mal mehrere Stunden dauern kann. Tagsüber arbeitet das Dwarf Mini dagegen wie ein Teleobjektiv und erstellt normale Einzelaufnahmen.
App zugleich Fernbedienung und Himmelsatlas
Die App dient nicht nur als Fernbedienung, sondern unterstützt auch bei der Auswahl interessanter Beobachtungsziele. Für die Suche steht ein integrierter Himmelsatlas zur Verfügung, ergänzend werden auch aktuelle Empfehlungen der Entwickler angezeigt.
Nach der Auswahl richtet sich das Dwarf Mini automatisch auf das gewünschte Objekt aus und wird motorisiert nachgeführt. Alternativ lassen sich Ziele auch manuell auswählen. Autofokus und automatische Belichtung stehen ebenso zur Verfügung wie verschiedene manuelle Einstellungen.
Sonne als erstes Motiv
Eine der ersten Aufnahmen dürfte bei vielen Nutzern die Sonne sein. Dabei muss unbedingt der mitgelieferte magnetische Sonnenfilter verwendet werden, da sonst Optik oder Bildsensor beschädigt werden könnten
Die Sonne eignet sich besonders gut als erstes Motiv, weil ohne große Wartezeit eindrucksvolle Ergebnisse entstehen und man schnell ein Gefühl für die Bedienung des Geräts bekommt.
In der Standardeinstellung erstellt das Dwarf Mini hier zunächst 20 Einzelaufnahmen, die anschließend automatisch zu einem Bild verrechnet werden. Für Himmelsobjekte wie Galaxien, Sternhaufen und Nebel sind dagegen längere Aufnahmereihen mit mehreren hundert Einzelbildern erforderlich. So werden feinere Details besser herausgearbeitet und Bildrauschen reduziert.
Für ein Gerät dieser Größe liefert das Dwarf Mini beachtliche Ergebnisse. Wer konkrete Beispiele sehen möchte, besucht die Reddit-Community von Dwarf. Die 30-Millimeter-Optik kann natürlich nicht mit größeren Amateurteleskopen mithalten, ermöglicht aber einen unkomplizierten Einstieg in die Astrofotografie.
Auch Aufnahme oben ließ sich vergleichsweise schnell erstellen. Ein heller Mond gibt ebenfalls ein sehr für den Einstieg geeignetes Motiv ab. Ähnlich wie bei der Sonne genügt eine Aufnahmereihe von wenigen Minuten.
Auch am Tag eindrucksvoll
Das Dwarf Mini eignet sich nicht nur für Himmelsaufnahmen. Auch Landschaften, weit entfernte Gebäude, scheue Tiere oder Zeitraffer gehören zu den möglichen Einsatzgebieten. Das Teleobjektiv mit 150 Millimetern Brennweite eröffnet Perspektiven, die mit einer Smartphone-Kamera allein nicht möglich sind.
Unser Bild oben zeigt eine Tele-Aufnahme von Kirschen, die in mehreren Metern Entfernung in einem Baum hängen. Der Aufnahmebereich ist in der links oben eingeblendeten Weitwinkelaufnahme markiert.
Dank seines integrierten Standfußes lässt sich das Dwarf Mini problemlos ohne Stativ verwenden. Die automatische Nachführung hält das gewählte Himmelsobjekt zuverlässig im Bild und ermöglicht längere Belichtungsreihen.
Ein Stativ wird erst dann interessant, wenn Belichtungszeiten von 30 Sekunden gefragt sind. Dadurch kann das Dwarf Mini so ausgerichtet werden, dass es die Erdrotation besonders präzise ausgleicht. So sind auch Einzelbelichtungen von bis zu 90 Sekunden möglich, diese Funktion richtet sich allerdings eher an fortgeschrittene Nutzer.
Perfekt für Einsteiger
Grundsätzlich eignet sich das Dwarf Mini besonders für Nutzer, die ohne großen Aufwand in den Bereich der Astrofotografie einsteigen möchten. Spannende Einsatzmöglichkeiten bietet das Dwarf Mini auch unabhängig von der Beobachtung von Sonne, Mond und anderen Himmelsobjekten. Mit der Tele- und Zeitrafferfunktion lassen sich auch interessante Tier- und sonstige Naturfotos oder Videos machen.
Das Dwarf Mini ist zum Preis von 409 Euro erhältlich. Wer noch etwas leistungsfähiger einsteigen will, kann einen Blick auf den für 529 Euro erhältlichen größeren Bruder Dwarf 3 werfen.










Ich hab die Konkurrenz das Seestar S30 und bin zufrieden :) werde mir die Totale Sonnenfinsternis auf Mallorca anschauen und mein Seeestar Telesekop mitnehmen
Cool, viel Spaß dabei.
Hab das Seestar S30 auch auf der Wunschliste, aber noch nicht bestellt.
Also du meinst 30pro? Kann ich nur empfehlen.
Nee, ohne Pro nur S30.
Ist das S30 Pro soviel besser, dass es 300€ Mehrwert bietet?
Besser auf jeden Fall. Details kannst du googeln.
Mir hatte sich die Frage nicht gestellt, da der Preis vor einem halben Jahr wesentlich niedriger war.
Danke für den Hinweis, werd ich mal vergleichen.
Wie gut sind die Fotos damit? Wäre ein interessantes Feld mit dem iPhone :)
So gut wie die KI das eben hinbekommt – das Geheimnis dieser „Super-Teleskope“ ist, dass sie die meisten fotografierten Himmelskörper kennt und die Bilder eben so aufhübscht, dass der User zufrieden ist.
Bitte was? Wie kommst du zu so einer Aussage?
Dwarf hat schon mehrere dieser Teleskope rausgebracht, die alle auf die selbe Weise funktionieren.
Macht Google mit den Pixels übrigens genauso – niemand „fotografiert“ den Mond „schöner“ als ein Google-Telefon!
Ahat jemand einen direkten Vergleich dwarf 3 und dwarf mini?
Lohnen sich die gut 100,- mehr? Was kann der mini weniger?
Wo ist der Vorteil, wenn ich es eh nicht in echt, sondern auf dem Bildschirm ggf. digital „aufgewertet“ sehe?
Kann ich es mir dann nicht gleich im Internet ansehen?
Da käme bei mir nicht das gleiche gefühl auf, wie bei einem echten Teleskop.
Vor allem gibt es dort Bilder, die von „richtigen“ Teleskopen aufgenommen wurden, mit Kameras, die man als Privatmensch niemals zur Verfügung hätte. Und es gibt für ein so kleines Teleskop wahrscheinlich auch nichts sehenswertes dort oben , von dem zB ein Teleskop im Weltall nicht schon ein Foto gemacht hat.
Ich glaube, deine Denke ist verkehrt: es gibt außerordentlich wenig Dinge, die du machst, die noch nie ein Mensch zuvor getan hat. Sehr wenig Dinge von der noch nie ein Mensch ein Foto gemacht hat. Bei der Astrofotografie geht es um was ganz anderes: es soll dich in Verbindung mit dem da draußen bringen, indem du diese Fotos selbst machst. Das sie dann im besten Falle genauso aussehen wie irgendwas was du im Internet findest spielt dafür überhaupt keine Rolle.
Auch mit einem „echten“ Teleskop wirst du mehrere Bilder zusammen rechnen müssen um Rauschen und Farben zu korrigieren etc., wenn du damit Fotos erstellen möchtest. Wenn du durch ein „echtes“ Teleskop mit deinem Auge schaust, wirst du in keinem Fall auch nur ansatzweise irgendwas zu sehen bekommen, wie du es mit Aufnahmeserien eines solchen Smart Teleskops erhältst. Das geht schlicht nicht, weil die Objekte die du damit fotografierst, erheblich zu Licht schwach für dein Auge sind.
Ist ja auch nicht für die visuelle Beobachtung gedacht, sondern zur Astrofotografie.
Klar, ich verstehe jedoch
1. Die Faszination mit aufwändig generierten Bilder großer Teleskope
2. Die Faszination nur durch ein geschliffenes Glas die Mondoberfläche sehen zu können.
Aber warum ein digitales Abbild mit so einem kompakt Bildschirm?
Sorry, ernstgemeinte frage, finde da nicht die Faszination für mich.
Wer zwingt dich denn, das fertige Bild auf einem kleinen Bildschirm anzuschauen? Auf einem Handy wirst du schwer die Details erkennen können, die selbst dieses kleine Teleskop sichtbar macht. Ich glaub es gibt hier ein grundsätzliches Verständnisproblem: Teleskope mit einer solch kleinen Vergrößerung wie dieses sind dazu gedacht, sehr große Objekte am Himmel aufzunehmen. Eben Nebel. Wenn du damit versuchst, den Jupiter zu fotografieren, wird das Ergebnis sehr enttäuschend sein.
Mit dem Bildschirm hat das nichts zu tun, das Teleskop wird nur über das IPhone gesteuert. Die Bilder können danach auf einen MAC geladen werden und dort weiter nachbearbeitet werden.
In vielen Astronomie Foren findet man Beispiele zu welch überraschenden Ergebnis man mit den Dinger kommen kann. Natürlich kommt es nicht an die Ergebnisse vieler Hobbyastronomen heran die oft viele tausend Euro in Teleskop und Kamera stecken. Ich habe ein Seestar S30 und es macht einfach Spaß mit meinem Sohn die Entstehung eines gestackten Deepsky Objekts zu verfolgen und Hintergrund Wissen aufzubauen über die beobachteten Objekte
Ich trage mich auch schon eine Weile mit dem Gedanken mir ein Smart Teleskop anzuschaffen. Habe Freunde, die „ernsthafte“ Astrofotografie betreiben, aber da finde ich den Aufwand FÜR MICH viel zu groß, zumal ich in einer Großstadt lebe und erstmal ne ganze Weile fahren müsste, damit es dunkel genug ist. Ein solches Dwarf oder Seestar macht also in meinem Fall durchaus Sinn.
Wenn ich hier so die ganzen Kommentare der „echten“ Astrofotografen lese, erinnert mich das an das Aufkommen der automatischen Spiegelreflexkameras in den 80er Jahren, als alle diejenigen, die technisch „richtig“ fotografieren konnten, plötzlich ihre Alleinstellungsmerkmale schwinden sahen. Tja, das ist der Lauf der Welt, in Zeiten der KI sollte man sich besser dran gewöhnen ;)
P.S. Ich warte noch auf das Seestar S50 Pro
Da komme ich mit meinem Spektiv aber näher dran. Hat aber auch ordentlich gekostet.
Über 400 € um nicht einmal direkt in den Himmel zu gucken, sondern letztlich langfristig mit Software zusammengerechnete Bilder zu erzeugen, die nicht an die Bilder von Hubble und Co. heranreichen, die man sich „kostenlos“ anschauen kann …