{"id":120592,"date":"2017-12-20T20:02:01","date_gmt":"2017-12-20T19:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iphone-ticker.de\/?p=120592"},"modified":"2017-12-20T20:10:06","modified_gmt":"2017-12-20T19:10:06","slug":"recht-warnwetter-ueberholt-wetteronline-wdr-knickt-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iphone-ticker.de\/recht-warnwetter-ueberholt-wetteronline-wdr-knickt-ein-120592\/","title":{"rendered":"Recht: WarnWetter \u00fcberholt WetterOnline, WDR knickt ein"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"noindex, nofollow\" href=\"http:\/\/www.ifun.de\/app\/986420993\">WarnWetter<\/a> kostet jetzt. Seit gestern verlangt die offizielle iPhone-Applikation des Deutschen Wetterdienstes 1,99 Euro f\u00fcr ihren vollen Funktionsumfang und hat damit auf ein Urteil des Landgerichts Bonn reagiert, dem eine Klage des privaten OninePortals WetterOnline vorausgegangenen war &#8211; <a href=\"https:\/\/www.iphone-ticker.de\/warnwetter-app-kostenlos-nur-noch-eingeschraenkt-nutzbar-120544\/\">ifun.de berichtete<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/images.iphone-ticker.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/umsatz.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-120593\" src=\"https:\/\/images.iphone-ticker.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/umsatz.jpg\" alt=\"Umsatz\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/images.iphone-ticker.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/umsatz.jpg 804w, https:\/\/images.iphone-ticker.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/umsatz-300x217.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Doch mit ihrem Griff zur Juristenkeule scheint sich die &#8222;WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH&#8220; geh\u00f6rig verkalkuliert zu haben. So katapultierte sich die bislang komplett kostenfrei angebotene WarnWetter-App jetzt nicht nur in die Top-10-Charts der umsatzst\u00e4rksten App Store-Anwendungen Deutschlands, sondern ist mittlerweile auch an der Kl\u00e4gerin vorbeigezogen und beansprucht in der Wetter-Kategorie nun Platz 1 der ertragreichsten Apps. Vor Weather Pro und WetterOnline auf dem 3. Platz.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt: In den Wortmeldungen zur DWD-App dominieren seit dem Gerichtsentscheid, App Store-untypisch, fast ausschlie\u00dflich positive R\u00fcckmeldungen zur Einf\u00fchrung Bezahl-Option. Zwar freuen sich die Nutzer nicht \u00fcber die erzwungenen \u00c4nderungen, bekunden aber ihre Sympathien f\u00fcr die Beh\u00f6rde und gratulieren zur schnellen Umsetzung des Premium-Option, die die Konformit\u00e4t mit dem Urteil sichern soll.<\/p>\n<p>Der DWD, der bereits Berufung gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts eingelegt hat und sich seinerseits schon auf die Fortf\u00fchrung der rechtlichen Auseinandersetzung vorbereitet, hat inzwischen detailliert dar\u00fcber informiert, welche Funktionen in der kostenlosen Basisversion gestrichen wurden.<\/p>\n<p>Funktionen die der der kostenpflichtigen Vollversion der WarnWetter-App vorbehalten sind:<\/p>\n<ul>\n<li> Amtliche Warnungen zur Warnsituation, Infos zur Warnlageentwicklung<\/li>\n<li> Individuell konfigurierbare Warnelemente und Warnstufen<\/li>\n<li> Zuschaltbare Alarmierungsfunktion bei \u00c4nderung der Warnlage vor Ort<\/li>\n<li> Fr\u00fche Alarmierung durch \u201aVorabinformation Unwetter\u2018 als Push-Nachricht<\/li>\n<li> Widget auf Startbildschirm f\u00fcr individuell ausgew\u00e4hlte Orte\/Warnungen<\/li>\n<li> Unwettervideos aus dem DWD-TV-Studio bei gr\u00f6\u00dferen Unwetterlagen<\/li>\n<li> Aktuelle Wetterradarbilder mit Anzeige der georteten Blitze<\/li>\n<li> Aktueller Warnmonitor f\u00fcr Gewitter, Glatteis, Starkregen und Schneefall<\/li>\n<li> Integrierte Hitzewarnungen und Angaben zur lokalen W\u00e4rmebelastung<\/li>\n<li> UV-Warnungen in Ortsansicht und als fl\u00e4chige Karte<\/li>\n<li> Hochwasserwarnungen und Hochwasserlage in den Bundesl\u00e4ndern<\/li>\n<li> Sturmflutwarnungen, Wasserstandvorhersagen f\u00fcr die deutsche K\u00fcste<\/li>\n<li> Einsch\u00e4tzung der Lawinengefahr f\u00fcr Stationen der Bayerischen Alpen<\/li>\n<li> Teilen von Warninformationen in Social Media<\/li>\n<li> Weitere Wetterinformationen zur Personalisierung des Unwetterrisikos<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem unterstreicht der DWD, dass die von WetterOnline angesto\u00dfene Klage im Zweifelsfall sicherheitsrelevante Auswirkungen haben k\u00f6nnte und bietet fortan einen kostenfreien Sonderzugang f\u00fcr Rettungskr\u00e4fte an:<\/p>\n<blockquote><p>Fr\u00fchzeitige und \u00fcberall verf\u00fcgbare Warnungen vor Unwettern k\u00f6nnen Leben retten und Sch\u00e4den vermeiden. Deshalb hatte der DWD 2015 sein Informationsangebot bei Wettergefahren um die amtliche \u201eWarnWetter-App\u201c f\u00fcr Smartphones und Tablets erweitert. Zielgruppen der werbefreien App des DWD sind die gesamte Bev\u00f6lkerung in Deutschland, aber auch spezialisierte Nutzer wie Einsatzkr\u00e4fte der Katastrophenhilfe. F\u00fcr ein angemessenes Verhalten der Bev\u00f6lkerung bei Wettergefahren sind nicht nur die allgemeinen amtlichen Warnungen des DWD, sondern auch einordnende spezifische Wetterinformationen erforderlich. Die entgeltfreie Warn-Wetter-App bot deshalb bisher f\u00fcr jedermann auch hoch aufgel\u00f6ste Bilder und Filme des DWD-Wetterradars, des Wettersatelliten METEOSAT sowie Modellvorhersagen f\u00fcr die wichtigsten warnrelevanten Ereignisse wie Sturm, Dauer- oder Starkniederschl\u00e4ge an.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Parallelen zum Fall Tagesschau<\/h2>\n<p>Die Causa WarnWetter erinnert an die <a href=\"https:\/\/www.iphone-ticker.de\/tagesschau-2-0-zeitungsverleger-bleiben-unzufrieden-105884\/\">jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen<\/a> zwischen der Tagesschau und den deutschen Zeitungsverlegern, die das App-Angebot der Nachrichtensendung als &#8222;zu textlastig&#8220; kritisierten und die Angst vor der steuerfinanzierten Konkurrenz lieber vor Gericht als mit einem Ausbau der eigenen Angebote adressieren wollten.<\/p>\n<p><div class=\"responsive-video\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/vdeckZA1Xgo\" width=\"700\" height=\"371\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/div><\/p>\n<p>An das Ergebnis des Tagesschau-Streits werden sich die meisten iPhone-Anwender noch gut erinnern: Die neue App setzt verst\u00e4rkt auf Video-Inhalte, hat das Textangebot zur\u00fcckgefahren und den Umfang seiner Berichterstattung reduziert.<\/p>\n<h2>WDR knickt ein<\/h2>\n<p>Zudem sorgt der Fall Tagesschau nun daf\u00fcr, dass sich andere Vertreter der \u00f6ffentlichen Hand im vorauseilenden Gehorsam \u00fcben. So hat der WDR erst in der vergangenen Woche <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/unternehmen\/der-wdr\/unternehmen\/wdr-online-multimedial-100.html\">angek\u00fcndigt<\/a>, sein Online-Angebot zuk\u00fcnftig &#8222;multimedialer gestalten&#8220; zu wollen. Im kommenden Jahr soll das Digital-Portfolio mit neuen audiovisuellen Formaten ausgebaut werden. Mehr Videoinhalte also und weniger lesenswerte Texte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/neue-wdr-online-strategie-ich-wollte-nicht-warten-bis-der.2907.de.html?dram:article_id=402901\">Im Interview<\/a> mit dem Deutschlandfunk begr\u00fcndete WDR-Intendant Tom Buhrow den Schritt mit dem Wunsch einen erneuten Rechtsstreit mit den Verlegern aus dem Weg zu gehen:<\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;] Ich wollte einfach nicht warten, bis der WDR verklagt wird, sondern wollte ein Signal setzen, hier ist ein Urteil, wir haben das verstanden. Ob ich damit inhaltlich einer Meinung bin oder nicht, spielt gar keine Rolle. Wir halten uns daran und werden uns so ausrichten, und nat\u00fcrlich will ich damit auch ein Signal setzen. Ich will ein Signal an die Verleger setzen. Wir wollen nicht die ganze Zeit uns vor Gericht oder anderswo die K\u00f6pfe einschlagen, auch in der Zeitung, sondern lass uns gucken, dass wir ausk\u00f6mmlich miteinander auskommen. Wir werden noch weiter Text haben, ja, es wird aber weniger sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein konfliktscheues Verhalten, dass Axel-Springer-Chef Mathias D\u00f6pfner erst Anfang der Woche <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/verlegerchef-doepfner-lobt-wdr-fuer-neue-online-strategie.1939.de.html?drn:news_id=828761\">lobte<\/a> und in Walter &#8222;Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten&#8220; Ulbricht-Manier erg\u00e4nzte: &#8222;Keiner will den \u00d6ffentlich-Rechtlichen Textelemente verbieten&#8220;.<\/p>\n<p>Der Kommentar <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Der-letzte-Text-der-ARD,ardvsverleger102.html\">Der letzte Text der ARD<\/a>, den das WDR-Medienmagazin Zapp zum Thema formuliert hat, sei euch in diesem Zusammenhang empfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.iphone-ticker.de\/recht-warnwetter-ueberholt-wetteronline-wdr-knickt-ein-120592\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.iphone-ticker.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/dwd-ard-wdr-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"Dwd Ard Wdr\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>WarnWetter kostet jetzt. Seit gestern verlangt die offizielle iPhone-Applikation des Deutschen Wetterdienstes 1,99 Euro f\u00fcr ihren vollen Funktionsumfang und hat damit auf ein Urteil des Landgerichts Bonn reagiert, dem eine Klage des privaten OninePortals WetterOnline vorausgegangenen war &#8211; ifun.de berichtete. 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