Artikel Video: Die wichtigsten 24 Sekunden aus Apples Steuer-Anhörung
Facebook
Twitter
Kommentieren (33)

Video: Die wichtigsten 24 Sekunden aus Apples Steuer-Anhörung

33 Kommentare

Der Auftritt des Apple Chefs vor dem amerikanischen Senat ist erwartungsgemäß unspektakulär über die Bühne gegangen. Gut 3,5 Stunden hat sich der Untersuchungsausschuss, der unter der Überschrift “U.S. Tax Code and Offshore Holdings” zusammengekommen war, unter anderem Apples Steuer-Praktiken erklären lassen und mit offenen Mündern darüber gestaunt, dass es Firmen gibt, die die von der Politik implementierten Steuersparmodelle auch anwenden.

Wer möchte, kann sich die Aufzeichnung im Senats-Fernsehen C-Span in voller Länge zu Gemüte führen. Die Tagesschau bietet hierzulande eine übersichtliche Zusammenfassung an. Die relevanten 24 Sekunden haben wir unten eingebettet. Senator John McCain, ehemaliger Präsidentschaftskandidat, nimmt sich die Zeit um Tim Cook die Frage aller Fragen zu stellen:

“Why the hell do I have to keep updating apps on my iPhone all the time?”

senat-apple-tim-cook

Spaß beiseite: Im Steuerjahr 2013 hat Apple mehr als 7 Milliarden US-Dollar Steuern in den Vereinigten Staaten gezahlt. Als Börsennotiertes Unternehmen ist Apple zudem in der Pflicht, die durch das zu versteuernde Einkommen auftretenden Verluste so gering wie möglich zu halten. Das Cupertino hier die vom amerikanischen Recht zugelassenen Spar-Optionen auch anwendet überrascht nicht. Die verstrichenen vier Stunden hätten sich wohl auch produktiver nutzen lassen.

Die wichtigsten 24 Sekunden: Tim Cook vor dem US-Senat


(Direkt-Link)

In voller Länge: Tim Cook vor dem US-Senat:


(Direkt-Link)


(Direkt-Link)

Diskussion 33 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Hat Apple die Regeln die es für die Steuervermeidung nutzt selber gemacht? Nein, das war die internationale Politik. Hat sich Apple mit seiner Steuerpolitik an geltendes Recht gehalten? Ja, es nutzt ja nur die vorhandenen Regeln. Macht nur Apple das so? Nein, das macht eigentlich jeder große Konzern. Würde man selber die Schlupflöcher ungenutzt lassen, wenn es das für die private Steuererklärung gäbe? Wohl eher nicht.

    Trotzdem ist es richtig Apple (und jeden anderen Konzern der so vorgeht) an den Pranger zu stellen! Auch wenn natürlich die Politik der eigentliche Ursprung des Problems ist, steckt dahinter natürlich einiges an Lobbyarbeit von den Konzernen. Diese sind also absolut nicht unschuldig. Auch wenn es eine Gesetzeslücke gäbe mit der ich ungestraft meinen Nachbarn um die Ecke bringen könnte wäre es dennoch falsch und unmoralisch diese zu nutzen. Genauso ist es bei der Steuervermeidung auch. Wer so vorgeht handelt schlicht schlecht und falsch. Darum ist es gut dieses Vorgehen so öffentlich wie möglich zu diskutieren. Damit nimmt der Druck der Öffentlich auf die Politik zu und kann so etwas dem Druck der Lobbys entgegensetzten.

    — Dextro
      • Also ich denke auch so. Es sollte Keine Schlupflöcher für Großkonzerne geben! Und wer Angst habe, die würden in andere Länder abwandern: dann sollten diese Produkte vermieden werden. (Meinung)

        — firen
    • Man darf bei den Gewinnen auch nicht vergessen, unter welchen Bedingungen diese zustande kommen. Die Mitarbeiter bei Foxconn und Co werden nun alles andere als gut entlohnt.

      — Olaf
  2. Der “kleine Mann” schlüpft doch auch ständig umher und sorgt dafür das dem Staat Lücken entstehen ..

    — iChef
      • 400€ jobber, die weit mehr unter der hand verdienen. gibt es eigentlich diese 50€ jobber regelung?

        jeder kleine laden oder kioskoder oder oder hinterzieht steuern wo es nur geht.

        hast du dir mal was im kiosk geholt und dafür ein beleg bekommen? müsstest du aber, weil du dem kiosk betreiber 19% an steuern überlassen hast und dieser führt das geld für dich an den staat ab. ganz simpel. was apple da macht ist nicht falsch. punkt aus!

        — keKs
      • - Schwarzarbeit
        - kreative Steuererklärungen
        - Hartz IV Anträge
        - Sozialhilfe & damit verbundene Schlupflöcher

        — iChef
      • @iChef:
        Wieso ist Scharzwarbeit ein Schlupfloch? Ist das nicht verboten? Wer Schwarzarbeiter beschäftigt oder ist macht sich strafbar…
        Auch kreative Steuererklärungen sind strafbar…
        Apple hat aber gezeigt, dass sie sich nicht strafbar machen!

        — christian
      • Also ich würde mal nicht jedem Kioskbesitzer pauschal Steuerhinterziehung vorwerfen… Nur weil du nicht nach einem Beleg verlangst, heißt das noch lange nicht das er keine Steuer abführt. Hast du schon mal nach einem Beleg gefragt? Würdest du sicherlich bekommen. Es geht in deinem Beispiel wohl mehr drum, dass ein Kassenzettel für ein Snickers oder eine Zeitschrift schlicht nicht üblich ist.

        Ich will damit nicht sagen das es nicht genug Schwarze Schaafe gibt die tatsächlich nicht alles richtig deklarieren, aber es an der Tatsache, dass du keinen Kassenzettel bekommst festzumachen, dass jemand steuern hinterzieht, finde ich doch recht gewagt.

        — Freezar1985
    • Ihr habt das offensichtlich nich immer nicht verstanden: Es gibt einen Unterschied, ob ich gesetzliche Regelungen ausnutze (wie Apple, Google & Co.) oder ob ich Gesetze breche (eure Beispiele hier)!

      Man kann von Gesetzen halten, was man will. Aber man muss sich DRAN halten. Oder man wird Lobbyist und versucht, die Gesetze ändern zu lassen.

      — Archetim
      • Und genau darum geht es doch: diese unnötigen Gesetze! Wer zahlt am Ende drauf? Gerade in unserer vernetzten aufgeklärten Welt sollte man doch die Abhängigkeiten kennen und wissen. Keine offiziellen Schlupflöcher für Großverdiener! Was der kleine Mann macht, ob Nachbarschaftshilfe oder der Familie aushelfen, sollte mehr und mehr unterstützt werden. Genauso wie die Ehrenarbeiten! 

        — firen
      • Dann auch noch mal ein detailliertes Beispiel für dich:

        Sozialhilfempfänger müssen sich bspw. auf Stellen bewerben um weiterhin Sozialhilfe zu empfangen.
        Das machen manche dann auch – allerdings mit einer Null-Bock-Haltung.

        O-Ton: “Ich bin hier nur weil ich muss. Sollten Sie mich einstellen werd ich keinen Finger krumm machen.”

        Ist nicht illegal aber halt auch nicht schön. Vergeht einem die Lust am Steuern zahlen.

        — iChef
      • Richtig, einfach Mitglied bei der FDP werden und Werbung machen.
        Klappt bei der Partei ja immer ganz gut ;)

        — 00010101
      • Hat hier irgendjemand eine Vorstellung, wieviele Mannstunden Schwarzarbeit in auch nur einen Umsatztag von Apple passen? IChef, was vergleichst Du denn da???

        — mmina2
  3. Der kleine Mann schlüpft umher….und sorgt dafür dass Lücken entstehen.

    Ich schmeiß mich weg…..das ist die absurdeste, sinnfreieste und gerausamste Sprachvergewaltigung die ich je gelesen habe.

    — Blue
    • Also “umher” findet sich im Duden auch als “bald hierhin, bald dorthin”, ist ein normales Wort und soll schlicht sagen, dass viele Leute eben das ausnutzen was gerade am meisten Sinn macht bzw “geht”.

      Und “Lücken im Haushalt” hab ich mir nicht ausgedacht sondern findet man im allgemeinen Sprachgebrauch. Auch auf ARD bspw.

      Mal abgesehen davon das wir hier bei ifun sind ;)

      — iChef
  4. Also hierzulande hätte der Vorsitzende Tim Gooks Ausführungen schon nach 20 Sekunden abgewürgt, Thema verfehlt, 6 setzen. Das ist ne Anjörung vorm US-Senat und keine Apple-Werbeveranstaltung oder ?

    Was soll der Quatsch, dass Apple innovativ ist, die Angestellten hochmotiviert zur Arbeit gehen etc. pp ?

    Oder wurde die WWDC 3 Wochen vorverlegt und der US-Senat finanziell beteiligt, um eine noch grössere Öffentlichkeit zu mobilisieren ? Scheint gut geklappt zu haben xD

    — Maxiklin
  5. Netter Hinweis:

    DasS Cupertino hier die vom amerikanischen Recht zugelassenen Spar-Optionen auch anwendet, überrascht nicht.

    — Master
  6. Jeder versucht, weniger Steuern zahlen zu müssen. Wer gerne mehr zahlen will, kann das auch freiwillig tun. Oder spenden. Oder Stiftungen gründen. Oder oder oder. Der Staat ist nicht der Einzige, der Geld braucht. Aber meist derjenige, der am wenigsten damit umgehen kann ;)

    — frolueb
  7. Natürlich hat Apple mehr Möglichkeiten, als eine PC-Bude an der Straßenecke. Und Apple hat selbst so angefangen. Also was daran wäre unfair?

    — tylor
  8. Ich glaube dass es im Naturell des Menschen liegt Schlupflöcher zu nutzen, die ihm der Gesetzgeber bietet. Dabei haben Individuen unterschiedliche ethische oder moralische Grenzwerte, die regeln wie weit sie dabei gehen würden. Um das hier genannte Beispiel mit dem Tötungsdelikt in der Nachbarschaft, bei einer evtl. Regelungslücke, aufzugreifen, so würde man es sicherlich auch schaffen Menschen zu finden, die ungeniert davon Gebrauch machen würden. Wo es um monetäre Regelungslücken geht, dürfte es streng genommen nicht viele Menschen geben, die hier den ersten Stein werfen sollten. Natürlich sind die möglichen einzusparenden absoluten Beträge zwischen weltweiten Konzernen, national operierenden Mittelständlern, Kiosk- und Barbesitzern sowie Privatleuten signifikant unterschiedlich, prozentual am Einkommen gemessen evtl. jedoch vergleichbarer. Ich plädiere an die Verantwortung derer die Gesetze formulieren und verabschieden, volkswirtschaftlich sinnvolle, eindeutige und unumgängliche Regeln zu schaffen, die sich international ergänzen und nicht gegenseitig aushebeln. Es gibt nun mal Dinge die man nicht 7 Milliarden Individuen weltweit aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Werten überlassen kann. Just my two cents.

    — Andreas
    • Das finde ich auch.
      Leider lassen sich aber auch Länder wie
      Irland anscheinend korrumpieren und die
      Multis spielen Länder schön gegeneinander aus.

      Abseits von Apple, mal ein Blick z.B. nach Indien, und die Machenschaften der dortigen Pharmamultis, da kann einem schon schlecht werden. Also es braucht knüppelharte, eindeutige Gesetze und endlich eine vernünftige Haftung für verantwortliche Manager. Nicht nur Geldstrafen, auch Knast sollte nicht tabu sein. Und dafür braucht es Druck von allen Seiten.

      — tron250
  9. Irland hatte mal 12% Company Tax, kreativ dann auf 2% reduziert. Mit dem Erfolg, dass sich zig Firmen dort ansiedelten, nicht nur Apple.

    Es hat Apple reich gemacht (sie sparten sich 33% Tax auf Milliardenbeträge… Irland hat es dennoch nicht geholfen und steht heute knapp vor der Staatspleite.

    Hat Apple legal gehandelt: ja! Ist es moralisch korrekt, dass eine Amerikanische Firma ihren Auslands-Gewinn nicht in den USA versteuert? Nein.

    Ich muss Geld, dass ich im Ausland erwirtschafte auch in D versteuern, ob’s mir passt, oder nicht.

    — olo
    • “Ist es moralisch korrekt, dass eine Amerikanische Firma ihren Auslands-Gewinn nicht in den USA versteuert? Nein.”
      Jaein, eigentlich sehr schwierig zu beantworten, diese Frage.
      Sollte eine Firma nicht viel eher ihren Auslands-Gewinn in den Ländern versteuern, in denen sie den Gewinn erwirtschaftet hat?
      (Das Apple Unkosten wie z.B. Steuern so effizient wie möglich umgeht sind sie übrigens, wie alle anderen Firmen auch, ihren Anteilseignern gegenüber verpflichtet. Womit es natürlich weiterhin “unmoralisch” bleibt)
      (PS: No offence, guter Beitrag :o) )

      — Pazuzu
      • @Pazuzu: wir sind gar nicht so weit von einander entfernt…
        Ich finde, es müsste eine Art Doppelbesteuerungsabkommen her… Dass man nicht zweimal zur Kasse gebeten wird, einerseits und andererseits, dass solche Auswüchse von bloß 2% ein Ende haben. Unfair gegenüber den Iren, gegenüber den Amerikanern und vor allem auch gegenüber den kleineren amerikanischen Firmen, die diese Möglichkeiten der Steuervermeidung nicht umsetzen können…

        Die Argumentation, dass sie schon 6 Milliarden Steuern zahlen würden, klingt etwas verhöhnend, denn die beruhen ja auf dem Nettogewinn… Sind also die 35%… Die 100% sind demnach eine stolze Summe für einen Nettogewinn… ;-)

        — olo
  10. Relation:

    Schäden in den USA durch den aktuellen Wirbelsturm: ca. 6 Mrd. Dollar.

    Apples eingesparte Steuern: ca. 9 Mrd. Dollar.

    — Hugii
    • Es wird jedoch keine Senatsanhörung für den Tornado geben, da er sich aktuell in Untersuchungshaft wegen schwerer Sachbeschädigung und – und das ist fraglos der größere Schaden als profane Sachschäden, die nur lebloses Geld kosten – mehrfachem Totschlag befinded. Allerdings wäre es auch vor dem Senatsausschuss schwer gewesen, die Zerstörung von Mooore irgendwie rechtzufertigen…

      Sorry für die Polemik, aber ich finde es schwer Sachschäden und Tote durch ein Unwetter mit den Steuereinsparungen eines Konzern irgendwie zu vergleichen oder in Relation zu setzen. Sind jetzt Apples Ersparnisse “viel” oder “wenig”? Oder ist es eh egal, da man einfach nur 1,5 Wirbelstürme pro Jahr weniger braucht und alles ist gut? Oder man sich alternativ 1,5 Tornados mehr im Jahr leisten könnte, wenn Apple seine Firmenstruktur ändern würde? Fragen über Fragen =/
      Enlighten us, please ;o)

      — Pazuzu
    • 9 Mrd Dollar ist ein eher abstrakter Wert, eine Zahl. Zu wissen, dass all die Tornado-Schäden “nur” 6 Mrd kosten (man sollte sich die Bilder nochmals in Erinnerung rufen), relativieren die nüchterne Zahl doch erheblich. Keine Frage, alles legal von Apple – aber mit der Ethik des “We americans” schwer vereinbar. 9 Mrd sind verd****** viel Knete!

      — Hugii
  11. Wie wäre es mit einer iPad-App für Angehöriges des US-Kongesses? iTax for Dummies – Eine Einführung in das internationales (oder irisches) Steuerrecht. Sponsored by Apple, Microsoft, HP, Amazon (allen US-Firmen, die ihr Europa-Geschäft von Irland aus leiten?)

    Die sagen da drüben wohl heute auch oft: Die Iren? Die Irren!

    Aber jetzt mal Spaß beiseite. Irland hat in den 80ern einen Anreiz geschaffen, damit sich Firmen dort ansiedeln. In der Folge haben etliche Firmen dort ihre Europa-Zentralen aufgebaut. Seit mehr als 30 Jahren sind diese steuerlichen Vorteile international anerkannt. Was soll das nun? Ich nutze die (legalen) Möglichkeiten des Steuerrechts auch aus, wie wahrscheinlich alle hier.

    — SFB

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Der iPhone-Ticker ist Deutschlands führendes Online-Magazin rund um das iPhone. Seit 2007 informieren wir täglich
über das Apple-Telefon und damit in Verbindung stehende Soft- und Hardwareprodukte.
Insgesamt haben wir 13996 Artikel in den vergangenen 2572 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.


ifun - Love it or leave it   ·   Copyright © 2014 aketo GmbH - Alle Rechte vorbehalten   ·   Impressum   ·   Auf dieser Seite werben   ·   RSS