Artikel “Dann schicken sie uns einfach ihren Pass”: Von den Problemen deutscher iBooks-Autoren
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“Dann schicken sie uns einfach ihren Pass”: Von den Problemen deutscher iBooks-Autoren

62 Kommentare

Um als engagierte Privat-Autor im iTunes Store mitspielen zu können, braucht es weit mehr als nur eine Kopie der kostenlosen iBooks Author Applikation. Zwar lassen sich Gratis-Titel mit wenigen Klicks veröffentlichen, wer mit seinen Werken aber auch Geld verdienen möchte, darf sich kurz nach der Entscheidung selbst und nicht über einen zwischengeschalteten Verlag zu veröffentlichen, vor fast unüberwindbaren, bürokratischen Hürden einfinden.

Der Buchautor Dirk Kunde, bei Amazon unter anderem mit dem kleinen Nachschlagewerk “111 Tricks für iPhone und iPad” vertreten, kann ein Lied von der Unmöglichkeit singen, die eigenen Titel im iTunes Store zu platzieren und hat seine Erfahrungen jetzt hier zusammengefasst.

Eine der größten Hürden: Zur Anmeldung im iTunes Store benötigt man ein gültige US-Steuernummer.

Dabei ist es unerheblich, dass der Autor weder in den USA lebt noch das Buch in den USA verkaufen will. Es geht um den Sitz des Verkäufers, in diesem Fall Apple. Liegt keine Steuernummer vor, wird die amerikanische Umsatzsteuer einbehalten. Nun könnte man sagen: egal, dann ist das eben so. Aber Apple lässt eine Autorenanmeldung bei iTunes Connect nicht ohne US-Steuernummer zu.

Doch auch nach der akribischen Anfertigung aller benötigten Dokumente – u.a. mehrsprachige Abschriften der Geburtsurkunde, dem Formular W-7 und beglaubigten Personalausweiskopien – fährt sich Kunde eine Absage der texanischen Steuerbehörde ein.

Alles zusammen geht am 20. November 2012 per Post auf die Reise nach Austin in Texas. [...] Nach einem Dutzend Anläufen habe ich Glück und eine Mitarbeiterin ist an der Strippe. Sie erklärt mich nüchtern und trocken, dass meine beigebrachten Unterlagen nicht für einen Identitätsnachweis akzeptiert werden. Ist so – ohne weitere Begründung. Eine Apostille ist nicht mehr gut genug. Die Alternative: Ich solle meinen gültigen Reisepass eintüten und per Post nach Austin schicken. Den bekomme ich danach zurückgeschickt. Geht´s noch?

Diskussion 62 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Äh, Du hast schon kapiert, daß es hier um die amerikanische Steuerbehörde geht?! Für die amerikanischen Steuergesetze kann noch nicht mal Apple was…

      — Wombat
      • Es geht eher darum, dass Apple ZWINGEND eine amerikanische Steuernummer benötigt.

        Also würde ich die Schuld sehr wohl bei Apple sehen. ;)

        — Sandino
      • Ich Schau meist nur die Videos und Bilder! Lesen soll ja nicht so gut für die Augen sein!

        — Analphadingens
      • Hat es nicht mal geheißen das Apple in Europa alles in Luxemburg versteuert?!
        Das mit der Ami-Steuernummer ist doch bestimmt nur wenn man seine Apps oder Bücher auch außerhalb von Europa verkaufen möchte!

        — Red Cross
      • @Sandino und alle anderen, die hier schlau daherreden: Ich selbst und viele andere (siehe Kommentare weiter unten, falls es Dir nicht zuviel Leserei ist) können bestätigen, dass es ein ganz normaler und wenig aufregender Akt ist, an so eine Steuer-Id zu kommen, warum sollte Apple hier also was ändern? In 95% der Fälle läuft wahrscheinlich alles bestens, sonst hätten sich ja auch schon viel mehr Verkäufer / Autoren / Verleger / etc. beklagt, oder? Und warum Apple das so macht, können wir alle ohne tiefere Kenntnisse der Materie doch gar nicht beurteilen, oder bist Du Steuerrechtsfachmann?? Rein aus Willkür, oder gar, um absichtlich umsatzbringende Verkäufer zu gängeln werden sie wohl kaum diesen Weg gehen.
        Und mein Kommentar bezog sich darauf, daß in diesem Einzelfall (!!), der dir übrigens auch bei deutschen Behörden genauso passieren könnte, das eigentlich “Irre” des Beitrags die Sachbearbeiterin der Steuerbehörde gebracht hat. Die hat gesagt, er solle doch einfach den Pass schicken, nicht Apple! Das hat “Raceface” – meiner Ansicht nach – nicht verstanden. Wüsste halt nicht, was daran so “irre” ist, die Vorlage einer amerikanischen Steuer-Id zu verlangen, das machen die meisten anderen (nicht alle) amerikanischen Firmen auch. So, Standpunkt klar geworden?

        — Wombat
    • Jop, wer das behauptet (Deutschland wäre Bürokratiebremse) hat noch nie mit US-Behörden (oder großen US-Firmen) zu tun gehabt. Drüben wundert es mich seit länger Zeit, dass die Wirtschaft überhaupt funktioniert ;-).

      Bürokratismus gepaart mit schlechter Ausbildung und damit einhergehendem Ermessensspielraum von 0,00 der Mitarbeiter. Was nicht auf der Checkliste steht (an Fragenund möglichen Antworten) gibt es nicht = Rücksprung auf Beginn.

      Aber wir sind auf dem besten Weg zu ähnlichen Verhältnissen, eine Folge des “Geiz ist geil” Sparens an allen Enden

      — Kh
  1. lol wie geil ist das denn? Da kann man einfach mal wieder sehen was für eine Weltansicht die Amerikaner haben und es funktioniert auch noch. Ähnliches wird ja auch in Deutschland versucht indem man sich als Weltpolizei fürs Internet positionieren will, was aber ganz und garnicht funktioniert.
    Ähnliches kenne ich auch bei Support von US Unternehmen. Ruft man da an kommt einfach direkt nur eine “An/bsage”: Die gewünschte Nummer ist aus ihrem Telefonnummernbereich nicht anwählbar…

    — komacrew
    • sag mal komacrew, ohne die “weltpolizei” und ihren Rosinenbombern würdest du immer noch den rechten Arm ausgestreckt haben. Dieser sinnlose Anti-Amerikanismus. Hättest wohl lieber den Iran als Weltpolizei…

      — temporary
      • Er meinte Deutsche mit Weltpolizei! Ansonsten hast du aber recht

        — Frankfaster
      • Naja, da könnten wir jetzt eine ganz tolle Nahostpolitik-Diskussion draus machen…
        “Der Iran…das Land, das von Amerika lange Zeit durch Waffenlieferungen dazu instrumentalisiert wurde, amerikanische Rohstoffinteressen in Nahost zu sichern???”
        So manches Blatt wendet sich…
        Amerika ist ein Fall für sich, genauso wie Deutschland ein Fall für sich ist.
        Und die Rolle des Weltpolizisten würde ich für meinen Teil lieber in Händen einer den Staaten übergeordneten demokratischen Instanz sehen, als in Amerikas, Irans oder Deutschlands Händen.

        — iDirkPeter
      • temporary du bist noch 1m neben dem schädel blöd und man merkt sofort, was für ein blut durch deine adern fließt….texte zu lesen ist eine sache – die auch noch zu verstehen eine ganz andere hm? na? hast deine waffen schon geladen und angelegt auf dem weg in die 3. klasse?

        — Weiland
  2. Auch um im AppStore eine App zu veröffentlichen muss man seine US Steuernummer angeben. Nach einiger Recherche damals hatte ich mir ergoogelt, dass die Angabe 00000000000 für Nicht-US Bürger verwendet werden muss. Nagelt mich nicht auf die Anzahl der Nullen in diesem Post fest – es waren jedenfalls viele…

    — Volker
  3. Warum kann man denn dann nicht einfach zu nem apple store gehen, sich dort identifizieren lassen, und apple kümmert sich gegen eine gebühr für den rest in den usa?

    — john
  4. Echt traurig was Apple da hinter den Kulissen abzieht. Aber so ist das leider, wenn man erst einmal an der Spitze ist und noch dazu von Tim Cook dem Lappen befehligt wird, versucht man jeden Cent aus irgendetwas herauszuquetschen. Und es den Autoren leicht machen? Wofür das den bitte…

    — Joko
    • Ich wusste nicht, dass Apple bereits Inhaber von Steuerbehörden ist, aber wenn du es sagst wird es wohl schon stimmen…

      — Pazuzu
  5. Was soll die Aufregung? Wer Geschäfte in den USA macht, braucht eine USt-ID aus den USA, so wie man eine deutsche braucht, wenn man in Deutschland Geschäfte macht.
    Dafür kann Apple nichts. Man kann ihnen höchstens vorwerfen, dass eBooks von Apple US und nicht wie Apps von Apple Irland verkauft werden.

    — danielkbx
    • Nö. Ich mache auch Geschäfte in den USA, und die Firmen kriegen das auch hin, ohne daß ich ihnen eine Us-Stnr gebe (auch wenn sie erstmal oft dabei stutzen, aber dann geht’s doch irgendwie). Außerdem: Ich verkaufe auch Software über Apple’s App Store. Auch dafür brauche ich keine US-Stnr. Warum sollte das bei Büchern anders sein? (Ja es ist offenbar, aber dein Kommentar erklärt das nicht)

      — Thomas
  6. Hut ab!
    Wenn Apple so weiter macht und diese mehr oder weniger arrogante Grundhaltung beibehält, dann sollte sich Mr. Cook einfach mal anschauen, was mit Nokia (wer sich nicht erinnert: Nokia hatte gegenüber seinen Kunden einst eine ähnliche Grundhaltung an den Tag gelegt und war einer der größten Mobiltelefonhersteller, dem aber z.B. der Begriff Kulanz, kurz vor dem Niedergang, ein Fremdwort war ;-) ) passiert ist.
    Selbst für einen Riesen wie Aplle ist Selbstherrlichkeit ein Fallstrick, vor allem, wenn die Konkurrenz stetig aufholt.
    Ich schmeiß jetzt einfach mal eine Zahl in die Runde: fünf Jahre…
    Entweder hat Apple bis dahin gelernt oder aber…

    — Modo
    • @Modo: Apple ist auch vor 20 Jahren schon arrogant gegenüber seinen Kunden gewesen, sobald es gut lief. Nett waren sie nur wenn der Laden Probleme hatte, das hat leider lange Tradition und hat schon lange nichts mehr mit der Unternehmensgröße zu tun.

      — maccy
      • Ok, aber Innovator Steve entwickelt gerade Harfe 4.0 und steht nun nicht mehr zur Verfügung und wer sich heute mal den Stand der Apple-Aktie angeschaut hat und die Fauxpas der letzten Zeit dazu addiert…
        Ich bin mal gespannt… :-)

        — Modo
  7. Ich find den Artikel auch etwas wunderlich. Ich hab ne US Tax-ID, weil ich die mal vor Jahren für die Vergütung von Vorträgen brauchte. Kopie vom Reisepass reichte und ein ausgefülltes Formular. Völlig unkompliziert. Mit IRS Leuten musste ich nie reden, bekam nur irgenwann Post mit der Nummer.

    — strudelbrain
    • Bei uns genauso. Formular ausgefüllt, kopie des Passes dabei und nach ein paar Wochen hatten wir die Steuernummer. Da mussten wir nie mit irgendwem telefonieren. Habe bisher auch noch nie von Problemem gehört eine US Steuernummer zu bekommen. Das scheint mir eher ein Einzelfall zu sein.

      — Cromax
    • Ich habe in 2011 in USA gearbeitet und bis heute keine Steuernummer bekommen obwohl ich von Price-Waterhouse in USA betreut wurde. Auch mit apostillieter und vom Regierungspräsidium beglaubigter Kopie vom Pass (hat mich etliche Behördengänge und -Gebühren gekostet) war nichts zu machen. Die müssen da etwas letztes Jahr geändert haben, dass es für Ausländer nahezu unmöglich macht.

      — Hanno
  8. Leute ihr vergesst alle, dass das nicht an Apple liegt, sondern an der Bürokratie.
    Vielleicht war diese Frau vom Steuerdingsbums zu faul :D Beschwert euch nicht immer
    sondern lest mal die Texte und verschafft euch mal Wissen über Steuer und Co, dann
    könnt ihr mal weiterreden !

    — Marco B
    • Lies DU doch mal den Text und denk noch mal darüber nach…
      Wer sagt denn, dass Apple da so restriktiv vorgehen muss und nicht die Möglichkeit nutzt, dass ganze über den deutschen Fiskus laufen zu lassen?
      Ich kann’s Dir sagen: Apple setzt zwar riesige Summen in Deutschland um und profitiert auch von den Bedingungen in Deutschland, ist aber nicht bereit, den hier erwirtschafteten Gewinn auch hier zu versteuern, sondern nutzt “legale” Steuerschlupflöcher, so wie andere große Firmen, wie Starbucks, Amazon etc. leider auch.

      — Modo
      • Der Kontext ergibt sich aus der Grundhaltung Apple’s und der in diesem Fall angesprochenen Problematik…

        — Modo
  9. Naja… Denke mal es ist genau wie bei den Entwicklern und da steht zwar überall man Brauch dies und das.. Aber nötig ist es nicht, wenn man einmal Kontakt zu Apple aufnimmt erklären sie einem gerne was ein eu Entwickler wirklich Brauch..

    — Andre
  10. Diejenigen die am meisten über die Bürokratie maulen sind am Schluss die, die dann nach “denen da oben” schreien weil sie zu vertrottelt sind/geworden sind selber ihr Hirn zu verwenden.
    Und die Amis sind noch viel bescheuerter wenns um solche Dinge geht als ich Deutscher.

    — zaag
  11. Frage ist, war diese Bürokratie jetzt ein Einzelfall? Wohlmöglich haben 100.000e Deutsche, Franzosen, Spanier, Kroaten, Inder… Philippiner, Australier, Kanadier, Grönländer, Südamerikaner eine US Steuernummer ohne Probleme beantragt, was dann wiederum heisst das hier gar kein Handlungsbedarf bestehen würde seitens Apple was daran zu ändern. Wird ja nicht der erste sein der einer Steuernummer beantragt hat. Wenn nicht. Was hat er richtig gemacht, was alle anderen falsch gemacht haben? /ironie off

    — Futzi.2
    • Sprich Apple weiss gar nicht das es da einen gibt der Probleme hat weil alle anderen es mit der Bürokratie “einfacher” aufnehmen konnte.

      — Futzi.2
  12. Ich glaube Apple das nicht. Zum einen sind die Stores in den USA und Deutschland voneinander getrennt. Und zum anderen haben Firmen wie Apple, Google in Europa ein Geflecht von Firmen aufgebaut, um Steuern zu sparen. Drittens gibt es eine Apple GmbH in Deutschland. Das ist eine deutsche Geschäftsform. Daher kann mir keiner erzählen, sowas ginge nicht. Wieso funktioniert das ohne US-Ust, wenn ich einen Partner-Shop bei Amazon oder ebay in Deutschland aufmache?

    — Micha
  13. Interessant, wieviel E-Book-schreibende Jungautoren sich gleich zu Wort melden und den baldigen Untergang Apples prophezeihen, während sie Nokia wie Phoenix aus der Asche steigen sehen. Nokia, das sind übrigens die guten. Die Sache mit Bochum längst vergessen. Apple die bösen. Klar. Und seid Steve im Himmel ist, klappt natürlich gaaaar nichts mehr … schon klar…

    Naja, wenigstens haben wir dann Hoffnung, dass einer von uns den Literaturnobelpreis abräumt. Natürlich wurde sein Manuskript dann am PC erstellt. Mit Word versteht sich…

    — Pascal Kimoon
  14. Komisch, Apple verkauft doch für Europa aus lixemburg und “versteuert”da.
    Wenn lt. Apple der verkäufer ist, braucht Apple die Steuernummer. Der Autor ist deutscher, nur weil ich mit Amis Geschäfte mache, brauche ich doch keine Ami-Steuernummer.

    irrsinn

    — McKai
  15. Ich verstehe das Problem auch nicht. Reisepass kostet auch nicht die Welt…
    Aber als Autor kann man so natürlich gut auf sich aufmerksam machen ;-)

    — spicer
  16. Am besten einfach die eigenen Bücher problemlos über Amazons Kindle-Shop vertreiben. Ich selbst bin Autor von 2 Büchern, die ich so im Eigenverlag verkaufe. Die Kindle-App gibt es für iOS, OS X, Android usw. — die Reichweite ist riesig! Und Amazon legt einem keine Steine in den Weg.

    — Pepe
    • Prinzipiell müsste es bei den beiden US-Firmen doch die gleichen Anforderungen bezüglich der US-Steuernummern geben.

      Nun könnte man annehmen, Amazon sei vielleicht toleranter, das bezweifle ich jedoch. Immerhin verbietet Amazon den Verkauf z.B. kubanischen Kaffees auf ihren Seiten auch in Deutschland. Begründung: Der Verkauf kubanischer Produkte ist (in den USA) verboten.

      Vielleicht handelt es sich bei Apple’s Anforderung doch um ein Versehen. Noch eine bürokratische Korinthe: Den Pass zur Überprüfung ins Ausland zu versenden, das wäre eine Ordnungswidrigkeit in Deutschland. Der Pass ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und nicht das des Besitzers.

      — Vermont

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